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Full text : Untersuchungen zum Einsatz der Laserbathymetrie in der Seevermessung

4.2  Bestimmung  der  Küstenlinie

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Gebiete  genauer  aufgelöst  werden.  Feine  Strukturen  der  Meeresbodentopographie  oder
Unterwasserobjekte  lassen  sich  auf  diese  Weise  somit  nicht  erfassen.

4.2  Bestimmung  der  Küstenlinie
Daten  von  Laserbathymetrie-Aufnahmen  eignen  sich  besonders  für  die  Ableitung  der  Küstenlinie,  da
sowohl  das  Gelände  auf  Landseite  als  auch  der  Seeboden  zeitgleich  erfasst  werden  können,  um  ein
homogenes  und  in  sich  konsistentes  Geländemodel  zu  erhalten.  Wird  dieses  mit  der  Bezugsfläche
von  0  SKN  verschnitten,  so  ergibt  sich  die  Küstenlinie.  Da  die  aktuelle  Wasserlinie  (in  den  meisten
Fällen)  nicht  identisch  ist  mit  der  Küstenlinie,  kann  die  Küstenlinie  aufgrund  ihrer  physikalischen
Definition  nicht  direkt  beobachtet  werden  und  somit  auch  nicht  ausschließlich  anhand  der
Laserdaten  abgeleitet  werden.  Dazu  ist  die  Hinzunahme  der  physikalischen  Bezugsfläche  notwendig.
Von  Bedeutung  für  die  Bestimmung  der  Küstenlinie  mit  Laserbathymetrie  ist  weiterhin,  dass  die
Wassertiefen  am  Land-Wasser-Übergang  nicht  genau  bestimmt  werden  können.  Der  Grund  dafür  ist,
dass  sich  bei  Verwendung  eines  einzigen  (bathymetrischen)  Kanals  die  zurückkommenden  Echos  des
Lasersignals  von  Wasseroberfläche  und  Seeboden  an  diesen  Stellen  nicht  trennen  lassen  und  zu
einem  verschmelzen  (siehe  Abschnitt  2.1.2).  Diese  Tiefe  hängt  von  der  Pulslänge  des  Sensors  ab.  Je
kürzer  ein  ausgesendeter  Puls  ist,  umso  geringer  ist  sie.  Der  mathematische  Zusammenhang  ist  mit
Formel  3  (Seite  4)  beschrieben.  Bei  einer  typischen  Pulsdauer  von  etwa  4  ns  entspricht  sie  etwa
60  cm.  Der  registrierte  3D  Punkt  liegt  folglich  zwischen  Seeboden  und  der  Wasseroberfläche  und
kann  keinen  Objekt  korrekt  beschreiben.  Die  Z-Werte  der  Seebodenpunktkoordinaten  sind  im
flachen  Bereich  der  Theorie  entsprechend  bis  etwa  60  cm  beim  Chiroptera  und  HawkEye  III  oder
18  cm  beim  VQ-820-G  (Pulslänge  1,2  ns)  Wassertiefe  also  recht  ungenau.  In  den  realen  Daten  aller
verwendeten  Flachwassersensoren  zeigt  sich,  dass  Seebodenpunkte  ab  etwa  10-20  cm  Wassertiefe
gefunden  werden,  deren  vertikale  Genauigkeit  jedoch  gering  sein  wird.  Mangels  Referenzdaten  in
den  jeweiligen  Gebieten  konnte  dies  nicht  in  diesem  Projekt  untersucht  werden.  In  flacheren
Gebieten  als  10  cm  wurden  z.B.  beim  Datensatz  des  Chiroptera  im  Jahr  2013  weder  Seebodenpunkte
noch  Wasseroberflächenpunkte  detektiert  und  es  ergibt  sich  eine  Datenlücke  am  Küstenstreifen,  wie
in  Abbildung  48  zu  sehen  ist.  Dies  könnte  teilweise  auch  auf  Brandung  zurückzuführen  sein,  so  dass
die  Energie  nicht  ausreichend  stark  reflektiert  werden  konnte.  Um  die  Probleme  bei  der  Bestimmung
der  Küstenlinie  zu  umgehen,  bietet  sich  eine  Aufnahme  bei  Niedrigwasser  an,  um  auf  diese  Weise  die
entsprechenden  Bereiche  genauer  erfassen  zu  können.

Abbildung  48:  Datenlücke  am  Land-Wasser-Übergang  im  Datensatz  vom  Chiroptera  2013.  Rot  stellt  die  Landpunkte  dar,
blau  die  Wasseroberfläche  und  grün  den  Seeboden.  In  Bereichen  flacher  als  10  cm  liegen  auf  einem  Streifen  von  etwa
10  m  Breite  keine  Daten  vor.
            
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