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weit eine Sandzunge, die ungefähr 1.s Met. über. Hochwasser ist; auf dem
Ende derselben stehen einige Hütten. Von der Ostspitze der Einfahrt soll sich
ein Riff beinahe 1 Seem. weit in nördlicher Richtung erstrecken. .
An dem linken Ufer des Flusses, ungefähr 2 Seem. innerhalb der Mün-
dung liegt der Ort Esmeralda; bei demselben sind einige niedrige sumpfige
Inseln, die alle dicht mit Mangroven bewachsen sind. Die Einwohnerzahl des
Ortes beträgt ungefähr 1200 (1876). Die Dampfer der „Pacific Steam Navi-
gation Company“ laufen diesen Ort alle Monat einmal auf ihrem Wege an,
Einen Ankerplatz findet man bei der Flussmündung auf 14.6 bis 18.3 Met.
Wasser, Schlammgrund, wenn man die Spitze Gorda in SW und die Spitze
Coqwito in SE peilt. Von dem Ankerplatzo flacht das Wasser allmälig bis auf
5.5 Met. ab; die letztere Tiefe ist !/s Seem. vom Strande entfernt.
10. Hafen Tumaco;') Neu Granada. Der Navigating-Lieutenant
T..H. Smith von I. Br. M. S. „Albratoss“, 1876, berichtet, dass diejenigen
Schiffe, welche durch das südliche Fahrwasser nach dem Ankerplatze im Hafen
von Tumaco segeln, die SE-Spitze der Insel El Morro etwas frei am Steuer-
bordbug halten müssen, sobald sie die Spitze Vernicita passirt haben. Die
SE-Spitze der Insel El Morro.kann man in einem Abstand von einer Kblg.
passiren; sobald ein Haus mit rothem Dache ungefähr in der Mitte der Stadt
in Sicht: kommt, ‘muss man auf die Stadt zu steuern und dabei sich im Mitte-
Fahrwasser, mehr nach der Seite der Insel £l Morro zu, halten. Das Haus mit
dem rothen Dache ist aber nicht mit einem kleinen Hause, welches gleichfalls
ein rothes Dach hat und dicht am Südende der Stadt steht zu verwechseln.
Von der Spitze El Morro Chico, der SW-Spitze der Insel X! Morro, muss
man beim Umsteuern !/z Kblg. abbleiben und kann dann ankern wo es einem
gefällt. Im Hafen Tumaco müssen die Schiffe sich verteien, SC
Das nördliche Fahrwasser nach dem Ankerplatze wird von den Dampfern
der „Pacific Steam Navigation Company“ bei Hochwasser-Springzeit benutzt.
In demselben ist zu der Zeit eine Wassertiefe nicht unter 5.s Met.
Die Einwohnerzahl von Tumaco betrug 1876 ungefähr 1100 Seelen.
Die Hafenzeit daselbst wurde von I. Br. M. S. „Albatross“ im Februar
1876 zu 3% 15%in. bestimmt und die Fluthhöhe bei Springzeit betrug 3.7 Met.
11. Beschreibung des Hafens Huadei und der Spitze Galera,
mit dem daselbst errichteten Leuchtthurm. Chile. Nach der von dem
Hydrographischen Amte zu Santiago am 26. Juni d. J. herausgegebenen „No-
ticias hidrograficas“ No. 21 hat der Fregatten-Capitain Domingo Salamanca,
Commandant des chilenischen Kanonenbootes „Covadonga“, Nachstehendes über
den Hafen Huadei und über die Spitze Galera?) berichtet:
„Hafen Huadei. Die Küste zwischen der Spitze Falsa und dem nörd-
lichsten Theile der Spitze Galera bildet eine 3'/2 Kilomet. lange und 700 Met, tiefe
Bucht. Die Wassertiefen zwischen. den beiden Endpunkten der Bucht betragen
20—922 Met; und nehmen dieselben nach der Küste zu allmälig ab. Die Küste ist
felsig und von Klippen, auf denen die See ununterbrochen heftig brandet, ein-
gefasst, so dass ein Landen an derselben unmöglich ist. In der Südecke der
Bucht liegt der kleine Hafen Huadei, der einzige Landungsplatz in dieser
Bucht. Derselbe ist von, mit. Vegetation bedeckten niedrigen Bergen um-
geben, welche an verschiedenen Stellen so weit vom Ufer zurücktreten, dass
sich zwischen den Bergen und der See ein schmaler weisser Sandstrand be-
Ändet. An diesem Strande können bei gutem Wetter kleine Fahrzeuge leicht
landen. Die Wassertiefe im Hafen beträgt 13 bis 5 Met., letztere Tiefe ist
nahe am Ufer. Für die in demselben ankernden Schiffe ist die unaufhörlich
einsetzende hohe Dünung aus SW .sehr unbequem; es empfiehlt sich für die-
selben ein Anker achteraus zu bringen, um den Bug gegen die See halten zu
können. Der beste Ankerplatz für kleine Segelschiffe und Dampfer ist im
SW-Theil des Hafens ziemlich nahe am südlichsten Strande, zwischen 2 hervor-
springenden kleinen felsigen Landspitzen, auf 5 Met. Wasser und gut haltbarem
Sandgrunde. Auf diesem Platze ist es nicht nothwendig ein Anker achteraus
zu bringen oder das Schiff hinten am Lande zu verteien. Grössere Segel-
;) Findlay a. a. O. pag. 223, South-America Pilot, Part.. IT, pag. 394.
2) The South-America-Pilot, Part, II. 1875, pag. 221,