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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Marifimen Meteorologie, Febrnar 1895, 
so aufgebaut worden, dafs sie vom Aufsenhafen aus nicht gesehen werden konnte. 
Sie mußte um etwa 100 m weiter nördlich versetzt werden. 
Durch beide Vorfälle entstand eine Verzögerung in der Triangulirung, 
Am 8. Oktober war dieselbe beendet, und wurden nun nach jedesmaliger Aus- 
gleichung der Winkel und Berechnung der Dreiecksseiten, Dreiecke und die 
rechtwinkligen Koordinaten berechnet. 
Der Nullpunkt des Koordinatennetzes bildete die Mitte des südlich der 
Basis erbauten steinernen Observationspfeilers. Sein N-Meridian diente als 
+ X. Achse, und zeigte infolgedessen die Y-Achse nach Ost. Zur Orientirung 
des Netzes war zuvor mittelst eines Universal-Instrumentes das Azimuth „Obser- 
vationspfeiler—Ras Rungi“ zu 60° 10‘ 21,65“ bestimmt. 
Die Aufnahme des Hafens geschah durch Lothungen vom Dampfkutter 
aus. Die Position des Bootes wurde vom Boote aus durch Winkelmessung be- 
stimmt, und bei dem Ablothen der in der Mündung des Lindi-Flusses gelegenen 
Bank erfolgte die Bestimmung der Position durch Theodolitschnitte. 
Es wurden zunächst rw. Ost— West laufende Linien im Abstande von 
250 m gelegt, dann hierzu rechtwinklige in gleichem Abstande. Die Kreuzungs- 
punkte gaben eine genaue Kontrole der gemachten Lothungen. Beim Ablothen 
der Bank wurden Ost—West-Linien in etwa 50 m Abstand und zwischen diesen 
Zickzacklinien nach Bedarf gelegt. 
Die ausliegenden Seezeichen wurden während des Lothens durch Winkel- 
messung bestimmt. Die flachen Stellen nördlich der Bojen A und B wurden 
noch besonders abgelothet, ebenso das Fahrwasser zwischen Boje A und Ras 
Rungi. Zur Reduktion der Tiefen war ein Pegel an der Landungsbrücke er- 
richtet worden. Derselbe war während des Lothens stets besetzt, und aufserdem 
wurde an demselben Hoch- und Niedrigwasser beobachtet. 
Während der Vornahme der Lothungen wurden gleichzeitig die Küsten- 
konturen festgelegt. Es geschah dies durch Kompafszüge, welche von den süd- 
lichsten Punkten, Stationen „Dorf“ und „Bord“, nach den äufsersteu, Ras Ecka- 
pahpah und Ras Nongerungo, gelegt wurden. 
An bestimmten Abständen wurde von den Linien des Kompafszuges die 
Entfernung der Hochwassergrenze gemessen und so diese letztere bestimmt. 
Der Ueberschufs über die Koordinaten-Differenz wurde nach der Beendigung 
der Kompafszüge proportional ausgeglichen. Hierbei ergab sich bei dem west- 
lichen Kompafszug ein Mefsfehler, so dafs die letzte Strecke desselben wiederholt 
werden mulste. 
Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde dann in der zweiten Hälfte des 
Oktober der Stadtplan von Lindi mittelst Kompafszuges und Theodolitschnitten 
aufgenommen. 
Die höchsten Punkte des Hinterlandes wurden von verschiedenen trigono- 
metrischen Punkten aus eingeschnitten, ihre Koordinaten berechnet und ihre 
Höhe durch Winkelmessung bestimmt. 
Von magnetischen Beobachtungen wurden Variations- und Inklinations- 
Bestimmungen vorgenommen. Krstere wurden so oft wie möglich zu ver- 
schiedenen Tageszeiten und von verschiedenen Punkten aus gemacht. Letztere 
wurden nochmals vom Observationspfeiler aus beobachtet. 
Das Einfügen der Hafenkarte in die englische Karte geschah auf folgende 
Art und Weise: 
Gemäfß der Segelanweisung deckt sich der in der englischen Karte ver- 
zeichnete Observationspunkt, welcher nicht gekennzeichnet ist, mit dem Stand- 
punkt des Flaggenstocks des alten portugiesischen Forts. Dieser Punkt konnte 
durch Aussage des früheren Walis von Lindi genau ausgemacht werden, und 
wurden nun für ihn die Koordinaten unseres Koordinatensystems berechnet und 
dann für den Koordinaten-Nullpunkt die geographische Länge und Breite 
ermittelt.
	        
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