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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 19083, 
Der dritte in der Karte verzeichnete Ankerplatz dicht an der Stadt ist 
für lange Schiffe ungeeignet, weil man erst sehr dicht unter Land Ankergrund 
findet und das Heck beim Schwaien dem Lande unbequem nahe kommt. 
Die Küste von Platform Point bis nach Gonaives bietet keine guten 
Landmarken. Von Platform nach Gonaives steuernd, sichtet man das niedrige 
Land zwischen St. Marc und Gonaives erst in gröfserer Nähe desselben, etwa 
in 8 Sm Abstand davon, und zwar zuerst Halle Point. Verreur Point und die 
dahinter liegende Hospital-Bucht sind, von See kommend, nur sehr schwer aus- 
zumachen. Auf Verreur Point steht ein Schuppen, der sich auch bei schlechter 
Beleuchtung gut abhebt und so die Lage der Halbinselhuk angibt. Wenn 
man sich in der Mitte zwischen Le Fevre Point und Verreur Point befindet, 
30 führt der mifsweisende Kurs 62° (N0z0'/20) auf die Häuser am linken Ende 
der Stadt zu und nach dem Ankerplatz Little Road. Zur Ankerpeilung ist 
Verreur Point und eine der Huken an der N-Seite der Bucht (je nach der Lage 
des Schiffes) gut brauchbar. 
Das Wrack der „Crete & Pierrot“ im innersten Hafen von Gonaives 
verengt den für kleinere Handelsdampfer in der Nähe der Stadt verfügbaren 
Ankerplatz. Es liegt auf der 5,5 m- (3 Faden-) Grenze vor dem N- Ende 
der Stadt. 
Von Gonaives durch den St. Mark-Kanal nach Port au Prince steuernd, 
bietet Devil Point eine sichere Landmarke; diese Huk erscheint sowohl von N 
wie von S zuerst als Insel. In gröfserer Nähe wird die Verbindung mit dem 
hoben Land an der N-Seite der St. Mark-Bucht als niedriges Land sichtbar. 
Die St. Mark-Bucht erstreckt sich weiter nach O, also landeinwärts, als in der 
Karte angegeben. St. Mark Point ist als Landmarke ungeeignet, weil sie 
offenbar falsch festgelegt ist. 
Auch die Lage einiger Huken an der NO-Küste von Gonave auf der 
Karte entspricht offenbar nicht der wirklichen Lage. Man fährt im Gonave- 
Kanal auch während der Nacht sicherer nach Augenmafs. 
Das Flach bei den Arcadins bietet nördlich und südlich vom Feuer 
nahe bei den Inseln guten Ankergrund auf den in den Karten angegebenen 
Wassertiefen. S. M. S. „Panther“ hat dort 2 Nächte bei Windstärken bis zu 5 
gut gelegen. Das Arcadins-Feuer brannte regelmälsig. Ein unsicheres Brennen 
der Hafenfeuer von Port au Prince, auf Point Lamentin und Islet Fort wurde 
nicht beobachtet. 
Die Hafenkarten von Port au Prince, Gonaives und Kap Haiti, letztere 
im Jahre 1897 von S. M. S. „Charlotte“ vermessen, sind zuverlässig. 
Die Häfen von St. Mark und Port de Paix sind für lange Schiffe 
nicht geeignet; S. M. S. „Panther“ lag bei einer Schiffslänge von nur 67 m in 
St. Mark bereits so nahe am Lande, dafs dort mit einer Heckleine von 100 m 
Länge festgemacht wurde, wobei der Anker auf 32 m Wassertiefe lag. Im 
Hafen von Port de Paix lag bei gleicher Nähe des Landes der Anker auf 36 m 
Wassertiefe, 
Im Hafen von Port au Prince ankern Kriegsschiffe, um die Nähe der 
Mangrove-Gebüsche vor der Stadt mit ihren Scharen von Moskitos und das 
von der Stadt gründlich verunreinigte Wasser des Innenhafens zu vermeiden, 
am besten in der Bucht von Bizothon in der Nähe des dort in der Karte ein- 
gezeichneten Ankers. Man liegt dort zwar etwas weiter von der Bootslande- 
stelle entfernt, der Aufenthalt an Bord ist aber gesünder, als in der Nähe der 
Stadt, und die Nähe des Baches (watering place) bei Fort Bizothon gibt die 
Möglichkeit, die Mannschaft zum Baden an Land zu schicken und mit Schiffs- 
booten Wasser zu holen.
	        
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