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der Karten, die Kupferplatten die Vornahme von Correcturen gestatten, was
bei der Lithographie nur bedingt der Fall ist.
Ein Umstand, der den deutschen Karten die Einbürgerung und das Hei-
mathsrecht bei unserer so conservativen seemännischen Bevölkerung allerdings
sehr erschweren wird, ist die Einführung des Metermaasses und die Angabe
sämmtlicher Tiefen in Metern, doch ist zu hoffen, dass auch hier die Zeit des
Ueberganges von dem Alten zu dem Neuen bei dem allgemeinen Gebrauche der
Maasse eine ebenso kurze sein wird, als es bei den neuen Gewichten und
Münzen der Fall gewesen ist.
Segelanweisung für die Ostküste von Irland.
Im vergangenen Jahre hat der Staf-Commander James H. Kerr R. N.
eine Untersuchung längs der Ostküste von Irland von der Spitze Greenore
bis zum Vorgebirge Wicklow ausgeführt. Die Resultate dieser Arbeit sind in
der nachfolgenden Segelanweisung für die Ostküste Irlands niedergelegt, welche
in der Hydrographic Notice No. 30, London 1874, des Hydrographischen Amtes
der britischen Admiralität veröffentlicht ist und die bereits vorhandenen und
bekannt gemachten Segelanweisungen (Sailing Directions for the Coast of Ire-
land, Part I, pag. 74 bis 87, 92, 93, 95 und 96) wesentlich erweitert und ver-
vollständigt.
Diese Segelanweisung schliesst auch noch den Kingstown Hafen, den
Fluss Lifey und den Lough Carlingford ein. Die hier vorkommenden Peilungen
sind missweisend; die Variation boträgt 22° 50‘ West (1874).
Küste von der Spitze Greocnore bis zum Vorgebirge Wicklow.
Wexford Süd Bucht. Dieselbe liegt zwischen den beiden Landspitzen Gree-
nore und Rosslare; bei dor ‚ersteren Spitze ist das Land flach und ungefähr
18 bis 21 Met. hoch, fällt aber in steilen Lehmabhängen nach der See zu ab,
Die ersten 2 Socemeilen von dieser Spitze nach dem Innern der Bucht zu er-
streckt sich die Küste im Allgemoinen nach NW und von da die weiteren fünf
Seemeilen bis zur Spitze Rosslare nach NNO. Die steilen Lehmabhänge endigen
ungefähr 1! Seem. von dem inneren Ende der Bucht und nahe an deren Ende
befindet sich die Küsten-Wachtstation, ein grosses weisses Gebäude, in dessen
Mitte ein Thurm sich erhebt und deutlich zu sehen ist. Nördlich von dieser
Station ist das Land niedrig und endigt in einem schmalen Streifen von Sand-
hügeln, wolche die östliche Grenze des Wezford Hafens bilden.
Die Spitze Greenore, das südliche Ende der Wexford Bucht, unter-
scheidet sich gut von der Spitze Carnsore durch ihre 20 Met. hohen Lehm-
abhänge, durch eine Mühle und einige andere Gebäude auf ihrem Gipfel, sowie
durch zwei im Süden derselben dicht bei ihr stehende Baken, welche die Rich-
tung eines Telegraphen-Kabels kennzeichnen und durch die im Norden der
Spitze befindlichen, im Bau begriffenen Molen dos Hafens von Rosslare.
Die Bull Bake befindet sich auf dem Bullsande, 1 Seem. südlich von der
Spitze Rosslare und besteht aus einem Maste, welcher von einem kegelförmigen
Korbgeflecht überragt wird. Von der Spitze Greenore aus zieht sich am Fusse der
Lehmabhänge bis 1 Seem. weit cin Felsenriff hin, welches sich in östlicher Richtung
nach See zu erstreckt. In der Nähe des inneren Endes dieses Riffes beginnen
die Hafenanlagen von Rosslare und im NW der letzteren besteht der Strand der
Bucht aus Sand.
Die Küste. Von dem Wexford Hafen bis zu dem 6 Seem. entfernten Vor-
gebirge Blackwater zicht sich ein Sandstrand hin, welcher von wellenförmigen
Hügeln begrenzt wird. Der unter ihnen am meisten in die Augen fallende
Hügel ist der 116 Met. hohe Ballyrevan. Von dem Vorgebirge Blackwater
bis zu der 6 Seem. entfernten Küstenwachtstation Norris-Castle besteht die
Küste aus 27 bis 50 Met. hohen Lehmabhängen.