Zwischenbericht StUKplus (FKZ 0327689A)
28.09.2010
sene 73
Die Auswertung aller vorliegenden Daten mittels eines Verallgemeinerten Additiven Models
(Generalized Additive Model, GAM) (Abbildung 9.11) ergibt einen signifikanten negativen
Einfluss der Rammaktivität bis zu ca. 10 km in westlicher und bis zu 25 km in östlicher
Richtung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Datenlage für eine Festlegung der östlichen
Grenze statistisch noch nicht belastbar ist.
Längengrad
Abbildung 9.11: Reichweite des Effekts der Rammungen im Testfeld "alpha ventus"
auf die Habitatnutzung der Schweinswale entlang eines Ost-West-Gradienten. Die ge
strichelten Linien zeigen die 95%-Vertrauensbereiche. Die Schnittpunkte der Vertrau
ensbereiche für die Rammdaten (rote Linien) und die Zeiten ohne Rammung (schwar
ze Linien) markieren den Bereich des signifikanten Unterschieds.
Im Sommer 2009 ist an allen C-POD eine verringerte Schweinswalaktivität zu verzeichnen,
die im Herbst und Winter wieder ansteigt. Da aufgrund der Bauaktivitäten in 2009 jedoch ein
gestörter Zustand vorliegt, kann anhand der C-POD Daten bislang nicht beurteilt werden, ob
es sich bei dieser Abnahme um einen saisonalen Effekt handelt. Gleichermaßen kann noch
nicht beurteilt werden, ob der Anstieg nach Abschluss der Arbeiten (Rammarbeiten konnten
abgeschlossen werden, innerhalb des Windparks wurden aber z.B. noch Kabelverlegungs
arbeiten durchgeführt) sich einem normalen saisonal bedingten Schwankungsbereich aufhält
oder die Bauarbeiten langfristig einen Einfluss auf die Nutzung des Gebietes durch die
Schweinswale haben. Zu diesem Zweck müssen im Untersuchungsgebiet weitere Erhebun
gen während der gleichen Jahreszeiten gemacht werden (vor Beginn der Errichtung konnten
entsprechende Daten nicht gewonnen werden - Vorhabenszeitraum: ab Mitte 2008). Die
Ergebnisse der Flugzählungen deuten jedoch auf eine saisonale Entwicklung im Vorkommen
der Schweinswale hin (siehe Abschnitt "Flugsurveys").
Diese signifikante negative Korrelation ist bislang nur während der Errichtung der ersten
Anlagen im Nahbereich und in mittlerer Entfernung zum Testfeld nachprüfbar und nachge
wiesen (Abbildung 9.12). In Ermangelung von Basisdaten sowie Informationen über mögli
che andere Schallquellen (nicht WEA-bedingte Schallemissionen) ist ein Test hinsichtlich
eines kausalen Effektes der Rammungen auf die Schweinswaldaten nicht sinnvoll.
Die Daten aus dem Jahre 2009 verfügen über eine hohe Variabilität, wobei die Ursache nicht
eindeutig erklärbar ist. Für einige Zeitpunkte liegen Informationen über Schallquellen vor, für
die übrigen Zeitpunkte kann ein Auftreten von Schallemissionen jedoch nicht ausgeschlos