leereskunde
Seegang in Flach wassergebieten der Ostsee
(GOAP)
Das BSH beteiligt sich an einem For
schungsprogramm der Universität Greifswald im
Rahmen des BMFT-Projektes “Greifswalder
Bodden- und Oderästuar-Austauschprozesse”
(GOAP), das 1993 begonnen wurde.
Das Mündungsgebiet der Oder stellt einen
Puffer dar zwischen dem stark verschmutzten
Fluß und der offenen See, der den Schadstoff
eintrag in die Ostsee beeinflußt. Dieser Pufferef
fekt beruht auf der Sedimentation der Schweb
stoffe in den flachen Gewässern und der
unterschiedlich intensiven Resuspension durch
den Seegang, der die Bodensedimente aufrührt,
und dem Abtransport durch die Strömung. Zum
Verständnis der Transportprozesse unter den
verschiedenen atmosphärischen und anderen
Randbedingungen soll ein numerisches Modell
entwickelt werden unter Einbeziehung von See
gang und Strömung.
Dieses Modell muß durch Messungen ge
eicht und verifiziert werden. Das BSH führte in
diesem Zusammenhang die Seegangsmessun
gen im Greifswalder Bodden und im Kleinen Haff
durch (Wassertiefen etwa 3 m). Mit dem Auftre
ten von Eis mußten sie im November 1993
zunächst bis zum Frühjahr 1994 unterbrochen
werden.
Die Meßergebnisse aus diesen von Gezei
ten praktisch unbeeinflußten flachen Gewässern
sind auch für die Weiterentwicklung der beste
henden Seegangsmodelle wichtig. Bereits bei
früheren Messungen (u.a. im Bodensee) hat
sichgezeigt, daß die theoretischen Vorstellun
gen, die sich auf Untersuchungen z. B. in der
Nordsee gründen, hier nicht mehr ohne weiteres
anwendbar sind.
Insbesondere die gegenseitige Beeinflus
sung von Seegang und Strömung wurde bisher
in numerischen Modellen noch nicht oder nur un
befriedigend berücksichtigt. Die Erfahrungen
daraus können bei der geplanten Kopplung des
operationellen Strömungsmodells mit dem See
gangsmodell genutzt werden.
Das Randstromsystem entlang des west
europäischen Kontinentalabhangs (ORAS)
Die Meßaktivitäten im Zusammenhang mit
dem Projekt ORAS (Ost-Randstrom-System)
sind fortgesetzt oder regional abgeschlossen
worden. Fortgesetzt wurden die Strömungsmes
sungen auf der Höhe des Westeingangs des
Kanals und westlich Irlands, die z. T. gemein
schaftlich mit dem Institut für Meereskunde,
Hamburg, im Rahmen des World Ocean Circula
tion Experiment (WOCE) mit METEOR durchge
führt wurden.
Abgeschlossen sind die Strömungsmes
sungen entlang des ibero-marokkanischen Kon
tinentalabhangs. Diese Arbeiten bilden ebenfalls
einen WOCE-Beitrag, der durch eine Zusam
menarbeit zwischen Biologischer Anstalt Helgo
land, Institut für Ostseeforschung und BSH zu
stande kam und vom BMFT gefördert worden
war. Zur Zeit wird der gemeinsame Abschlußbe
richt vorbereitet.