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Zwischenbericht StUKplus
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28.02.2012
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Schlussfolgerung und Ausblick
Da die Dokumentation solcher Ereignisse in der Regel erschwert und oftmals methodisch
limitiert ist, ist auch die damit verbundene Abschätzung des Gefährdungspotenzials für Vö
gel auf Populationsebene bislang unmöglich.
Eingedenk dieser methodischen Schwierigkeiten und des aber gleichzeitig unzweifelhaft
bestehenden Kollisionsrisikos schlagen viele Autoren Maßnahmen zur vorsorglichen Ein
dämmung vor. Konkret sollten hierbei folgende Faktoren unbedingt Berücksichtigung finden:
Artspezifische Kennwertermittlunq zur Phänologie
• Geeignetes Datenmaterial hierfür sind Zugplanbeobachtungen für tagziehende Vö
gel. Vorhandenes Datenmaterial bezieht sich auf vorangegangene Studien (BeoFI-
N0, FINOBird, s.o.) und sollte ggf. um Datenreihen weiterer Standorte ergänzt wer
den. Hierfür bietet sich als Datenquelle z.B. Trektellen für den gesamten niederländi
schen Raum ( www.trektellen.nl) an.
• Die für das StUK erhobenen Daten zum Vogelzug von allen Antragstellern sollten
gemeinsam ausgewertet werden und in eine Modellierung des Vogelzuges in der
Deutschen Bucht münden.
• Langjährige Datenreihen zur Phänologie an Fangstationen liegen von Helgoland vor.
Auch diese sollten ggf. um Datenreihen weiterer Standorte ergänzt werden (z.B.
Blävandshuk, Dänemark).
• Wasser- und Watvogel-Zählungen im Nordseeküstenbereich sind ebenso erforder
lich. Dieses Datenmaterial könnte über die Nationalpark-Datenbanken abgerufen
werden.
• Eingehen sollte weiterhin Zufallsdatenmaterial von Standorten mit hoher bis höchster
Beobachtungsaktivität zu Zugzeiten. Hierfür könnte Datenmaterial von Helgoland ge
nutzt werden, welches über die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Helgoland im
Laufe der letzten 25 Jahre zusammengetragen worden ist. So hat eine kürzlich publi
zierte Studie zum Gimpelvorkommen auf Helgoland beispielhaft gezeigt, dass für die
Analyse von Durchzugsmustern auf Helgoland auch unsystematisch erhobene Daten
mitunter gut geeignet sind.
Aus den Jahr- und Zugperiodenweise für jede Art interferierenden Zugverlaufskurven sind
die entsprechenden phänologischen Kenngrößen normalverteilter Kurven, wie z.B. Median
und Quartilengrenzen zu ermitteln. Weitere Lageparameter für Arten mit nicht normalvertei
len sondern z.B. bimodalen Zugverlaufskurven, lassen sich problemlos integrieren. Hierfür
müssen jedoch vorab adäquate Modelle zur Ermittlung des Zugmusters Anwendung finden
(z.B. BKDE, GAM, Smoother). Aus den ermittelten Kenngrößen für alle Arten lässt sich
nachfolgend eine übergeordnete „Alarmstufe“ für Vogelzug über der Nordsee ableiten.
Wetterparameter
• Für eine tagesscharfe Betrachtung und im Hinblick auf die Wetterabhängigkeit des
Vogelzugs müssen dringend in einem weiteren Ansatz und anhand der empirischen
auf FIN01 erhobenen Daten relevante Stellgrößen bestimmter Wetterparameter mo
delliert werden (z.B. Sichtweiten, Nebelereignisse, Niederschlag, Wolkenober- und
untergrenzen, Luftdruckverhältnisse sowie Windgeschwindigkeit und -richtung).
• Über die weitere Integration entsprechender Wetterdaten potenzieller Aufbruchsge
biete der Vögel lässt sich die Modellschärfe stark erhöhen. Konkret bedeutet dies,