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Zwischenbericht StUKplus
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28.02.2012
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Ein Überblick über die derzeitige Datenlage ist in Abbildung 9.6 dargestellt. Da die Wartung
der Messgeräte nur alle drei Monate stattfindet, haben Verluste gravierende Folgen. Einige
der wiedererlangten Daten konnten genutzt werden, da eindeutige Ereignisse (umkippen des
PODs für längere Zeit) als Zeitpunkte des Verschleppens/Abfischens erkannt wurden.
Für die weitere Datenerhebung wird vorgeschlagen, die Wartungsintervalle nach Möglichkeit
zu verkürzen um Datenverluste zu minimieren. Da nur an Position 11 eine nahezu vollstän
dige Datenreihe vorliegt, sind die Rammzeiträume in den Jahren 2009 und der gleiche Jah
resabschnitt in 2010 erfasst worden, so dass eine statistische Analyse der Daten möglich ist.
Dass die Hauptursache des Verschwindens von Messposition im Verschleppen z.B. durch
die Fischerei zu finden ist, wurde ebenfalls dadurch belegt, dass eine Messposition bereits
innerhalb der mehrtägigen Wartungsausfahrt im Juni 2010 von einem Patrouillenfahrzeug
(Merlin Divers Guard) als driftend aufgenommen wurde. Die Position wurde sofort erneut
besetzt. An der driftenden Boje wurden weder Schäkel noch Ketten gefunden, so dass da
von ausgegangen werden muss, dass sie manuell entfernt wurden. Der zugehörige CPOD
wurde im Dezember 2010 am Strand gefunden. Er war geöffnet und das elektronische In
nenleben sowie Hydrophon entfernt worden.
Im September 2010 fand eine Ausfahrt statt, bei der durch einen Generatordefekt des KfK
„Venus“ die PODs nicht gewartet werden konnten. Verlorene Positionen konnten auf dieser
Ausfahrt aber wiederbesetzt werden.
Schweinswalaktivität
Eine Analyse der Schweinswalaktivität sollte zuerst für jede Station einzeln durchgeführt
werden. Eine Zusammenfassung verschiedener Stationen zu verschiedenen Clustern (z.B.
nach der Entfernung) ist solange willkürlich, bis nachgewiesen wird, dass Daten verschiede
ner Stationen tatsächlich zusammengefasst werden dürfen. Als Beispiel sei hier angeführt,
dass z.B. die Bathymetrie eines Gebietes zu einem Abschattungseffekt führen kann. Dann
sind weiter entfernte Stationen außerhalb der Abschattung eventuell stärker von einem
Schallereignis betroffen als näherliegende innerhalb der Abschattung. Deshalb sollten die
Messpositionen zuerst als unabhängige Messpunkte betrachtet werden. Wird in dieser Ana
lyse ein Effekt der Rammung festgestellt, so können die Erkenntnisse im nächsten Schritt zu
einem umfassenderen Bild zusammengefügt werden.
Betrachtet man die Daten der Messposition 11 (Abbildung 9.7, dp10min/d, Abstand zu
Windenergieanlagen (WEA) von 640 m - 3,2 km) so ist eine ausgeprägte Saisonalität der
Schweinswal-Registrierungen mit einem Minimum im Bereich Mai bis Juli in 2009, als auch
April bis Juni in 2010 erkennbar. Während die Registrierungen 2009 für längere Zeit nahezu
auf Nullwerte absinken und eine geringe Variabilität zeigen, sinken die dp10min/d-Werte in
2010 auch sehr stark ab, Nullwerte sind jedoch etwas seltener. Ein deutlicher Unterschied
kann anhand dieser Graphen jedoch vorerst nicht festgestellt werden.
An Position 19 (Abbildung 9.8, 7,7 km bis 9,5 km Abstand zu WEA) fehlt zwar ein Teil des
Rammzeitraumes im Juli 2009, in dem vorhandenen Bereich sind aber sehr geringe Regist
rierungsraten im Mai und Juni 2009 aufgezeichnet worden. Im direkten Vergleich zum durch
die GAM-Interpolation und zugehörige Konfidenzbereiche vorgegebenen Mittelwert ist auffäl
lig, dass nahezu alle Rammtage unter dem unteren Konfidenzintervall liegen. Nur zwei der
Registrierungsraten an Rammtagen liegen über dem oberen Konfidenzintervall, einer im
Konfidenzbereich. Dies deutet auf einen stärkeren Effekt der Rammung an der Station 19 im
Vergleich zur Station 11 hin. Bei dieser Betrachtung kann nicht ausgeschlossen werden,
dass die Saisonalität an einzelnen Stationen unterschiedlich variiert, d.h. dass kein einheitli
cher Trend zu mehr oder weniger Registrierungen festgestellt werden kann.