accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 45 (1917)

404 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1917, 
a Auch in den Polargegenden tritt die Nebelbildung über den kälteren 
Oberflächen sehr charakteristisch auf (vgl. Danmarks-Expeditionen til Grönlands 
NE-kyst, Bd. II, Nr. 1, S. 68); sie ist wohl auch dort häufiger, als die umgekehrte 
über den offenen Stellen im Eise (d. Z. 1916, S. 234). 
Wie auf S. 234 und 240 des vorigen Jahrgangs auseinandergesetzt ist, 
können wir die räumliche Verteilung der Nebel nur auf dem Ozean zuverlässig 
feststellen, weil dort durch die fortwährende Ortsveränderung der Beobachter 
deren persönliche Abweichungen ausgeglichen werden und durch ihre Mischung 
für jeden Raum gewissermaßen ein mittlerer oder normaler Beobachter hergestellt 
wird. Das gruppenweise Auftreten der hohen und niedrigen Zahlen der Nebel- 
häufigkeit auf bestimmten Landgebieten zeigt aber, daß doch ein gewisser Grad 
von Vergleichbarkeit auch den meisten festen Stationen zukommt, wenn auch 
einzelne darunter sehr weit in der Auffassung von den benachbarten abweichen. 
Will man daraufhin den Versuch machen, die Karten der Nebelverbreitung vom 
Atlantischen Ozean auch über die angrenzenden Küstenländer auszudehnen, so 
stellt sich dem noch eine andere Schwierigkeit in den Weg: auf den festlän- 
dischen Stationen wird allgemein die Zahl der Tage mit Nebel bestimmt, auf 
den britischen Leuchttürmen die Zahl der Stunden mit Nebel angeschrieben 
und auf den Schiffen die Zahl der Wachen zu je 4 Stunden gezählt, und zwar 
auf letzteren getrennt für f (fog = eigentlichen Nebel) und m (mist == unsichtige 
Luft, vgl. d. Z. 1916, S. 235). Dabei erweist es sich (S. 236), daß in der Auffassung 
dieses letzteren Zeichens zwischen den deutschen und englischen Beobachtern 
ein großer, systematischer Unterschied besteht, indem die Engländer das Zeichen m 
durchschnittlich mehr als doppelt so oft brauchen als die Deutschen. Man muß 
also, um die Zahlen zu verbinden, sie alle aufeinander reduzieren. . 
Man gewinnt die Anhaltspunkte zur Reduktion dieser Größen aufeinander 
in denjenigen Gebieten, aus denen mehrerlei Beobachtungen vorliegen. CGileich- 
zeitige Notierungen derselben Beobachter nach Tagen und Wachen besitzen wir 
von den niederländischen Feuerschiffen und von Adlergrund, nach. Tagen und 
Stunden von den niederländischen, dänischen und schottischen Feuern. Auf je 
einen Tag mit Nebel kommen an ersteren Wachen mit Nebel (1 Wache == 4 Stunden): 
Terschelling-‘ 
Bank 
Haaks 
Maas 
Schouwen- ' 
Bank 
Noord-Hinder 
1R84— 1908 | 185918882 
Adlergrund 
Winter... 221. | 226 2,37 1.89 2,29 2.08 
Frühling . . 2.19 2.12 1.96 1.94 2.121 2.03 
Sommer .. 2,05 1.91 1.80 1.81 2.05 1.94 
Herbst ... 1.73 1.98 2.16 2.05 1.70 1.94 © 
Jahr .... 2.08 2.12 | 2,15 2.18 2.09 2.02 | 
Anderseits kommen auf je einen Tag mit Nebel Stunden mit Nebel (Näheres 
siehe diese Zeitschr. 1916 S. 243 und 244): 
Winter... 
Frühling. . 
Sommer .. | 
Herbst... 
5 nieder]. 
Feuer- | 
achiffe 
Horns- 
Rıff 
55 6.6 
4,8 6.2 
3.9 4.9 | 
40 53 
Übrige 
7 dänische 
Feuer- 
schiffe 
a Schottland (nebst Zahl der Orte) 
I Ostküste Orkneys u. allgemein 
ı frei 22. | Buchten 3 Shetlands9 1 frei [| Buchten 
7,3 7.0 7.6 8.1 7.5 8.8 
5.7 7.3 7.9 7.5 7.5 5.5 
3.6 7.5 6.5 8.3 8.0 6.5 
64 2.5 8.1 6.8 7.1 85 
In den Gegenden mit vorwaltenden Winternebeln sind hiernach die Nebel 
im Winter nicht nur häufiger, sondern jeder Nebeltag bringt auch durchschnitt- 
lich mehr Nebelstunden, An den frei gelegenen Küstenstrecken mit vorwaltenden 
Sommernebeln sind dagegen die letzteren auch die anhaltenderen. 
Von englischen Leuchtfeuern ist nur die Zahl der Stunden, nicht die der 
Tage mit Nebel veröffentlicht. Angaben über die letztere liegen zwar für andere 
Orte von denselben Küstenstrecken vor, der Vergleich von beiderlei Reihen er-
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.