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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1896.
Bird Island gesetzt und nach Passiren desselben NNO*20O parallel der Küste
gesteuert. Am 26. März, 8" a wurde Land gemacht. Da in den letzten 2 Tagen
heftige Südwest- bis Südsüdwestwinde geweht hatten, aufserdem im „Africa Pilot“
für diese Gegend 1 bis 1,5 Sm Nordnordweststrom angegeben wird, jedoch unter
Berücksichtigung des Umstandes, dafs im Januar hier südlicher Strom vorge-
funden worden war, wurde bei der Ansteuerung der Pelikan-Spitze mit 0,5 Sm
Nordstromversetzung gerechnet. Die in Sicht kommende Küste erwies sich jedoch
als das niedrige Land nördlich von D’Ilhoe, so dafs keine Stromversetzung statt-
gefunden haben konnte.
Die im „Africa Pilot“ angegebene Bake, 7,5 Sm unterhalb der Pelikan-
Spitze, wurde auf 3 Sm gesichtet. Sie besteht aus einem Steinhaufen, worin eine
nach Süden gebogene grofse Walfischrippe und ein kurzer Pfahl stecken. Die
Rippe scheint an dem Pfahl befestigt zu sein. Während S. M. S. „Sperber“ in
ca 2 bis 3 Sm Entfernung längs der Küste nordwärts fuhr, wurde eine sehr
starke Brandung an der Küste bemerkt; sie war an Bord trotz des leichten auf-
landigen Windes und des Geräusches im Schiff deutlich auf die angegebene Ent-
fernung zu hören.
Um 1: Uhr wurde in Walfisch-Bai geankert, die Bake der Pelikan-Spitze
in NNW°AW 2,0 Sm ab, in 9 m Wasser, Wiederum stellte sich beim KEinlaufen
heraus, dafs auf der deutschen Karte von 1888 die Häuser der Ansiedelung zu
östlich liegen, und zwar mülfste der Kirchthurm wenigstens 0,5 Sm rechtweisend
westlicher eingezeichnet sein.
Die Pelikan-Bake trägt ein rautenförmiges weißsgemaltes Toppzeichen, das
bei hellem Hintergrund und selbst beleuchtet oft nicht zu sehen ist und die Ab-
standsbestimmung durch Höhenwinkelmessung erschwert; aulserdem scheint die
angegebene Höhe der Bake, 9 m, nicht richtig zu sein.
Da in Walfisch-Bai regelmäfsig nachmittags zwischen 1 Uhr und 6 Uhr
eine Südwest- bis Westsüdwest-Seebriese wehte, die sich bis zur Windstärke 5
steigerte und einen nicht unerheblichen Seegang erzeugte, so wurde der erste
Ankerplatz aufgegeben und in der Peilung &z0'20 1,9 Sm vom Kirchthurm ein
anderer eingenommen. Von hier aus war der Bootsverkehr bequemer, da die
Boote mit halbein Wind an Land und zurück segeln konnten.
2. Wind, Wetter, Strom. Der Wind war während der Fahrt Nord
bis NE, Stärke 1, jedoch lief, da es während der letzten 2 Tage mit Stärke
6 bis 8 aus SW geweht hatte, eine hohe Südwestdünung. Die Temperatur wurde
gleichmäfsiger, sank insbesondere des Nachts nicht so tief, sie schwankte zwischen
17 und 21°, Das Wetter war diesig, stellenweise fiel Staubregen.
Strom wurde nur beim Auslaufen aus Angra Pequena für die Dauer von
5 Stunden bemerkt und zwar N31°W, 1 Sm pro Stunde,
C. Walfisch-Bai — Rock-Bai und zurück.
1. Kurse und Küste. Am 3. April 8a, verließ S. M. S. „Sperber“
Walfisch-Bai und dampfte mit NNO',O-Kurs nach Swakop-Mund, wo um 10 Uhr
geankert wurde. Ein guter Ankerplatz befindet sich in der Deckpeilung:
Schuppen am Strand in eins mit den Wörmann’schen Lagerhäusern, in 13 bis
14 m Wasser. Die Brandung war gut. Die alte (nördliche) Anfahrtsbake ist
weggenommen, die neue besteht aus einer schwarz-weifs-roth gemalten Stange
mit einem Dreieck, Spitze nach unten, als Toppzeichen. Diese Bake, mitten
zwischen beiden Lagerhäusern gehalten, giebt die Richtung, in welcher man sich
von aufsen der Brandung zu nähern hat; man passirt alsdann die Brandung ohne
Rücksicht auf die Bake in der Laufrichtung der Brecher senkrecht zum Strande.
Da sich indessen die Anfahrtsrichtung von Zeit zu Zeit verschiebt, so ist es am
praktischsten, sich die Landestelle erst zeigen zu lassen.
1» 30” p Anker gelichtet und längs der Küste nach Rock-Bai gesteuert.
Daselbst wurde um 4" p in der Peilung: Strand Bake O0SO ca 2000 m ab, auf
15 m Wasser geankert,
Beim Ankern wurde festgestellt, dafs die Wassertiefen aufserhalb des
Riffs schnell von 11 auf 15 m zunehmen, wodurch sich das plötzliche Auflaufen
der See vor der Bucht erklären liefse,
An demselben und am folgenden Tage wurde die Bai ausgelothet.