Rasche Reisen deutscher Segler.
und SSW abgelaufen, wobei von 43° bis 22° S-Br in fünf Tagen 1367 Sm ins
Kielwasser gebracht wurden. Am 8. September abends wurde in‘ der Nähe von
Caleta Buena beigelegt. Die Reise hatte alsdann 38 Tage Dauer. Rechnet
man die beiden Reisen zusammen und bedenkt die Verzögerung durch den Ab-
weg ‚nach Santos, so mul die Gesammtreise von 7/1 Tagen jedenfalls als eine
sehr gute Leistung erscheinen.
S, 5400. Die eiserne Bark „Pirat“, Kapt. Hirsch, trat am 11. Juni. 1899
eine Reise von Bordeaux nach Mazatlan an, 11 Tage später als die Bark
„Weiwera“. Sie hatte wie ihr Vorsegler eine günstige Gelegenheit mit nörd-
lichen und nordwestlichen Winden und von 29° N-Br an einen frischen Passat.
Es wurde der Weg innerhalb der Kapverden genommen, von den Inseln ab
jedoch, .wie empfohlen,. etwas westlicher gesteuert. Mit dem Südwestmonsun,
der am 29. in 8° N-Br und 24° W-Lgy begann, segelte „Pirat“ auf St-B.-Halsen
bis 65° N-Br und 19,6° W-Lg und ging dann mit südöstlich holendem Winde
auf B-B.-Halsen. . In dieser Lage kreuzte.die Bark am 6. Juli, dem 25. Reise-
tage, in 25° W-Lg die Linie. — Der frische Südostpassat hielt bis 24° S-Br
an, wohin „Pirat“ am 13. Juli kam; dann folgten nordöstliche und nordwest-
liche, oft nur zu flaue Winde bis 36° S-Br. Hier hatte „Pirat“ einen ziemlich
heftigen Pampero zu bestehen, von dem Kapt. Hirsch sich übrigens nicht auf-
halten liefs. Mehr Verzug brachten die mehrere Tage anhaltenden stürmischen
südlichen Winde jenseits 48° S-Br. Als diese ‚sich gelegt hatten, wurde 50° S-Br
in 64° W-Lg am 2. August gekreuzt. Fahrtdauer 27 Tage. — Die Reisen .von
„Pirat“ und „Weiwera“ standen ‘sich hier gleich. Bei der Umsegelung von
Kap Horn wurde „Pirat“ durch. anhaltenden Südweststurm . weit nach Osten
vertrieben und kam infolgedessen erst am 11. Tage der Umfahrt am Kap Horn
vorüber... Dann wurde die Gelegenheit mit steifen Ost- und Südostwinden aber
besser, so dafs 50° S-Br in 84° O-Lg schon sieben Tage später, am 20. August,
überschritten werden konnte. Dauer der Umfahrt 18 Tage. — Mit meistens
günstigem Winde, von 23,5° S-Br an mit dem Passat segelnd, erreichte „Pirat“
am 8. September, nachdem .er die Strecke in 19 Tagen zurückgelegt, in
102° W-Lg die Linie. — In nördlicher Breite hielt sich der südwestliche Wind
nur bis 6,5° N-Br, dann folgte nach Mallung in 10,3° N-Br Nordostpassat. Die
Bark ging mit diesem bis 20,5° N-Br und 108° W-Lg und steuerte dann mit
nordwestlichem Winde dem Lande zu. Am 25. September ankerte sie auf der
Rhede von Mazatlan. „Pirat“ hatte auf der letzten Strecke mit 1%. Tagen der
„Weiwera“ fünf Tage abgewonnen. Die Gesammtdauer seiner Reise war
106 Tage, einen Tag weniger als die der „Weiwera“.
S. 5374, Einen Tag später als „Pirat“ Bordeaux verliefs die stählerne
Bark „Seestern“, Kapt. R. Hauth, am 12. Juni 1889 den Kanal bei Lizard.
Ihre Reise war ebenfalls nach der Westküste von Mexico, aber nach dem nörd-
licher als Mazatlan gelegenen Platze Guaymas am Golf von Californien gerichtet.
Die Reise verlief. ganz wie die des „Pirat“; die Bark ging östlich von den
Kapverden, hatte den Nordostpassat von 30° bis 10° N-Br, den Südwestmonsun
bis 6° N-Br und erreichte am 8. Juli, 26 Tage von Lizard, die Linie in 25,9° W.
— Die Fahrt durch den Südatlantischen Ozean ging weniger gut wie bei „Pirat“;
die guten Winde‘ waren weniger frisch, dagegen herrschte mehr Sturm aus SW
und Süd; so kam „Seestern“ erst nach 33 Tagen, am 10. August, nach 50° S-Br,
8 Tage später als „Pirat“. — Alles dieses wurde aber völlig wieder eingebracht
durch die wunderbar rasche Fahrt um Kap Horn herum. „Seestern“ hatte
nichts wie günstigen Wind aus Nord, Ost und SO, passirte nach 3 Tagen Kap
Horn und gelangte 4 Tage später, am 17. August, nach 50° S-Br in 83° W-Lg.
Eine ‚solche Rundfahrt in 7 Tagen ist erst zweimal vorher gemacht worden,
von der Bark „Parnass“, Kapt. Früdden, im April und der Bark „Parsifal“,
Kapt. R. Hilgendorf, im August 1884. Die nächst rasche von 7*/2 Tagen
des Schiffes „Peru“ im Jahre 1895 fand ebenfalls im August statt. Kapt. Hauth
bemerkt: „Diese Reise von 50° S-Br im Atlantischen bis 50° S-Br im Stillen
Ozean ist wirklich der Erwähnung werth. Erstens ist sie in der kurzen Zeit
von 7 Tagen und 4 Stunden ausgeführt worden und dann bei dem schönsten
Wetter, das. man sich nur wünschen kann. Immer hohes Barometer. Nicht ein
einziges Mal hatten wir Windes halber ein Segel einzuziehen, und das beladene
Schiff war immer ohne Wasser an Deck, Betrachtet man das gänzliche Fehlen
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