Beiträge zur Küstenkunde von West-Spitzbergen.
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tember und Oktober kann es vorkommen, daß das Fahrwasser an der Nordküste
so weit nach Norden hin eisfrei ist, wie man von Bord aus sehen kann. Die
Ostküste von Spitzbergen ist fast immer von Eis blockiert, so daß es Schiffen
nicht oft möglich ist, Spitzbergen ganz zu umfahren. Die Buchten von Spitz-
bergen werden im Sommer gewöhnlich eisfrei, Walroßfänger konnten jedoch in
verschiedenen Jahren eiseshalber nicht in die Wybe Jans-See (Stor Fiord) und
in die südliche Einfahrt der Hinlopen-Straße gelangen,
Kapt. P. Vollrath berichtet: „Nördlich von den Norweger-Inseln trafen
wir das erste Treibeis an, Wenige Seemeilen weiter nach Norden zu war der
Packeisgürtel deutlich zu sehen, Die Rote-Bucht war bis auf den südöstlichen
Teil und eine schmale Rinne längs des Westufers voll von Treibeis, so daß von
einem Ankern abgesehen werden mußte, Auf dem weiteren Vorstoß nach Osten
gelangte »Senta« am 27. Juli 9% V bis auf 79° 56’N-Br., und 14° 45’ O-Lg. und
sah sich dort einem undurchdringlichen Packeisgürtel gegenüber. Die Wijde-
Bucht und die Liefde-Bucht waren durch Packeis völlig gesperrt. Da längeres
Verweilen in dem immer dichter werdenden Eise die schwache Yacht gefährdet
haben würde, so wurde die Umkehr beschlossen. Durch dichtes Treibeis fuhr
»Senta« zurück und gelangte erst auf 79° 53’ N-Br. und 11° 52’ O-Lg. in freieres
Fahrwasser,“
Nach O. Petterson weicht das Eis, wenn die Wärmezufuhr durch die
warme atlantische Strömung bedeutend ist, weit nach Osten zurück, wie etwa im
Jahre 1898, wo die Nathorstexpedition ganz Spitzbergen und das König Karl-Land
umsegeln konnte. (Weiteres siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1896, Seite 41, und 1901,
Seite 414 ff.)
Wind, Wetter, Klima, K-Kapt. Hartwig v. Dassel hatte auf einer Reise
zwischen Spitzbergen und Norwegen im Juli 1898 fast durchweg diesiges, häufig
sehr dickes Wetter, abwechselnd mit steifen Nordost- und Südwestwinden, wo-
durch das Schiff zeitweise stark arbeitete. Die Lufttemperatur betrug im
Schatten für Juli zwischen 72° und 80° N-Br. im Mittel. 8.4° C, das Maximum
9.1°C, das Minimum 3.3°C, Die Wasseroberflächentemperatur betrug für den-
selben Monat im Mittel 4.2°C, das Maximum 8.5° C, das Minimum 1.0° C. Der
mittlere Barometerstand war 757.5 mm. Im August desselben Jahres war zwischen
72° und 76,5° N-Br. die mittlere Lufttemperatur 5.0°C, das Maximum 10.8° C,
das Minimum 2.2°C. Die mittlere Wasseroberflächentemperatur war 4.7° C, das
Maximum 8.5° C, das Minimum 2,2° C. Der mittlere Luftdruck betrug 756,9 mm,
Über die meteorologischen Verhältnisse auf West-Spitzbergen geben die nach-
folgenden Tabellen Aufschluß, die nach in den Jahren 1882 bis 1883 und 1899
und 1900 auf Kap Thordsen und in der Treurenberg-Bucht angestellten Beob-
achtungen zusammengestellt sind.
Treurenberg-Bucht auf 79° 55 N-Br. und 16° 52 0-Le.
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Februar '765.31779.8/740.9 —22,8
März 759.9/772.9/742,5 —26.7
April 756.1/768.6/740.91 - -16.1.
Mai 758.9/768.6/748.8& — 9,4
Juni 758.4/765.8/744,7, — 1.]
Juli 756.6/762.2 746.0] 14
August 1[753.1/767,31735.31 €
September|753.6/761.7/735.5| 1.6
Oktober {750,3/761.5/728.7[—1'1€
November 1747.8/761.0/731,8]— 13.9
Dezember |758.21763.01734.3] — 11.7
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