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Full text: Klimatologischer Eisatlas für die Deutsche Bucht (mit Limfjord) (1961-2010)

50-jähriger Zeitraum 1961-2010 
79 
Mittel, Tage Mittel, Länge■ Max. Tage ■ Max. Länge 
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Abb. 29: Mittlere und extreme Daten für die Anzahl der Tage mit Eis und Länge der Eissaison an der deutschen Ostseeküste 
Mittel (alle Winter) ■ Mittel (Winter mit Eis) Maximum 
70 
Abb. 30: Mittlere und extreme Daten für die während eines Winters erreichte maximale Dicke des ebenen Eises an der deutschen Ostseeküste 
Im Mittel, bezogen nur auf Winter mit Eisvorkommen, wächst 
das Eis in den deutschen Küstengewässern während einer 
Saison bis auf eine Dicke von 10-20 cm an. Die maximalen 
Werte der Eisdicke wurden im extrem starken Eiswinter 
1962/63 erreicht und betrugen zwischen 40 und 70 cm. 
Die tägliche Häufigkeit des Eisauftretens im Verlauf eines 
Winters in verschiedenen Bereichen der deutschen Ostsee 
küste ist in Abb. 31 dargestellt. Die Häufigkeitsverteilungen 
zeigen zwei Maxima für fast alle untersuchten Bereiche unab 
hängig von den Beobachtungsgebieten. Entsprechend dem 
meteorologischen Charakter eines Winters in unserem Klima 
ist der Eiswinter nicht nur durch eine Eisperiode gekenn 
zeichnet, sondern die Frostperioden wechseln sich mit Tau 
wetterperioden ab, in welchen große Teile der Küste eisfrei 
werden. Gewöhnlich bricht die erste kurze Eisperiode schon 
im Dezember auf. Erst im Januar bzw. Anfang Februar folgen 
die Frostperioden, in denen sich starke Eisdecken ausbilden, 
die mehrere Wochen bestehen bleiben können. Am wahr 
scheinlichsten ist Eis in den inneren Gewässern in der zwei 
ten Januardekade anzutreffen, das zweite Maximum liegt 
zwischen dem 21. Februar und dem 1. März. Der Höhepunkt 
des Eiswinters fällt im Seegebiet auf die dritte Dekade des 
Februars. 
In Abb. 32 wird die Verteilung der Eisbedeckung und der Eis 
dicken in den Wintermonaten für die analysierten Stationen 
gezeigt. 
Die äußere Kurve stellt die tägliche Vereisungshäufigkeit dar. 
Im Zeitraum 1961-2010 wurde dichtes bis kompaktes Eis 
mindestens genau so oft gemeldet, wie lockeres bis sehr 
lockeres Treibeis. Nur in geschützt liegenden Gewässern so 
wie Schlei, Stettiner Haff oder Greifswalder Bodden, ist der 
Anteil der Eisbedeckung größer als 8/10. Der größte Teil der 
Eisdaten enthält Eisdicken unter 30 cm. Nur in starken bis 
sehr starken Wintern sind höhere Dicken zu verzeichnen. Die 
maximalen Dicken des ebenen Eises, die im extrem starken 
Eiswinter 1962/63 beobachtet wurden, erreichten Werte von 
64 cm. Durch Eisaufbruch und nachfolgende Eisaufschiebun 
gen oder durch Eispressungen können die Eisdicken inner 
halb kurzer Zeit bedeutend größere Werte (Größenordnung 50 
bis 100 cm) als beim thermisch bedingten Zuwachs errei 
chen. Bei dem Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Um 
stände (Eisaufbruch, entsprechende Strom- und Windrich 
tung) entstehen in einigen Bereichen außerhalb der Küste 
sehr schnell Barrieren mit einer Höhe bis zu 3 m.
	        
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