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Full text: Klimatologischer Eisatlas für die Deutsche Bucht (mit Limfjord) (1961-2010)

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Klimatologischer Eisatlas 
11.04.1963 
10°E 11 °E 
12°E 
13°E 
14°E 
15°E 
16°E 
17°E 
18°E 
19°E 
10°E 
11 °E 
12°E 
13°E 
14°E 
15°E 
16°E 
17°E 
18°E 
19°E 
55 °N 
54 °N 
11.04.1987 
10°E 
11 °E 
12°E 
13°E 
14°E 
15°E 
16°E 
54 °N- 
Ice Symbols 
m Rafted ice 
* Hummock 
“ Ridged ice 
= Ice barrier 
* Crack 
E3 Ice thicknesd 
17°E 
18°E 
Roz 
;wie 
Ice Concentration 
I I Open water 
I | Very open ice 
I I Open ice 
Close ice 
Compact ice 
New ice 
Level ice 
Fast ice 
□ 
-+- 
19°E 
Gdansk 
55 °N 
54 °N 
10°E 11 °E 12°E 13°E 14°E 15°E 16°E 17°E 18°E 19°E 
Abb. 20: Eisverhältnisse in der westlichen und südlichen Ostsee am 11. April im extrem starken (1962/63) und sehr starken (1986/87) Eiswinter 
Temperaturverhältnisse in einem extrem 
starken (1962/63), sehr starken (1986/87) und 
mäßigen (2010/11) Eiswinter 
Die Vereisung der Gewässer in der westlichen und südlichen 
Ostsee hängt hauptsächlich von der Dauer und Stärke des 
Frostes sowie von der Anzahl und Länge der Eisperioden ab. 
Wann die Eisbildung anfängt, hat wenig Bedeutung auf den 
weiteren Verlauf des Winters. Wenn die Eisbildung sehr früh 
beginnt, bedeutet das nicht, dass der Eiswinter stark oder 
sehr stark sein wird. In den Abb. 21-23 ist die Änderung der 
Lufttemperatur in den Wintermonaten des extrem starken 
(1962/63), sehr starken (1986/87) und mäßigen (2010/11) Eis 
winters für die Stationen Schleswig, Rostock-Warnemünde 
und Greifswald dargestellt. In den Tabellen 2-4 sind die 
Monatsmittelwerte der Lufttemperatur und deren Abweichun 
gen vom Klimamittel 1961-1990 zusammengefasst. Die Tem 
peraturentwicklung in den drei Wintern verläuft unterschied 
lich und ist ausschlaggebend für die produzierte Eismenge. 
Im extrem starken Eiswinter 1962/63 lagen die Tagesmittel 
der Lufttemperatur noch bis Mitte Dezember im positiven 
Bereich. Danach gab es eine durchgehende Kälteperiode mit 
Dauerfrost, die erst Anfang März endete. Die Tagesmitteltem 
peraturen in dieser Periode lagen meist zwischen -5 und 
-10 °C, nachts oft darunter. In diesem Winter dominierten die 
Wetterlagen, die zu rascher Eiszunahme führen, z. B. Hoch 
über Skandinavien und dem Nordmeer. Häufige Vorstöße 
arktischer Polarluft bis nach Mitteleuropa begünstigten die 
Eisproduktion. Die Eisdicke in den Küstengewässern nahm 
ständig zu, die Eislage auf See änderte sich nur wind- und 
strömungsbedingt. Erst mit der Umstellung der Großwetter 
lage Anfang März war der Höhepunkt des Winters im Bereich 
der deutschen Küste überschritten. Unter dem Einfluss der 
warmen südwestlichen Luftströmung begann von Westen her 
der langsame Eisrückgang, der bis Anfang April dauerte. Im 
sehr starken Eiswinter 1986/87 gab es zwei für die Eisbil 
dung relevante Kälteperioden. Die erste dauerte, mit einer 
kurzen Unterbrechung um den 25. Januar, von Anfang Januar 
bis Anfang Februar. In der Zeit vom 10. bis 17. Januar wurde 
das Wetter von einer von Nordrussland bis zum Europäischen 
Nordmeer reichenden Hochdruckzone, vom 28. Januar bis 
2. Februar von der aus Nordeuropa eingeflossenen kontinen 
talen Polarluft bestimmt. Im Januar entsprachen die Werte 
der Lufttemperatur den Januarwerten des extrem starken 
Winters 1962/63, teilweise war es kälter. Die Eisbildung in der 
westlichen Ostsee begann Anfang Januar, später als durch 
schnittlich und erreichte ihren ersten Höhepunkt am 2. Feb 
ruar. Während der anschließenden intensiven Tauwetterperi- 
ode, die zwei Wochen dauerte, blieb das morsch gewordene 
Eis in den inneren Bereichen liegen, die Außenküste und der 
Seebereich wurden aber vollständig eisfrei. Verantwortlich für 
die zweite Kälteperiode zwischen Mitte Februar und Mitte 
März war, wie im Januar, ein über Fennoskandinavien und 
Nordrussland liegendes Hochdruckgebiet. In den vier 
Wochen der zweiten Kälteperiode herrschte vorwiegend 
leichter bis mäßiger Frost vor, trotzdem wurde der Höchst 
stand der Eisentwicklung im Winter 1986/87 am 6. März er 
reicht, da die Gefrierbereitschaft der im Februar eisfrei gewor 
denen Gewässer sehr hoch war, was zu rascher Eisbildung 
führte. So kam es Anfang März zu kurzzeitiger nahezu völliger 
Eisbedeckung der Ostsee westlich von 16° O (Koslowski, G., 
Dt.hydrogr. Z. 40, 1987, Heft 3).
	        
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