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Full text: Synthese der interdisziplinären Forschung in AufMod

Die Küste, 83 AufMod (2015), 181 -191 
183 
suiig und Verknüpfung zielt damit zunächst einmal auf die Erweiterung des Wissens ab. 
Sie bezieht die geologischen, sedimentologischen und morphodynamischen Analysen 
sowie die Ergebnisse aus Modellsimulationen gleichgewichtig ein. Die in den Teilprojek 
ten erarbeiteten Ergebnisse waren zunächst Einzelbausteine, die nach Zusammenstellung 
und wechselseitiger Nutzung ein Gesamtbild zum Systemverständnis einschließlich der 
Ausweisung von Quantitäten (z. B. der Sedimentbilanzen) ermöglichten. Elierzu war es 
erforderlich, ein Kennwertsystem zu nutzen, das geeignet ist, die Naturphänomene zu 
erklären. Ein wichtiger Aspekt liegt dabei auch in der Aufdeckung und Bewertung aller 
bekannten Asymmetrien der Gezeitendynamik, der Seegangswirkung, der Transport 
dynamik und der Sohlformen. 
2 Systemverständnis 
Für die Daseinsvorsorge an der Küste stehen nicht nur das System Verständnis für die 
historischen Entwicklungen und die Analyse des Wirkungsgefüges im heutigen Zustand 
im Fokus der Fragestellungen. Besonders wichtig ist vor allem auch, die wissenschaftli 
chen Grundlagen zur Sicherung von Vorhersagen zur Dynamik der Küstengewässer zu 
verbessern. Dieses Ziel kann nach Überzeugung der Verfasser nur in der fortgeführten 
intensiven Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen erreicht werden. Es wurden 
bereits Konzepte zur Vorhersage langfristiger und großräumiger Küstenentwicklungen 
insbesondere in Bezug auf die Sedimentdynamik veröffentlicht (BROMMER and BOCHEV 
VAN DER BÜRGET 2009). Die Autoren beschreiben die Sichtweisen und Erklärungsme 
chanismen verschiedener wissenschaftlicher Gruppen: 
• Geologen, die sich mit den Schichten, dem Alter und der Dynamik der Erde be 
fassen sowie, kleinskaliger betrachtet, komplexe Sedimenttransportprozesse analy 
sieren, aber auch Klimaentwicklungen und Meeresspiegeländerungen und die Re 
aktion der Küsten darauf ermitteln. 
• Geomorphologen, die sich mit der Formenvielfalt und Veränderung sowie mit 
der Verteilung der Oberflächenformen des Bodens im betrachteten System be 
schäftigen. 
• Küsteningenieure, die Messungen und Simulationen räumlich und zeitlich klein 
skaliger Prozesse analysieren (prozessbasierte Modellierung) und/oder verhaltens 
orientierte Modelle ohne vollständige Berücksichtigung des gesamten prozessba 
sierten Wissens für großräumige Phänomene entwickeln. 
Die Autoren kommen zu der wichtigen Erkenntnis, dass die von diesen Gruppen erziel 
ten wissenschaftlichen Informationen in Vorhersagesysteme für langfristige küstendyna 
mische Entwicklungen integriert werden müssen. Dieses war auch ein Ziel von AufMod. 
Alle genannten wissenschaftlichen Gruppen waren im Projekt vertreten und das gemein 
same, übergeordnete Ziel wurde allgemein anerkannt. Neben der Integration vorhandener 
Daten und Informationen wurden in AufMod auch die Erweiterung und Verbesserung 
der bisher eingesetzten Methoden und Verfahren angestrebt. 
Flervorzuheben ist, dass es im Projekt nicht nur um eine einzige Startsituation bezüg 
lich der Bathymetrie und der Sedimentbeschaffenheit gegangen ist, von der aus man mit 
Simulationsmodellen nun zeitliche Entwicklungen berechnen kann. Es ist vielmehr ge 
lungen, für verschiedene Flistorien in Zeit und Raum konsistente Daten zu gewinnen.
	        
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