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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Wiese, W,: Studien über atmosphärische (jezeiten. 
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Nach den für das nördliche Polargebiet berechneten Konstanten sind die 
Luftströmungen graphisch in Abb, 8 dargestellt. Die größte Geschwindigkeit 
(Flut) des Gezeitenstroms entsprechen: Richtung S27°W, Stärke 0.060 m/sec, 
Phase 93°. Für Pawlowsk hatten wir: ; 
Richtung S23°W, Stärke 0.44 m/sec, Phase 108°. 
Ich bin nicht geneigt, diesem Vergleiche einen allzu großen Beweiswert 
beizuschreiben!), will aber doch auf die ganz auffallende Übereinstimmung hin- 
weisen. Der große Unterschied im absoluten Werte der Geschwindigkeit war 
vorauszusehen und hat seinen Hauptgrund darin, daß die Geschwindigkeiten sich 
auf verschiedene horizontale Luftschichten beziehen. 
Die Resultate der vorliegenden Untersuchung lassen sich kurz folgender- 
maßen zusammenfassen. | 
1. Die Kurven, welche den mittleren Luftdruckgang nach Stunden ver- 
schiedener Teiltiden darstellen, sind als Aufeinanderlagerung zweier Wellen zu 
betrachten: der eigentlichen Gezeitenwelle und der isobarischen Verschiebungswelle, 
2, Die eigentliche Gezeitenwelle ist von der fluterzeugenden Kraft des 
fiktiven Gestirns und von der geographischen Breite abhängig. Die isobarische 
Verschiebungswelle hängt außerdem noch von der Größe und Richtung des 
Gradienten ab, 
83. Unter gewissen Umständen (großer und in bestimmter Richtung orientierter 
Gradient) kann die isobarische Verschiebungswelle die eigentliche Gezeitenwelle 
vollständig verdecken. 
4. Die jahreszeitlichen Änderungen des mondtäglichen Ganges des Lult- 
druckes sind durch die Existenz der isobarischen Verschiebungswelle im Zu- 
sammenhange mit den jahreszeitlichen Änderungen des isobarischen Gebildes zu 
erklären, 
5. Das Vorhandensein der isobarischen Verschiebungswelle fordert die 
Anwendung einer besonderen Untersuchungsmethode der atmosphärischen Ge- 
zeiten, deren Prinzip darin bestehen muß, daß der mondtägliche Gang des Luft- 
druckes einzeln für verschieden gerichtete Gradienten berechnet wird. Dabei 
wird wohl eine. ausführlichere Gruppierung der Perioden nötig sein, als es in 
der vorliegenden Untersuchung der Fall war. Perioden mit undeutlichen und 
veränderlichen Gradientrichtungen sind wohl besser ganz ‚auszulassen, 
6. Das gegenseitige Verhalten der Phasen der eigentlichen Gezeitenwelle 
und der isobarischen Verschiebungswelle gibt eine Kontrolle. Eine weitere 
Kontrolle wäre der Vergleich der aus dem Luftdrucke berechneten atmosphä- 
rischen Gezeitenströäme mit solchen, welche unmittelbar aus anemographischen 
Registrierungen abgeleitet sind. 4 
7. Für Untersuchungen der atmosphärischen Gezeiten in höheren Breiten 
ist die eintägige O,-Tide geeigneter als die gewöhnlich untersuchte halbtägige 
Mondtide, 
8. Die in dieser Untersuchung bestimmten Elemente der atmosphärischen 
O,-Tide in Pawlowsk sind nur als erste Annäherung zu betrachten. 
Petrograd 1922, 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Meeresbiologisches Praktikum und Hydrographischer Lehrkursus 
Auf Helgoland 1923. (Amtlich.) 
I. Meeresbiologisches Praktikum auf Helgoland 1928, Die Staatliche Biologische 
Anstalt hält, in ähnlicher Weise wie 1921, im kommenden Sommer vom 16. August 
bis 19, September 1923 ein meeresbiologisches Praktikum ab. Arbeitsplan: 
1. Systematische, mikroskopische.und anatomische sowie biolo- 
gisch-physiologische Übungen im Laboratorium mit Vortrag und 
1) Es ist möglich, daß die „Fram“-Beobachtungen zu solchen Untersuchungen nicht gut ge- 
wählt sind, da die Meeresgezeiten hier ihren Einfluß merkbar machen können.
	        
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