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scheinen Kap Prieto, sowie Solitary Island richtig zu liegen. Buena Vista liegt
etwa 4‘ westlicher als die Karte angiebt.
Westlich von Ramos Island war überall der Grund, Sand mit Korallen,
zu sehen, und wurden 20 bis 25m Wasser gelothet. Es scheint sich hier eine
Bank nach Westen hin zu erstrecken, welche wohl mit dem „Reported shoal
ground“ zwischen der Insel und Kap Astrolabe in Verbindung stehen mag,
S, M.S. „Ariadne“ hatte die Absicht, zwischen Ramos und Gower ostwärts
durchzusteuern; dieselbe wurde jedoch aufgegeben und die südwestliche Passage
gewählt. Die Insel Ramos peilte, als das Schiff sich auf der Bank befand,
mw Ost und war etwa 6 Sm entfernt. Was den Strom in der Indispensable
Strait betrifft, so wurde derselbe, den bisher existirenden Angaben entgegen,
nach denen er in der Regel südwestlich setzen zoll, stets nördlich gefunden,
und zwar in der Nähe von Savo NE 1,8 Sın und bei Kap Prieto Nord 2 Sm
die Stunde angetroffen. Indessen scheinen die Stromverhältnisse sehr komplicirt
zu sein, Stromkabbelungen waren fast immer zu sehen. Eine derselben warf
den Bug des Schiffes um 3 Strich aus dem Kurse heraus.“
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Albatross“‘,
Korv.-Kapt. Mensing 1.)
_ Vom 5. Mai bis 10. November 1878 hatte das Kanonenboot „Albatross“
in den Gewässern von China und Japan verweilt und trat am letzteren Tage
die Reise über die Hawaii-Inseln nach Apia auf Upolu, Samoa-Archipel, an.
Wir theilen aus den Berichten des Kommandanten des Kanonenbootes,
Korv.-Kapt. Mensing I, nachstehende Angaben über diese Reise und die dabei
gemachten Erfahrungen und Wahrnehmungen mit.
Reise von Yokohama bis Honolulu im November und December 1878.
„Durch die in Heft IV der „Ann. d. Hydr. ete.“, 1878, pag. 139, von
dem Kommandanten S. M. 8. „Elisabeth“, Kapt. z. See v. Wickede, gemachten
schätzenswerthen Angaben über die beinahe in der gleichen Jahreszeit gemachte
Reise von Yokohama nach Honolulu angeregt, beschloss ich, die zwischen diesen
beiden Plätzen zurückzulegende Länge zwischen dem 35. und 37. Breitengrade
mit dort zu erwartenden Westwinden abzulaufen, um dann, etwa von 165° W-Lg
ab, nach Maassgabe der dort anzutreffenden Winde, allmählich südlicher steuernd,
schliesslich Kurs auf die Sandwichs-Gruppe zu nehmen,
Die sonst vielfach empfohlene nördlichere Route, wie sie z. B., auch im
Jahre 1875 von S.M.S. „Arcona“ allerdings im Frühjahr eingeschlagen wurde,
zu wählen, schien mir in Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit nicht
räthlich, umsomehr als ich in Nagasaki von dem Kommandanten der etwa
1000 tons grossen russischen Korvette „Wsadnick“, Korv.-Kapt. Nowosilski,
welcher im Spätherbst 1876 für die Reise von Hakodade nach San Francisco
diese Tour wählte, erfahren hatte, dass dort ausserordentlich ungünstige
Witterungsverhältnisse zu erwarten seien, durch welche die russische Korvette
viel zu leiden hatte und auch durch Gegenwinde oft aufgehalten wurde.
Am 10. November 1878 verliess S.M.Kbt. „Albatross“ bei schönem
klarem Wetter und leichter Nordbrise unter Dampf die Rhede von Yokohama,
passirte Nachmittags die Einfahrt-Leuchtthürme der Yeddo-Bucht und erreichte
Abends die Südspitze Nipon’s und trat hier bald in den Einfluss des Kuro-Siwo,
welcher sich durch eine seit Verlassen der Yedo- Bucht schnell steigende
I) S. „Ann. d. Hydr. eto.“, 1878, pag. 145, 290.