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Full text: Das Funktionale Bodenmodell

Die Küste, 83 AufMod (2015), 19-38 
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Um die Lage des Gewässerbodens an einer Stelle und zu einem Zeitpunkt zu bestimmen, 
wird in allen betrachteten Orten aus den dort enthaltenden Vermessungen der z-Wert 
bestimmt und mit dem Aufnahmezeitpunkt verknüpft. Anschließend wird in der Zeit 
interpoliert. Abb. 6 (links) zeigt eine auf diese Weise generierte Tiefenverteilung in der 
Deutschen Bucht auf einem 50 m-Raster zum 01.01.2006. Die rechte Abbildung gibt die 
zugehörige absolute Unschärfe wieder. 
Die absolute Unschärfe ergibt sich aus der Messunschärfe (in Lage und Höhe) und 
der durch die Interpolation in Raum und Zeit induzierten Unschärfe. In einem weiteren 
Schritt müssen diese induzierten Unschärfen mit den morphologischen Gegebenheiten 
verknüpft werden. 
4.2 Sedimentologische Modellkomponente 
Die Korngrößenverteilungen wurden in unterschiedlichen Auflösungen bereitgestellt. Die 
Bandbreite reichte von nur einem Parameter dso über 3 Kornklassen bis hin zu in V+ Phi- 
Graden aufgelösten Korngrößenverteilungen. Die Komparameter wurden in Summen 
kurven überführt. Stand nur ein dso zur Verfügung, so wurde eine Summenkurve einer 
Log-Normal-Verteilung herangezogen. Für alle anderen Auflösungen der Korn 
größenverteilung wurde über eine monotone kubische Spline-Interpolation (KRUGER 
2014) für jede Sedimentprobe eine Summenkurve generiert. Die so homogenisierten 
Summenkurven können nun im Rahmen von Interpolations- und Approxi 
mationsverfahren miteinander kombiniert werden. 
4.2.1 Anisotrope Interpolation 
Die räumliche Interpolation auf spärlich verteilten Daten erfordert speziell angepasste 
Interpolationsverfahren. Traditionelle Interpolationsverfahren können durch die Berück 
sichtigung von physikalischen Gegebenheiten deutlich verbessert werden. Zur räumlichen 
Interpolation der Sedimentsummenkurven wurde eine anisotrope Shepard-Interpolation 
herangezogen, die sich an resultierenden Sedimentransportvektoren ausrichtete. Diese 
anisotrope inverse Abstandsinterpolation berücksichtigt jeweils zehn Messpunkte inner 
halb einer Ellipse um den Gittemetzpunkt. Die Länge und Ausrichtung der Haupt- und 
Nebenachsen der Ellipse ergeben sich aus simulierten residualen Sedimenttransporten des 
Jahres 2006. Abb. 7 veranschaulicht die Verteilung von Messpunkten und Vektoren resi 
dualer Sedimenttransporte am Beispiel des Elbeästuars (rechte Abbildung) sowie die Aus 
richtung einer Ellipse anhand von Vektoren im Gegensatz zu einem metrischen Suchra 
dius (links). 
Eine Gegenüberstellung des Mediankomdurchmessers, der durch eine anisotrope und 
durch eine isotrope Shepard-Interpolation modelliert wurde, ist in Abb. 8 für den Aus 
schnitt des Elbeästuars dargestellt. Es zeigt sich, dass das gröbere Sediment im Bereich 
der Hauptrinne der Elbe durch die anisotrope Interpolation weniger gesprenkelt wirkt 
(links) als im Falle einer isotropen Interpolation (rechts).
	        
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