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Annalen der Hydrogräphie und Maritimen Meteorologie, Mai 1394
Der Nachmittag des 12. Juli war böig, der Wind ENE 5. Um 10*p kam
eine Böe von NE herauf, die nur in den Farben des Bogens von den Sumatra.
Böen abwich, wie sie in der Banka- und Malakka-Strafse vorkommen, ihnen sonst
gleich war. Diese hier zeigte zuerst eine schwarzgraue Front, der eine hellere
folgte in Form eines Regenbogens, darüber ein breiter schwarzer Bogen, darunter
ein helles Gelb bis zum Horizont herunter. Nahmen alle Segel fort, ehe der
Bogen uns erreichte; als er im Zenith war, wehte es ganz Orkanartig ungefähr
eine Stunde lang, nahm dann ab. Kine sehr hohe See von ENE, schwerer
Regen in der Böe. Der Wind war während der Nacht Ost und NE 4—9. —
Die Böe kam also mit dem Winde.
2. Gewitterböe mit Hagel. D. Brigg „Minerva“, Kapt. P. Duhme.
Von Futshau nach Nutshwang. J.-No. 2429. 1885, 20. März. Ostchinesisches Meer.
Schiffsort am 19. März mittags: 30,2° N-Br, 123,7° O-Lg;
20. März: 31,8° N-Br, 124,1° O-Lg.
Am 19. März nachmittags war der Wind ESE 5—6, ging bei langsam
fallendem Barometer abflauend durch Süd nach SW 1 bis zum 20. 2*a, Baro-
meter 757 mn, war um 4"a SW 3; 6"a West 3—4, und dann fiel um 8a bei
steigendem Barometer eine starke Böe aus NNW, Stärke 9—10, ein. Ueber
die Böe heifst es: „Sa starke Böe aus NNW einfallend, verbunden mit Blitz,
Donner, Regen und Hagel. Die Böe wurde, da die Luft dick von Nebel und
kein Regen bemerkbar, nur durch das plötzliche Verdunkeln der Luft sowie
Aurch schnelles Fallen der Temperatur eben rechtzeitig bemerkt, um alle Segel,
bis auf Untermarssegel, bergen zu können. Nach einstündiger Dauer der Böe
wird die Luft plötzlich ganz klar, und der Wind, welcher schnell abnimmt, holt
wieder von NE auf Nord. Die See bleibt verhältnifsmäfsig ruhig.“ ——
Der Fall der Wassertemperatur. sowie p, d und f traten 16 Stunden vor
der Böe auf.
1885, 19. März: 4a Sa Mittag 4°p Sp 12p 20: 4a 8a Mittag
Wasser °C. .. 11,8 118 120 104 94 88 88 7,8 7,3
Luft °C. .... 127 12,7 139 13,33 125 110 87 7,0 7,5
Die letzte Bemerkung über Regen vor der Böe heißt für 12°p: „Dick
von Nebel und zeitweise Staubregen.“
Ale Beobachtungen kennzeichnen diese Böe als Begleiterscheinung einer
Depression. Die Bedeutung schneller Temperaturänderungen tritt in diesem
Beispiel gut hervor.
3. Wasserhose bei stürmischem Winde. D. Brigg „F. H. Lübken“,
Kapt. E. F. Schoone. Von Port Natal nach Papeete. J.-No. 3619. 1890,
Dezember. Südlicher Stiller Ocean. Tubuai-Inseln,
Schiffsort am 11. Dez. : 29,8° S-Br, 150,2° W-Lg; 12. Dez.: 27,6° S-Br, 151,4° W-Lg;
13. Dez.: 26,8° S-Br, 151,8° W-Lg; 14. Dez.: 26,2° S-Br, 150,7° W-Lg;
15. Dez.: 25,6° 8-Br, 149,5° W-Lg.
11. Dezember: Der Wind war frisch, NE 5, die Luft trübe, das Barometer
765 mm; nachmittags fallend.
12; Dezember: Der Wind blieb nordöstlich, aber unbestandig, Himmel
bedeckt, Barometer 761 mm, leichte Böen.
13. Dezember: Um 2* 45” a lief der Nordostwind in einer Gewitterböe
nach NW; St. Elms-Feuer auf den Flaggknöpfen, dick von Regen. Barometer
756 mm; düstere Luft, bedeckt, Nordwestwind abflauend.
14. Dezember: 4*a Blitzen in allen Richtungen, drohende Luft, unbeständige
nordnordwestliche Briese. Um 10* 30" a (Wind NW 7) passirte in einiger Ent-
fernung hinter dem Schiff herum eine Wasserhose, deren oberer Theil (unter
einer schwarzen nimb. Wolke, welche in einer ungefähren Höhe von 25°
von NW nach SE setzte) zuerst die Gestalt eines kurzen stumpfspitzigen Kegels,
hernach jedoch keine bestimmte Form mehr zeigte; bis sie sich weiter in Lee
nochmals zu einer dünnen, nach unten spitz zulaufenden Röhre entwickelte. Auf
der Oberfläche der See, etwas hinter der Wolke, wurde auf einer ziemlich
grofsen Fläche das Wasser wie Staub aufgewirbelt. Eine Verbindung zwischen
oben und ®* unten war nicht wahrzunehmen. Die ganze Erscheinung währte