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Volltext: Klimatologischer Eisatlas für die Deutsche Bucht (mit Limfjord) (1961-2010)

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Klimatologischer Eisatlas 
Mittel (alle Winter) ■ Mittel (Winter mit Eis) ■ Maximum 
Abb. 27: Mittlere und extreme Daten für die Anzahl der Tage mit Eis an der südlichen Ostseeküste 
Relativ hohe Zahlen für die mittleren Tage mit Eis im Seege 
biet erhält man, wenn für die Berechnung dieses Parameters 
nur die Winter mit Eis berücksichtigt werden. In den meisten 
Wintern wird der Wärmevorrat der offenen Seegewässer nicht 
aufgebraucht, und die Eisbildung bleibt aus. Nur in sehr kal 
ten Wintern mit langanhaltenden Frostperioden kommt es zur 
Vereisung des der Küste vorgelagerten Seegebietes. In die 
sem Fall ergeben sich im Mittel etwa 30 Tage mit Eis. Die 
günstigsten Eisverhältnisse sind in den inneren westlichen 
Bereichen Untertrave und Unterwarnow sowie in der Danzi- 
ger Bucht anzutreffen. Hier wurden im Mittel 25 Tage mit Eis 
beobachtet. Die vom Austausch mit dem Seewasser weitge 
hend ausgeschlossenen Gebiete Stettiner Haff und Frisches 
Haff weisen durchschnittlich 60 und 83 Tage mit Eis auf. In 
extrem starken Eiswintern wurden in diesen Bereichen 130- 
150 Tage mit Eis registriert. 
Mittel (alle Winter) Mittel (Winter mit Eis) ■ Maximum 
150 
Abb. 28: Mittlere und extreme Daten für die Länge der Eissaison an der deutschen Ostseeküste 
Der Zeitabschnitt zwischen dem ersten und dem letzten Eis 
auftreten in einem Beobachtungsbereich und in einem Winter 
wird als Länge der Eissaison bezeichnet. Die Differenz zwi 
schen diesem Parameter und der Anzahl der Tage mit Eis 
deutet auf eisfreie Abschnitte im betrachteten Gebiet wäh 
rend des Winters hin. Je größer die Differenz, desto mehr eis 
freie Abschnitte wurden registriert, oder desto länger war der 
zeitliche Abstand zwischen den Vereisungsperioden. Für die 
Gebiete der westlichen und südlichen Ostsee ist diese Größe 
aussagekräftiger als z. B. Beginn/Ende des Auftretens des 
Festeises. An den Außenküsten im Südteil der Ostsee ist im 
Gegensatz zu den nördlichen Ostseegebieten die Existenz 
einer Festeisdecke, die sich bildet und auch längere Zeit 
liegen bleibt, ein sehr seltenes Ereignis. 
Auch in den inneren Gewässern kann sich das Festeis mehr 
mals während eines Winters bilden und verschwinden. Im 
Mittel dauert die Eissaison in den inneren Fahrwassern etwa 
40 Tage im Westen und 70 Tage im Osten der deutschen 
Küste. Im Seegebiet ist sie etwa 40 Tage lang. In den meisten 
inneren Gewässern ist die Anzahl der Tage mit Eis in den 
extrem starken und sehr starken Eiswintern der Länge der 
Eissaison gleich. In vielen Wintern besteht aber die Eissaison 
aus mehreren Perioden entsprechend dem Temperaturverlauf 
in der Region. Diese Tatsache spiegelt sich in der Differenz 
beider Parameter, die zwei bis drei Wochen betragen kann, 
wider, vgl. Abb. 29 und die Tabellen 7-12 auf CD.
	        
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