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Full text: Erfassung von Sandverteilungsmustern zur großräumigen Analyse der Sedimentdynamik auf dem Schelf der Deutschen Bucht

Die Küste, 83 AufMod (2015), 39-58 
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in den Oberflächensedimentverteilungsmustern, das Vorkommen von Mittel- und Grob 
sanden und eine schlechte Sortierung der groben Sedimente. 
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass sich der vom Untergrund geprägte ostfriesi 
sche Schelfbereich auf den Borkum- und Norderneyer-Riffgrund beschränken lässt. Hier 
sind kaum mobile Feinsande verbreitet. Insbesondere der Borkum-Riffgrund ist flächen 
deckend von Mittel- und Grobsanden geprägt. 
Der nordfriesische Bereich reicht von der Küste bis zum östlichen Rand des ehemali 
gen Elbe-Urstromtals. Hier ist die weite Verbreitung der gut sortierten Feinsandklasse 
125-177 pm charakteristisch, die zwischen Regionen schlecht sortierter Mittel- und Grob 
sande anzutreffen ist. 
4.2 Ableitung großräumiger sedimentdynamischer Systeme auf dem Schelf 
der Deutschen Bucht 
Die Sandverteilungsmuster zur Analyse der Sedimentdynamik lassen den Schelf der 
Deutschen Bucht im Wesentlichen in drei großräumige sedimentdynamische Systeme 
unterteilen: die südliche und innere Deutsche Bucht, das ehemalige Elbe-Urstromtal und 
der nordfriesische Schelfbereich. 
4.2.1 Großräumige Sedimentdynamik der südlichen und inneren Deutschen 
Bucht 
In der südlichen Deutschen Bucht sind ostwärts gerichtete residuale Strömungen vor 
herrschend (z. B. OTTO et al. 1990; LOEWE et al. 2013), die zu einer Fraktionierung des 
pleistozänen Reliktsediments des Borkum Riffgrundes von West (Grobsand) nach Ost 
(Mittelsand) führten (Abb. 6). Zudem lässt sich durch die Ostströmung die Fraktionie 
rung des Feinsandes weiter nordöstlich parallel zum Streichen des Borkum Riffgrunds 
erklären. Aufgrund der Untiefe des Borkum Riffgrunds erhöhen sich hier die Strömungs 
geschwindigkeiten. Daher passieren die feinen Sedimente diesen Bereich, ohne sich abzu 
lagern und gelangen weiter ostwärts in das Nordwest — Südost verlaufende Feinsandband. 
Hierbei handelt es sich um ein Transportband mobilen Feinsandes, innerhalb dessen sich 
das Sediment sukzessive weiter in Richtung innere Deutsche Bucht verlagert. 
Sowohl simulierter Geschiebe- als auch Suspensionstransport verlaufen ebenfalls aus 
dem Westen in die innere Deutsche Bucht, und auch das konzeptionelle Modell des Ge 
schiebetransports von Zeiler et al. (2000) bildet einen ostwärts gerichteter Transport in 
die innere Deutsche Bucht ab. Es kann demnach durch die Oberflächensedimentvertei 
lung, den geologischen Untergrund und durch numerische Simulation des Sediment 
transports der gleiche, ostwärts in die innere Deutsche Bucht gerichtete Sedimenttrans 
port abgeleitet werden. Das mobile Material besteht hierbei vorwiegend aus der Feinsand 
fraktion 125-177 pm, welches abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit sowohl durch 
Suspension als auch als Geschiebe fortbewegt werden kann (VAN Rijn 1984). 
Die Sandverteilungsmuster zur Analyse der Sedimentdynamik legen westlich des 
Borkum Riffgrundes und in den oben angesprochenen hydrodynamisch geprägten Ak 
kumulationsbereichen den Schluss nahe, dass die ostwärts gerichteten Strömungen kaum 
Material mit einen Korndurchmesser > 177 pm transportieren.
	        
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