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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988
Auf der Januarfahrt zeigten sich vor der Rhein- und der Themsemündung und in
der Irischen See ähnlich hohe Konzentrationen wie in der Deutschen Bucht (zwi
schen 2 (ig/1 und 8 pg/1). In den offeneren Gebieten des Nordost-Atlantiks lag die
Konzentration dagegen bei nur G,4pg/1 (Abb, 21). Parallel zu diesen Messungen
war in den Wasserproben die Zahl der ölabbauenden Bakterien bestimmt worden.
Auch hierbei zeigten sich in den Flußmündungen und in der Irischen See deutlich
erhöhte Werte .
Der Einfluß der Erdölförderung in der Nordsee auf das umgebende Meerwasser
war das zentrale Thema der Fahrt im August/September. Ausgehend von der Deut
schen Bucht war ein Schnitt quer durch das Gebiet der Förderplattformen der mitt
leren Nordsee bis zum 62. Breitengrad gelegt worden (Abb. 22). Dabei zeigten sich
in der mittleren und nördlichen Nordsee extrem niedrige Werte (um 0,2 pg/1 bzw.
um 0,1 pg/1). Lediglich auf einem etwa 30 sm langen Fahrtabschnitt Im Bereich des
Piper-Feldes zeigten sich deutlich erhöhte Wferte (1 pig/1 bis 5 pg/1) - sowohl in Ober
flächennähe als auch noch in 100 m Wassertiefe. Mit großer Wahrscheinlichkeit
handelte es sich hierbei um Reste des Öls, das nach der Explosion der Plattform Pi
per-Alpha im Juni ausgetreten war. In diesem Gebiet wurden ebenfalls vermehrt an
der Wasseroberfläche treibende Teerklümpchen (tarballs) vorgefunden, deren Zu
sammensetzung die charakteristischen Merkmale von Piper-Rohöl aufwies.
1 Û* O*
Mercotor—Projektion
Bezugsbreite: 54.» N
Abb. 21: ErdÖl-Köhlenwasserstoffgehalt im .Januar/Februar 1988 in Öberflächennähe