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Metadata: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Cäsar Puls: Oberflächentemperaturen und Strömungsverhältnisse etc. 
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verlässt. Westlich von 180° hört diese Erscheinung wieder auf; das übrigbleibende Wasser sammelt sich 
wieder und strömt nördlich von Neu-Guinea, auf wenige Grade zusammengedrängt, wieder mit sehr grosser 
Geschwindigkeit, um unmittelbar vor Gilolo nach Norden umzubiegen und die Wurzel des Gegenstroms zu 
bilden. 
Der nördliche Aequatorialstrom fliesst im Mittel zwischen 9° und 20 d N.Br. Im Durchschnitt erreicht 
er nicht die Hälfte der Geschwindigkeit der südlichen Strömung, auch ist ein stärkerer Stromstrich nicht 
ausgeprägt. Seine Stärke nimmt aber nicht wie die des südlichen Aequatorialstromes nach Westen hin 
ab, sondern eher zu (ganz dem Passat entsprechend); seine Hauptmasse biegt vor den Philippinen nach Norden 
um, die Wurzel des Kuro-shiwo bildend; aber ein grosser Theil kurvt auch nach Süden zum Gegenstrom 
ab. — Die meisten bisherigen Darstellungen• beider Ströme erwecken die gänzlich falsche Vorstellung, als 
seien die Aequatorialströme nur die umgehogenen Fortsetzungen der an der Westküste Amerikas dem Aequa- 
tor zustrebenden Küstenströmungen. Diese meridionalen Strömungen sind so schwach (oft garnicht ausge 
prägt) und so schmal, dass sie nur einen geringen Theil des Wassers ersetzen können, das die Westströmun 
gen hinwegführen; sie könnten an ihrem äquatorialen Ende mit weit mehr Berechtigung als von den West 
strömen aspirirte Zuilussströmungen angesehen werden, als umgekehrt die Westströme als die Fortsetzungen 
von ihnen. 
Zwischen den beiden Passatströmungen nach Osten fliesst über die ganze Breite des Ozeans hin 
der Aequatorialgegenstrom, dessen Geschwindigkeit hauptsächlich von der der südlichen Aequatorialströmung 
abhängt: ist diese stark, so ist auch der Gegenstrom stark, erreicht jedoch niemals, ausser am äussersten 
Westende, wo er durch den Monsun unterstützt wird, dieselbe Geschwindigkeit, wie der Nordrand jener, 
bleibt vielmehr um mindestens 1 j i dahinter zurück. 
Von der Geschwindigkeit des nördlichen Aequatorialstromes scheint die des Gegenstromes wenig be 
einflusst zu werden. Wenn Hofimann 1 ) angiebt, dass im nördlichen Aequatorialstrom der Weststrom im 
allgemeinen stärker ist, sobald kein Oststrom nördlich vom Aequator beobachtet wird, dass dagegen Schiffe, 
die Oststrom gehabt haben, keinen erheblichen Nordäquatorialstrom antreffen, so ist das in sofern richtig, 
als im Winter, wenn der Gegenstrom oft unterdrückt ist, der nördliche Aequatorialstrom das Maximum 
seiner Geschwindigkeit erreicht; andererseits im August bis Oktober, wenn der Gegenstrom am stärksten 
entwickelt ist, der nördliche Aequatorialstrom sehr schwach ist. Sollte die Angabe aber bedeuten, dass 
jedesmal, wenn aus irgend einem Grunde der Oststrom stark oder schwach ist, dann der Weststrom in der 
Regel das entgegengesetzte Verhalten zeigt, dass also beide Strömungen in ihrer Stärke von einander ab- 
hängen, so wäre sie wohl nicht aufrecht zu erhalten; es fände wohl eher das Gegentheil statt, dass nämlich, 
je regelmässiger und stärker gerade die Passattrift auftritt, um so regelmässiger und stärker auch der 
Gegenstrom gefunden wird. — Der Gegenstrom, der, wenigstens in den Monaten, wo im Kalmengürtel 
SW-Winde vorherrschen, eine geringe Nordkomponente in seiner Ostrichtung hat, giebt in den meisten 
Monaten zwischen 140° und 110° W. Lg. von seinem Nordrand Wasser zum nördlichen Aequatorialstrom ah. 
Auch das Wasser des Gegenstromes, das auf die Küste zufliesst, biegt in der Regel unter der Küste nach 
Norden ah und strömt, vom Winde begünstigt oder gehindert, dem nördlichen Aequatorialstrom zu. Man 
sollte eigentlich erwarten, dass der Gegenstrom in' seiner Hauptmasse im Golf von Panama nach Süden, 
nach der Seite des stumpfen Winkels hin, umbiegt (wie es auch die meisten bisherigen Karten darstellen), 
besonders auch um das von dem südlichen Aequatorialstrom von der Küste hinweg geführte Wasser zu 
ersetzen. Dieses Abfliessen nach Süden hin findet nun in der Regel nicht statt (wenigstens nicht an der 
Oberfläche), wohl deshalb, weil der Monsun es nicht zulässt; er drängt vielmehr das Wasser an die Küste 
von Mittelamerika, an der entlang es nach NW abfliesst, am Kap Blanco oft mit sehr grosser Geschwindig 
keit nach Norden strömend. 
Das ist das gewöhnliche, das Normalbild, das die Strömungen so lange inne halten, wie es nur irgend 
geht; sie lassen sich nur ungern und nach langem Kampfe mit widrigen Winden zwingen, andere Bahnen 
einzuschlagen und kehren sofort wieder zum Normalzustand zurück, sobald die widrigen Verhältnisse auf 
gehört haben, ohne erst die Gunst des Windes abzuwarten. So verdrängen die Monsune das West 
ende des nördlichen Aequatorialstroms nur langsam aus dem Gebiet zwischen Philippinen und Marianen 
und nur während der drei Monate Juli bis September gelingt ihnen das zumeist. In dieser Zeit kann der 
nördliche Aequatorialstrom nicht die Wurzel des Kuro-shiwo bilden, sondern kann diesem seine Wässer 
') Auf pag. 41 seines Werkes.
	        
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