Teil B - Technische Anleitung
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Tabelle 4.1: Untersuchungen zum Vorkommen und der Verbreitung mariner Säugetiere
Basisaufnahme
Überwachung
Voruntersuchungen Zustandsaufnahme
Bauphase
Betriebsphase
Ziele
Bestandserfassung der im Untersuchungsge
biet vorkommenden marinen Säugetierarten
zur Beurteilung der ökologischen Bedeutung
des Vorhabensgebietes für marine Säugetiere.
Erfassung der Auswir
kungen der Bauphase
auf das Vorkommen
und die Habitatnutzung
mariner Säugetiere im
Untersuchungsgebiet.
Erfassung der Auswirkungen
der Betriebsphase auf das
Vorkommen und die Habitat
nutzung mariner Säugetiere
im Untersuhungsgebiet unter
Berücksichtigung unter
schiedlicher Betriebszustän
de (Volllast, Teillast).
Umfang
Die Flugzeugtransektuntersuchungen sollen monatlich 12 mal im Jahr stattfinden. Werden die Untersu
chungen gemeinsam mit den Vogelerfassungen durchgeführt (die Beobachter müssen für beide Gruppen
qualifiziert sein), so sind zusätzlich 6 Befliegungen im Jahr ausschließlich für marine Säugetiere erforder
lich. Vier Befliegungen sollen im monatlichen Intervall von Mai bis August stattfinden. Zusätzlich soll je eine
Befliegung im Herbst und im Winter durchgeführt werden.
In Konzentrationsgebieten von Meeresenten ist eine gemeinsame Vogel- und Säugererfassung nicht zulässig.
Soweit möglich ist Schiffsverkehr im Abstand von 500 m beidseitig derTransektlinie zu erfassen.
Zeitrahmen
Mindestens zwei aufeinanderfolgende vollstän
dige Jahresgänge vor Baubeginn.
Während der gesamten
Bauphase.
Mindestens drei, sofern
erforderlich bis zu fünf Jahre
ab Inbetriebnahme.
Methode
Linientransekt-Methode
EntsDrechend der Methodenbeschreibuna Jntroduction into Distance SamDlina“ fBucKLAND et al. 1200111.
Monatliche Flugzeugtransekt-Untersuchungen sind verpflichtend. Ergänzende Schiffstransekt-Untersu-
chungen zusammen mit den Vogeluntersuchungen werden empfohlen.
Flugzeugtransektuntersuchungen
• Flughöhe: Für die monatlichen Befliegungen ist eine konstante Flughöhe festzulegen und einzuhalten.
Sie kann zwischen 250 und 600 Fuß liegen. Die sechs reinen Schweinswalerfassungen werden in einer
Flughöhe von 600 Fuß durchgeführt.
• Flugzeugtyp. Zweimotorige und hochflügelige Propellermaschine mit nach außen gewölbten Scheiben
(bubble-windows).
• Fluggeschwindigkeit ca. 160 km/h (90 - 100 Knoten).
• Transektanzahi/ Transektabstände: Mindestens 10 Transekte. Der Abstand sollte nicht kleiner als 3 km
und nicht größer als 10 km sein.
• Tran sektstrecke: Entsprechend den in der Basisaufnahme erhobenen Transektstrecken, aber mindestens
500 km.
• Beobachtungsaufwand-. Die visuelle Erfassung vom Flugzeug aus muss mit 3 Beobachtern durchgeführt
werden (auf jeder Seite ein Beobachter und zusätzlich auf einer Seite ein zweiter Beobachter zur Über
prüfung). Aufgrund der hohen Fluggeschwindigkeit müssen die Beobachtungen auf Diktafon gesprochen
werden, um Erfassungslücken durch Aufschreiben zu vermeiden. Dabei sind alle Parameter zu erfassen,
die für die Tabellen für die Datenabaabe erforderlich sind fTabellen s. www.bsh.de unter ..Datenformate“1.
• Witterungsbedingter Abbruch: Erfassungen sind nur bei guten Witterungsbedingungen (seastate bis 2)
möglich, d. h. Sicht muss über 5 km liegen, Seegang auf der Skala nach Petersen nicht mehr als 2 (Wind:
max. 10 Knoten).
Schiffstransektuntersuchungen
• Gemeinsam mit den Voaeluntersuchunaen fs. Anhana S. 461. Für die marinen Säuaetiere sind alle Para-
meter zu erfassen, die für die Datenabaabe erforderlich sind Hab. s. www.bsh.de unter ..Datenformate“1.
• Hydrophone: Einsatz von geschleppten Hydrophonen mit nachgeschalteten Klickdetektoren zur Erhö
hung der Effizienz der visuellen Erfassung von Schweinswalen werden empfohlen.
Weitere Informationen zur Methodik
• Biioki and et al. 120011, Schfidat et al. 120041, Thomsfn et al. 120041. Toiioaard et al. 120051. Vfrfiirs et al. 120041
Darstellung
der
Ergebnisse
Vergleich der eigenen Ergebnisse mit denen vorhandener Untersuchungen auch aus anderen Gebieten.
Bei Folgeuntersuchungen ist eine Gesamtbewertung erforderlich.
Bau- und wartungsbedingte Schiffs- und Hubschrauberbewegungen sind anhand vorhandener AIS-Daten
(AIS, GPS, etc.) zu dokumentieren und zu berücksichtigen.
Vorkommen :
• Anzahl der Tiere pro km Transektstrecke pro Zähler im Jahresgang (monatliche Daten zur relativen Häufigkeit)
• Anzahl der Tiere pro km 2 im Jahresgang (monatliche Daten zur absoluten Häufigkeit) - falls der Korrektur
faktor g (0) ermittelt werden kann.
• Ermittlung der effektiven Streifenbreite auf Basis eigener Untersuchungsdaten (z.B. mit der Software
„DISTANCE SAMPLING“) wird empfohlen.
• Gruppengrößen (monatliche Daten zu Einzeltieren und Mutter-Kalb-Paaren) im Jahresgang.
• Grobe Charakterisierung des Verhaltens (Tauchzeiten, Schwimmrichtungen).
•Veränderungen des Vorkommens überden Untersuchungszeitraum.
Verbreitung :
• Verteilung der gesichteten Tiere im Nah- und Fernbereich der Anlage anhand von Punktkarten.
•Veränderungen der Verteilung im Nah- und Fernbereich der Anlage über den Untersuchungszeitraum
anhand von Punktkarten.