162 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Herbst 1886.
vorliegenden Reisen über den Ocean vollendeten. Es geschah dies, trotzdem sie
auf dem ersten Reiseabschnitt durch Ostwinde, die hervorgerufen wurden durch
das Hochdruckgebiet der Karte XXXVI, mehrfach aufgehalten worden waren.
Der größere Theil der Reisen der ersten drei dieser am gleichen Tage in See
yegangenen Mitsegler konnte bei kräftigen, sich nicht selten zum Sturme
steigernden Westwinden zurückgelegt werden, während „Marylands“ Reise gerade
Jort durch heftige Gegenwinde verlängert wurde. Den sehr schweren Weststurm,
welchen „Caroline“, „Dora“ und „Friederike“ am 29. Oktober überstanden,
beobachtete „Maryland“ nicht, weil sie sich zur Zeit noch zu weit westlich und
züdlich befand. Derselbe war ein Begleiter jenes Tiefdruckgebietes, dessen
Mittelpunkt sich, laut Karte XXXVII, am 30. Oktober bei 50° N-Br in 25° W-Lg
befand. Während seiner Dauer beobachtete man an Bord von „Dora“ und
„Friederike“ das Elmsfeuer. Nachdem die auf diesen Sturm folgenden kräftigen
Westwinde die ersteren drei Schiffe schon zum Kanal geführt hatten, wurde
„Maryland“ noch längere Zeit durch heftig stürmende Nordostwinde zurück-
gehalten, die verursacht wurden durch jenes am 10. und 11. November über dem
Golf von Biscaya gelagerte Tiefdruckgebiet der Karte XXXVII. „Marylands“
Reise wurde dadurch in solcher Weise verlängert, dafs erst am 17%. November
der Kanal erreicht werden konnte.
In mälßig rascher Weise verliefen die Reisen der in der Liste folgenden
von Philadelphia ausgegangenen Schiffe „Andromeda“ und „Hugo“. Dieselben
wurden durch ungenügende Stärke des Windes, wie durch längere Zeit anhaltende
Ostwinde bedeutend verlängert. Letztere wurden theils hervorgerufen durch das
laut Karte XXXVII während der letzten Tage des Oktober über Neufundland
lagernde Hochdruckgebiet, theils durch jenes Tiefdruckgebiet, dessen nach Nord-
sten gerichtete, südlich von Neufundland beginnende Bahn auf Karte XXXVIII
verzeichnet ist. Die dadurch verursachten Winde traten bei dem damals etwa
15 Grade östlicher stehenden „Hugo“ mit solcher Stärke auf, dafs sich bei ihnen,
obgleich sie aus hoch südlicher Richtung wehten, nur geringer Fortgang erzielen
ließ. Bei „Andromeda“ kamen die Winde damals aus nordöstlicher Richtung
and besafsen auch geringere Stärke. Nach dem 10. Oktober trafen beide Mit-
zegler günstigere Verhältnisse an. Die Hochdruckgebiete der Karten XXXVIII
and XXXIX verursachten, ebenso wie das laut der letzteren Karte am 15. No-
vember Irland erreichende Tiefdruckgebiet, beständige Westwinde, bei denen der
letzte Reiseabschnitt rasch vollendet werden konnte. „Andromeda“ erreichte
den Kanal am 19. November und „Hugo“, der nahe vor der Kanalmündung
noch mehrere Tage durch Abflauen des Windes verlor, that dasselbe am
23. November.
Die drei folgenden Schiffe der Liste, welche in eine Gruppe zusammen zu
fassen sind, waren „Cleopatra“, „Dakota“ und „Heinrich & Tonio“. Die beiden
ersteren verliefsen New-York oder Baltimore am letzten Tage des Oktober,
„Heinrich & Tonio“ ging am 1. November vom Delaware aus in See. Alle
beobachteten auf ihrer Fahrt längere Zeit anhaltende Ostwinde, die besonders
den letzten Reiseabschnitt sehr verlängerten. „Heinrich & Tonio“, wie auch in
geringerer Stärke die beiden Mitsegler, überstanden am 7. November einen sehr
schweren Südoststurm, bei dem der Luftdruck bis unter 750 mm sank. Derselbe
kam mit dem Tiefdruckgebiet, welches laut Karte XXXVIII vom 6. bis 8. No-
vember über den östlichen Theil der Union nach Norden zog und seine Wirkung
weit auf den Ocean hinaus erstreckte. Das schon mehrfach erwähnte flache
Tiefdruckgebiet derselben Karte, welches mit seinem Mittelpunkte am 10. und
41. November unweit von 40° N-Br in 50° W-Lg zu liegen schien, rief bei den
Schiffen ebenfalls ungünstige Winde hervor. Erst als sich die Wirkungen des
zrofen auf Karte XXXIX dargestellten Hochdruckgebietes mehr bemerkbar
machten, wurde der Verlauf der Reisen ein günstigerer. Einen recht langen
Aufenthalt verursachte schliefslich bei allen Schiffen noch der vor den Aufsen-
gründen des Kanals angetroffene Ostwind, am Südrande des damals über England
jagernden Hochdruckgebietes. (Siehe Karte XL.) Ein stürmischer, am 28, No-
vember einsetzender Westwind, führte die drei Mitsegler zwischen dem 28. und
30. November zur Kanalmündung.
Die beiden letzten Schiffe des Verzeichnisses, der „Mozart“ und der
„Shakspere“, welche den Hafen von New-York im November verließen, legten