Die Küste, 83 AufMod (2015), 181 -191
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5. Tragen bewegliche Bodenformen nennenswert zum großräumigen Sedimenttrans
port bei?
6. Hat sich die Bathymetrie der Deutschen Bucht morphodynamisch signifikant bzw.
erkennbar verändert? Welche Zeitspannen sollen zur Beantwortung dieser Frage
betrachtet werden?
7. In welchen Gebieten besteht eine starke, mittlere oder schwache Morphodynamik?
8. Welche morphologischen Veränderungen sind natürlich oder anthropogen ge
prägt?
9. Wie ist die hydrodynamische Belastung des Bodens als Antrieb für den Sediment
transport in den Teilgebieten der Deutschen Bucht einzustufen?
10. Wie verlaufen die langfristigen und großräumigen Sedimenttransportrichtungen,
welche Massen werden in welche Richtung transportiert und was ergibt sich da
raus für die Sedimentbilanz der Deutschen Bucht?
11. Wie lassen sich die natürlichen Prozesse (analysierte Messergebnisse) mit Simulati
onsergebnissen vergleichen? Wie ist hierfür der Status der Datenakquisition und
-aufbereitung zu bewerten?
12. In welchen Teilgebieten ist die Einbeziehung von Baggeraktivitäten in die mor-
phodynamische Analyse unverzichtbar?
13. Wie sind Prognosen bzgl. der Morphodynamik zu bewerten und wie kommt man
zu belastbaren Prognosen?
Die verschiedenen im Projekt integrierten Fachdisziplinen boten bei Beantwortung dieser
Fragestellungen eine gute Grundlage zur differenzierten Fachdiskussion und Ergeb
nisanalyse. Zur Diskussion der Ergebnisse auf diese Fragestellungen wird auf den Ab
schlussbericht (HEYER und SCHROTTKE 2013) und die vorangestellten Fachbeiträge die
ser Publikation verwiesen.
3 Verknüpfung der Boden- und Modellierungsgruppe
Die inneren Wechselwirkungen zwischen Sedimentzusammensetzung, Sedimentvertei
lung, Sedimenttransport und Dynamik des Gewässerbodens in der Deutschen Bucht
wurden von den am Projekt beteiligten Fachdisziplinen räumlich differenziert und me
thodisch in unterschiedlicher Weise analysiert. Die in mess- und datenorientierten Teil
projekten durchgeführten Analysen konzentrierten sich überwiegend auf die Fokusgebie
te, um in diesen verfeinerte lokale Phänomene und Zusammenhänge aufzudecken. Für
die Synthese wurden diese Erkenntnisbausteine großräumig und langfristig in die regiona
len Wechselwirkungen der Morpho- und Sedimentdynamik in der Deutschen Bucht ein
geordnet. Darüber hinaus wurden Bewertungen vorgenommen, welche Einzelphänomene
zu einer allgemeingültigen, wissenschaftlich gesicherten Aussage beitragen können.
Ein besonders wichtiger praktischer Aspekt der Synthese bestand in der gemeinsamen
Erprobung und Bestätigung des integrierten Modellsystems, das nach Abschluss des Pro
jekts von allen genannten wissenschaftlichen Disziplinen weiter getragen und genutzt
werden kann. Das Modellsystem liefert eine methodische, funktionale und modellgestütz
te Basis. Auf dieser interferierten die verschiedenen Fachgruppierungen, d. h. jene, die
sich mit dem Aufbau und der Zusammensetzung des Meeresbodens befassten oder aber
mit der Hydromorphologie bzw. den Wechselwirkungen zwischen der Dynamik des Mee
res und der Dynamik des Bodens auseinandersetzten. Grundlage waren dabei wiederkeh