Die Küste, 83 AufMod (2015), 19-38
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Komponenten zeitvariable Ergebnisse. Deshalb bestehen alle Modellkomponenten aus
einem zeitinvarianten Basis-Modell und den eigentlichen Messdaten mit zugehörigen
Metadaten, inklusive Angaben zu den empfohlenen Interpolationsmethoden.
Das zeitinvariante Basismodell stellt sicher, dass für alle Örtlichkeiten des Modell
gebietes und jede Modellkomponente eine Information geliefert wird. Diese zeitinva
rianten Basismodellkomponenten bekommen einen Zeitstempel, der vor allen verfüg
baren gemessenen Datensätzen liegt (in der Regel 01.01.1900).
Als Modellgröße werden plausible Informationen gewählt:
• Für die örtliche mittlere Höhenlage des Bodens wird der Mittelwert aller gemessenen z-
Werte an einem Ort verwendet und bekommt in der aktuellen bathymetrischen
Modellkomponente das Datum 01.01.1900 (da die Flöhenlage nicht bekannt ist,
entspricht diese Vorgehensweise einer zeitlichen Extrapolation auf der Basis der
Shepard-Interpolation). Für die Flöhenunschärfe kann dann im Weiteren die Vari
anz der z-Werte am Ort verwendet werden.
• Für Bodenformen wird die Bodenformkarte von ULRICH (1973), mit dem Zeitstem
pel 01.01.1970, herangezogen. Die fehlende Richtungsinformation der Boden
formvektoren wurde auf der Basis resultierender Strömungen auf der Bathymetrie
von 1970 abgeschätzt.
• Für die Korngrößenverteilung wird auf der Basis eines mittleren dso eine lognormale
Korngrößenverteilung verwendet, die den Zeitstempel 01.01.1900 bekommt.
• Die Porosität wird aus dem mittleren dso nach WU und WANG (2006) bestimmt und
bekommt den Zeitstempel 01.01.1900.
• Der organische Anteil wird als konstant 5 % gesetzt und bekommt den Zeitstempel
01.01.1900.
• Der konsolidierte Horizont entsteht aus der Verknüpfung der in Kap. 3.4 aufgeführ
ten Datenquellen. Um die gesamte Fläche der Deutschen Bucht abzudecken, wur
de in Bereichen ohne Informationen die größte Tiefe, die in allen bathymetrischen
Vermessungsdaten zu beobachten war, herangezogen. Der konsolidierte Florizont
bekommt den Zeitstempel 01.01.1900.
Liegen ausreichende Vermessungen über die Zeit vor, so lassen sich aus diesen Messda
ten in Verbindung mit geeigneten räumlichen und zeitlichen Interpolationsverfahren
Zeitvariante Modelle ableiten. Die in AufMod zusammengetragenen Daten lassen im
Prinzip nur bei den bathymetrischen Vermessungen den Aufbau einer Zeitvarianten Mo
dellkomponente zu (MlLBRADT 2011). In Verbindung mit dem stationären Modell des
konsolidierten Florizontes kann dann ein zeitvariantes Modell der Mächtigkeit der mobi
len Sande bestimmt werden.
4.1 Bathymetrische Modellkomponente
Die digitale bathymetrische Modellkomponente basiert auf Vermessungen, zugehörigen
Metadaten und Interpolationsverfahren in Raum und Zeit. Zur Beschreibung der Verän
derungen des Gewässerbodens wird von der Modellvorstellung einer kontinuierlichen
Funktion z(x,y,t) in Raum und Zeit ausgegangen.