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Zwischenbericht StUKplus
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28.02.2012
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Anzahl der Beobachter bei Schiffszählungen
Für die Erfassung von Seevögeln von Schiffen aus sind laut StUK 3 zwei Beobachter pro
Zählseite einzusetzen. Wie schon bei Garthe et al. (2002) angesprochen, muss in Gebieten
mit bekannten Seetaucher- und Meeresentenvorkommen regelmäßig bzw. kontinuierlich mit
dem Fernglas weit vor dem Schiff nach auffliegenden Vögeln gesucht werden. Insbesondere
bei Untersuchungen in der Ostsee im Winterhalbjahr sollte daher der verpflichtende Einsatz
eines dritten Beobachters festgeschrieben werden, da nur so gewährleistet werden kann,
dass gleichzeitig auch Arten wie Alken, Lappentaucher und Möwen neben dem Schiff voll
ständig erfasst werden.
Abgrenzung der Zähltransekte
Bei den Schiffserfassungen ist dringend auf eine akkurate räumliche Abgrenzung des
Zähltransektes (meist 300 m pro Zählseite) zu achten, da eine falsche Transektstreifenab-
schätzung die Ergebnisse deutlich beeinflusst. Hilfsmittel wie Schieblehren oder Lineale,
anhand derer für jeden Beobachter und jede Beobachtungsplattform eine Abgrenzung des
Zähltransektes vorgenommen werden kann (siehe Fleinemann 1981), haben sich dabei gut
bewährt. Ihr regelmäßiger Einsatz sollte im Untersuchungskonzept dringend nahegelegt
werden. Soll auf Basis einzelner Untersuchungen eine Berechnung von Korrekturfaktoren
zur Dichtekorrektur schwimmender Vögel erfolgen, so sind derartige Hilfsmittel auch zur
möglichst genauen Abschätzung der Untereinheiten (Transektbänder A-D) und somit zur
richtigen Zuordnung schwimmender Vögel zu den verschiedenen Bändern bei diesen Unter
suchungen so oft wie möglich einzusetzen.
Sollen auch für die Flugzeugzählungen Korrekturfaktoren berechnet werden, so muss, in
Abwandlung zu Diederichs et al. (2002), eine Einteilung des Zähltransektes in drei anstelle
von zwei Bänder erfolgen.
Folgende neue Einteilung der Transektbänder bietet sich dazu an:
• Band A: 60° bis 40°
• Band B: 40° bis 25°
• Band C: 25° bis 10°
zusätzlich:
• Band D: 85° bis 60°, d.h. unter dem Flugzeug (nur bei nach außen gewölbten
„bubble Windows“ möglich).
• „außerhalb“: 10°bis 3°
Erfassung von Verhaltensweisen bei Schiffszählungen
Die Erfassung von Verhaltensweisen von Seevögeln bei der Untersuchung von Schiffen aus
ist im StUK 3 noch nicht detailliert festgeschrieben. Wie die gemeinsamen Auswertungen
von Daten zu Seevögeln für das ökologische Effektmonitoring am Testfeld zeigen, wird eine
Protokollierung der Verhaltensweisen im Rahmen von StUK 3 bisher auch kaum vorgenom
men. Im Rahmen von TESTBIRD liegt ein Schwerpunkt auf der Beobachtung der Verhal
tensweisen von Vögeln innerhalb und außerhalb des Testfeldes. Der Verhaltenskatalog nach
Camphyusen & Garthe (2004) wurde weiterentwickelt und findet umfassend Anwendung, um
die Funktionalität von Gebieten für Seevögel (Nahrungsgebiet, Rastgebiet, Durchzugsge
biet) zu beschreiben sowie Störeinflüsse (beispielsweise durch Schiffsverkehr) darzustellen.