accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2012 - Sicherheit in der Seeschifffahrt

30 „Wir erforschen immer Meer“ - Forschung und Entwicklung 
Abb. 2: 
Suboxische 
(grün) und 
anoxische (rot) 
Bodenbereiche 
der Ostsee (IOW) 
ein warmer Einstrom im Sommer 2003 
folgten. Im Ergebnis dieser Einstromer 
eignisse wurde die lange Periode in den 
Tiefenbecken der Ostsee ohne Erneue 
rung, die seit 1995 andauerte, beendet. 
Weite Bereiche des Tiefenwassers der 
zentralen Ostsee wurden belüftet (Abb. 2a). 
Die darauf folgenden Jahre waren durch 
geringe Einstromaktivitäten gekennzeich 
net. Dadurch fand seit 2005 keine Durch 
mischung und Erneuerung im Tiefen 
wasser der zentralen Ostsee statt. In der 
südlichen Ostsee belüfteten ein barokliner 
Einstrom 2006 sowie barotrope Einströ 
me 2007 und 2009 das Tiefenwasser des 
Bornholmbeckens wiederholt, so dass dort 
seit 2006 weitgehend eine gute Sauer 
stoffversorgung gegeben war („oxische 
Verhältnisse“). Nach fast einem Jahrzehnt 
ohne großen Salzwassereinbruch wurde 
im November/Dezember 2011 ein relativ 
starkes Einstromsignal registriert, das im 
Februar 2012 im Bornholmbecken quantifi 
ziert werden konnte. Mit einer importierten 
Salzmenge von einer Milliarde Tonnen 
kann das Ereignis als kleiner Salzwas 
sereinbruch klassifiziert werden (Abb. 1), 
dem ersten seit 2003. Die eingeströmte 
Sauerstoffmenge kann mit den vorhande 
nen Daten auf über 450 000 t geschätzt 
werden. Der Einstrom war stark genug, um 
im Frühjahr 2012 die südliche Ostsee und 
die Danziger Bucht zu belüften, erreichte 
aber das zentrale Gotlandbecken nicht. 
Hier hält die lange Stagnationsperiode an. 
Das Tiefenwasser ist von etwa 130 m bis 
zum Grund frei von Sauerstoff und es tritt 
giftiger Schwefelwasserstoff auf (Abb. 2). 
Ende 2011 teilten die Fischereibiologen 
des Rostocker Thünen-Instituts für Ostsee 
fischerei mit, dass sich der Dorschbestand 
östlich von Bornholm weitgehend erholt 
habe. Die Größe der Population mit fast 
400 000 Tonnen entspräche der von vor 
20 Jahren. Als Ursachen werden politische 
Maßnahmen zur Fangregulierung und 
eine verbesserte Rekrutierung gesehen. 
Das Ergebnis steht im Einklang mit den 
Befunden des IOW, dass in der Bornholm 
see und der Stolper Rinne in den letzten 
Jahren durch die wiederholten barotropen 
und baroklinen Einströme kaum sauerstoff 
lose („anoxische“) Situationen angetrof 
fen wurden. Die gelegentlich geäußerten 
Behauptungen, dass die sogenannten 
„Todeszonen“ in der Ostsee durch die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.