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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Immler, W.: Über die Verwendbarkeit vierstelliger Zahlentafeln in der nautischen Astronomie. 439 
Über die Verwendbarkeit vierstelliger Zahlentafeln in der nautischen 
Astronomie. 
Yon W. Immler, Elsfleth. 
1 
Es kann als ein Vorteil angesehen werden, wenn bei irgendeiner Rechnung, 
bei der mehrere Zahlen zu vereinigen sind, diese Zahlen nicht unnötig über ein 
gewisses, für das Auge noch übersichtliches Maß hinausgehen. Je weniger Ziffer- 
gruppen die Zahl umfaßt, desto leichter fällt dem Rechnenden die Rechenoperation: 
Niemand denkt daran, wo ihm die bequemer. ABC-Tafeln zur Verfügung stehen, 
die Berechnung des Azimuts mit irgendeiner trigonometrisch -logarithmischen 
Formel durchzuführen. 
Was die nautische Astronomie vom Rechner verlangt, ist die Gewährleistung 
einer Genauigkeit von 1’, d. h. die Rechnung soll in das Resultat keinen größeren 
Fehler als eine Unsicherheit von 1’ hineinbringen, Eine größere Genauigkeit er- 
zielen zu wollen, hat auf einem Schiffe in Fahrt keinen Zweck, weil die Orts- 
veränderung zu schnell ist und die gegebenen Größen auch mit keiner größeren 
Genauigkeit behaftet sind. . 
Man ist gewohnt, die nautischen Rechnungen mit Hilfe von Logarithmen, 
und zwar fünfstelligen Logarithmen, durchzuführen. Die Benutzung fünfstelliger 
Logarithmentafeln ist entschieden eine hinreichende Bedingung für die ge- 
forderte Genauigkeit des Resultats, Es frägt sich nur, ob die Benutzung fünf- 
stelliger Tafeln auch ‚eine notwendige Bedingung für die Genauigkeit des 
Resultats ist, oder ob vierstellige Tafeln dieselbe Leistungsfähigkeit haben. 
Um zunächst die Leistungsfähigkeit vierstelliger Logarithmen zu unter- 
suchen, möge die Fragestellung so lauten: Da die Anderung des Logarithmus 
nicht proportional mit der Änderung der Zahl ist, sondern mit wachsender Zahl 
immer kleiner wird, so frägt es sich, von welcher Zahl a an eine Änderung der 
Zahl um eine Einheit nicht mehr eine Änderung des Logarithmus um mehr als 
eine Einheit der vierten Dezimale hervorruft, oder 
log nat (a 4 1) — log nat a > 0.0001 
} 
log nat(45.1) = Jognat (1 +) 0.0001 
oder in Reihenentwicklung ; 
1 17/1\ 1/1\ 
AIG) ers 0.0001 
endlich in Beschränkung auf das erste Glied 
+ > 0.0001; a < 10000. 
Bei Benutzung vierstelliger natürlicher Logarithmentafeln gibt also die 
vierte Stelle der Mantisse immer noch eindeutigen Aufschluß über die vierte 
Stelle der Zahl selbst, 
Anders jedoch wird die Sache, wenn es sich um die Benutzung der ge- 
wöhnlichen Briggschen Logarithmen handelt. Da 
logx = a — log nat x 
ist, so geht die obige Bedingung, die jetzt so heißt: 
ı log(a +1) — log a > 0.0001 
über in die Bedingung 
— log nat (a + 1) — U log nat a > 0,0001 
„dar 
“> 0.000230258 .... 
A 
‚348.
	        
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