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Full text: Klimatologischer Eisatlas für die Deutsche Bucht (mit Limfjord) (1961-2010)

Die 30-jährigen Zeiträume 1961-1990, 1971-2000, 1981-2010 
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Abb. 43: Mittlere (nur für Winter mit Eis) und extreme Daten der maximalen Eisdicken, die in einer Eissaison an der deutschen Ostseeküste in den 30-jährigen 
Zeiträumen 1961-1990, 1971-2000 und 1981-2010 erreicht wurden 
Änderung der Eisverhältnisse im Seebereich 
(vgl. Karten auf der CD) 
Die Änderung der Eisverhältnisse auf See im Verlauf der 
Jahre ist identisch mit der Veränderung des Eisverhaltens in 
Küstennähe. 
Zusammenfassend kann man für beide Bereiche folgendes 
feststellen: 
- Die Häufigkeit des Eisauftretens hat seit 1961 kontinuierlich 
abgenommen, besonders stark im Seebereich der west 
lichen Ostsee und östlich von Bornholm. Die kleinste Wahr 
scheinlichkeit wurde in den letzten 30 Jahren registriert. 
Auch die Häufigkeit des Auftretens von für die Schifffahrt 
schwierigen Eises (Bedeckung > 7/10 und Dicke >10 cm) 
hat entsprechend abgenommen, aber in starken und sehr 
starken Eiswintern muss weiterhin mit schwierigen Eisver 
hältnissen und erheblichen Schifffahrtsbehinderungen ge 
rechnet werden. Obwohl gegenwärtig eine Tendenz zu mil 
deren Eiswintern besteht, ist im Bereich der westlichen und 
südlichen Ostsee auch in Zukunft mit dem Auftreten von 
starken bis extrem starken Eiswintern zu rechnen (Vavrus 
et al., 2006; Kodra et al., 2011). 
- Die Eisbildung im Frischen und Stettiner Haff beginnt nor 
malerweise zwischen dem 10. und 20. Dezember, in den 
inneren Gewässern um den 1. Januar, im Seebereich der 
westlichen Ostsee und an der polnischen Außenküste Mitte 
Januar, in der Pommerschen Bucht Anfang Januar. Es sind 
keine große Änderungen im mittleren Beginn der Eisbildung 
in den verschiedenen analysierten Zeiträumen zu verzeich 
nen. Im Mittel verschwindet das letzte Eis in den inneren 
Abschnitten der Küste Ende Februar/Anfang März, auf See 
kann noch Mitte März Resteis auftreten. Am längsten blieb 
das Eis an der Küste im Zeitraum 1961-1990 liegen, in 
den letzten 30 Jahren wurden die Küstengewässer etwa 
10 Tage eher eisfrei. Auf See sind für diesen Parameter 
keine Änderungen zu sehen, in der westlichen Ostsee ist 
sogar eine leichte Tendenz zu einem späteren Termin fest 
zustellen. Die Extremwerte zeigen einen leichten Trend zum 
früheren Beginn in den Küstengewässern und zum späte 
ren Beginn in der Pommerschen Bucht, die Daten für das 
späteste Ende haben sich nicht verändert. 
- Die Anzahl der Tage mit Eis nimmt von Ost nach West und 
von den inneren Gewässern zum Seebereich ab, eine 
leichte Tendenz zur Abnahme der Tage mit Eis im Vergleich 
zu den letzten 30 Jahren ist zu erkennen. Die maximale An 
zahl der Tage mit Eis wird in besonders kalten und langen 
Wintern erreicht. In jeder betrachteten 30-jährigen Periode 
ist mindestens ein eisreicher Winter zu finden, z. B. 
1962/63, 1978/79, 1995/96. Eine signifikante Abnahme 
(30 Tage) wurde nur im Seebereich westlich und östlich von 
Bornholm im Zeitraum 1971-2000 beobachtet. In der 
30-jährigen Periode 1981-2010 wurden in sehr kalten Win 
tern eine fast gleiche maximale Anzahl der Tage mit Eis wie 
im Zeitraum 1971-2000 erreicht. 
- In allen Wintern in den analysierten Zeiträumen hat die Eis 
bedeckung etwa um 10 % vom Zeitraum 1961 -1990 zum 
Zeitraum 1981-2010 abgenommen. Besonders deutlich 
zeigt sich dieser Trend für den Seebereich der westlichen 
Ostsee. In den Wintern mit Eisvorkommen variiert die Eis 
bedeckung von 100% in den Küstenbereichen bis 75% 
auf See und bleibt in allen Gebieten etwa vergleichbar. Die 
maximale Eisbedeckung hat sich im betrachteten Zeitraum 
kaum verändert. 
- In den Wintern mit Eisvorkommen wird das Eis in ge 
schützten Küstengewässern im Mittel 10-20 cm, im größ 
ten Teil des Seegebiets 5-20 cm dick. In besonders kalten 
und langen Wintern muss man in einigen Abschnitten mit 
Eisdicken bis zu 50 cm rechnen. Die maximalen Eisdicken 
bis zu 70 cm traten im Bereich der Kieler und Lübecker 
Bucht, sowie in den Gewässern um Rügen meist im Zeit 
raum 1961-1990 auf. Die Eisdicken erreichten im Winter 
1962/63 im Stettiner Haff, in der Puck-Bucht und im 
Frischen Haff Werte von 64 cm. Ab 1971 bis heute wurden 
Eisdicken von maximal 50 cm, im Seegebiet nördlich von 
Rügen von maximal 30 cm gemessen. 70 cm wurden nur 
im extrem starken Eiswinter 1962/63 beobachtet. Diese 
Dicke entstand in den westlichen Teilen der oben genann 
ten Gewässer durch Zusammenschieben und Zusammen 
frieren des Eises (ausgeprägte Hochdruckwetterlagen über 
Osteuropa bringen mit auffrischenden Ostwinden sehr 
kalte Luft nach Westeuropa).
	        
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