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Full text: 71, 1943

130 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1943, 
struierten Blauglaskeilinstrument, das angeblich sehr feine Unterschiede erkennen 
läßt, einen einwandfreien Tagesgang mit einem klaren Minimum um Mittag herum 
gefunden haben, Die sich hier ergebende Amplitude, ausgedrückt in Millimetern 
der Glaskeildicke, liefert bei der Umrechnung auf Einheiten der Linkeschen 
Skala nach der von den Verfassern angegebenen Formel: B=4W +3 [W = Keil- 
dicke] Werte, die weit mehr als eine Stufe ausmachen und daher doch eigentlich 
rein größenmäßig gesehen auch mit der Linkeschen Skala erfaßbar sein müßten. 
Aus den Trübungsfaktoren berechnete Tagesgänge haben aber wesentlich 
größere Amplituden [zwischen 1 und 2 Skalenstufen]. 
Weiterhin wird die Erkennung des Tagesganges erschwert durch die Be- 
leuchtung der Skala durch Sonne + Himmel 4- Bodenlicht, die im Laufe des 
Tages sowohl quantitativ wie qualitativ veränderlich ist [vgl. hierzu die wichtige 
Arbeit von W. Kramer (s7)!}, C. Wirtz spricht daher sogar von einem unzweifel- 
haften, deutlichen täglichen Gang der Bläue in Abhängigkeit von der Sonnen- 
höhe (2), — Es ergibt sich nämlich infolge der mit zunehmender Sonnenhöhe 
wachsenden Helligkeit und des gleichzeitig absinkenden Rotgehaltes der Sonnen- 
strahlung eine wesentliche Änderung der Skalenbeleuchtung, die sehr wohl eine 
scheinbare Vertiefung der Bläue gegen Mittag hin hervorbringen kann, 
Eine nicht genügende Beachtung des Punktes maximaler Himmelsbläue kann 
sehr wohl zu einer erheblichen Entstellung der Resultate führen, worauf in dieser 
Arbeit hingewiesen wurde, 
Sehr wesentlich dürfte auch die Wahl der geeigneten Beobachtungszeiten 
sein, worüber der Verfasser vor kurzem erst berichtet hat (45) (46). 
Unter Beachtung aller derartigen Punkte wurde nunmehr das umfangreiche 
Schweriner Material untersucht und ausgewertet. Es wurde dabei so vorgegangen, 
daß alle Tage mit Bewölkungsgraden von 0 bis 1/4 getrennt von solchen mit 
Bewölkung >5/.„ bearbeitet wurden, wie es bereits früher geschehen ist (s9). In 
der Tab. 26a sind die so erhaltenen Werte der täglichen Periode nur für Tage 
mit geringer Bewölkung zusammengestellt worden, Es wurde dabei zunächst das 
Gesamtmittel über die. Jahre 1939 bis 1942 betrachtet und dann getrennt davon 
die Werte von 1939 und 1942 allein, weil in diesen beiden Jahren nahezu 90% 
aller hier benutzten 200 Reihen erhalten worden sind. 
Tabelle 26a, Tagesgang bei Bewölkung von 0 bis 4 in Schwerin, 
Mittelwerte von Morgen Mittag Abend Amplitude 
1939 bis 1942 7.1 6.9 6.9 52 
1939 und 1942 6,8 67 7.2 0.5 
Diese Unterschiede sind so klein, daß man wohl kaum von einem Tagesgang 
als solchem sprechen kann, sondern nur von einer gewissen Tendenz dazu. 
Die Tab. 26b bringt die entsprechenden Werte für Rostock im ersten Viertel- 
jahr 1943, im Innern der Stadt gemessen. 
Tabelle 26b. Tagesgang bei Bewölkung von 0 bis 4 in Rostock. 
Mittelwert von Morgen Mittag Abend Amplitude 
1943 I bis IL 82 723 7,6 0.9 
Der hier auftretende Unterschied ist zwar wesentlich größer, liegt aber doch 
noch immer zu dicht an der Fehlergrenze, um als gesichert gelten zu können, Zu- 
grunde liegen 14 geschlossene Tagesreihen, auf die es bei dieser Frage sehr ankommt. 
Ganz anders liegen die Dinge anscheinend dann, wenn man nur die Tage 
für sich allein betrachtet, die eine stärkere Bewölkung hatten [}*/,0]; wie aus 
der Tab. 26c hervorgeht, 
Tabelle 260, Tagesgang bei starker Bewölkung [} 5/10] in Schwerin. 
Mittelwert von Morgen Mittag Abend Amplitude 
1938 und 1942 43 5.8 73 25 
Dieser Tabelle liegen etwa 50 geschlossene Tagesreihen zugrunde. Die Zahl 
jst daher geringer, weil es an solchen Tagen oft verständlicherweise gar nicht 
möglich ist, an allen drei Terminen zu beobachten. Die Werte liegen größen- 
mäßig unter denen der Tab. 26a, jedoch ist ihre Amplitude fünfmal so groß, 
Man erkennt einen deutlichen Anstieg der Bläue vom Morgen zum Abend hin, 
wo die Bewölkung meist am kleinsten war.
	        
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