16.August 2006
Auf dem 58 °N Schnitt zeigt sich kein antizyklonaler Wirbel über der Norwegischen Rinne
südwestlich von Norwegen. Bei den früheren Aufnahmen ist dieser mehr oder minder stark immer
beobachtet worden. Die Konsequenzen sind unklar? Weniger Einstrom auf der Westseite, weniger
Ausstrom auf der Ostseite? Insgesamt weniger Dynamik im Norwegischen Küstenstrom? Andere
Beobachtungen sprechen eher dagegen; z.B. die höhere Schiffsgeschwindigkeit auf dem Westkurs —
zurückzuführen auf Ostwind aber auch westliche Transporte im Norwegischen Küstenstrom.
Der Schnitt wird ohne weitere Auffälligkeiten absolviert und der nach Norden gerichtete Schnitt vor
Schottland begonnen. Es weht nach natürlich wieder gegenan. Vor den Orkneys wird ausgeprägter
atlantischer Einfluss mit S$S >35,3 angetroffen.
17.August 2006
Auf dem 59 °N Schnitt wird über dem westlichen Hang der Norwegischen Rinne unterhalb des
salzarmen Wassers (30) hoher Salzgehalt >35,3 mit kräftigem interleaving beobachtet. In 25 m Tiefe
findet eine ausgeprägte Primärproduktion statt, wie Chlorophyll und Sauerstoff zeigen. Ringsum sind
deutliche Fischereiaktivitäten zu beobachten; im Dunklen ist aber nicht auszumachen, ob die Schiffe
pelagisch oder mit Grundschleppnetzen fischen.
Die alten Bezeichnungen der Fischer für diese Gebiete "Finkenwerder Allee" oder "The Patch" weisen
auf die von alters her bekannten guten Fischgründe hin. Mit den Daten des Delphin lassen sich
sinfache Erklärungen für die Fischvorkommen zu dieser Jahreszeit finden: starke dynamische
Prozesse zwischen den dem ein- und dem ausströmenden Wasser, die Nährstoffe in die euphotische
Zone bringen und die Primärproduktion ankurbeln oder aufrechterhalten oder in Gang setzen. Dies zu
siner Jahreszeit in der die euphotische Zone praktisch frei von Nährstoffen ist! Die Primärproduktion
sorgt vermutlich für ausreichend Zooplankton und dieses bietet eine gute Nahrungsquelle für "Fisch".
Insgesamt weist die Fischereiaktivität aber auf ein langfristig relativ stabiles Ökosystem in diesem
Seegebiet hin; es scheint auch keine grundlegende Veränderung der ozeanographischen Bedingungen
gegeben zu haben.
Die ausgeprägten dynamischen Prozesse scheinen sich aber auf den westlichen Hang zu beschränken.
In Richtung auf die norwegische Küste beruhigt sich das System deutlich.
18.August 2006
Die Schnittfahrt wird um etwa 07:00 h bei gutem Wetter und in Sichtweite der Shetland Inseln
beendet, die Station 53 gefahren und gegen 08.00 h der Rückweg nach Cuxhaven angetreten. Südlich
der Shetlands werden für das Kalibrierlabor eine große Zahl von Fässern mit hohem Salzgehalt
abgefüllt.