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Volltext: Jahresbericht 1976-1977

Meereskunde 
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2.3.5 Fachgebiet M8: Wechselwirkung Meer/Atmosphäre, Seegangsunter 
suchungen 
2.3.5.1 FLEX'76 
Das Fachgebiet beteiligte sich an allen drei Phasen des Fladengrund-Experiments 
mit Seegangsmessungen. Mit diesen Messungen wurde der Einfluß des Seegangs 
auf die vertikale Durchmischung und die Absenkung der Sprungschicht erforscht. 
Außerdem wurden die Meßdaten in den bereits vorhandenen JONSWAP-Daten- 
satz *) übernommen und dienen als Testfall für das im Abschnitt 2.3.5.3 erwähnte 
Seegangsvorhersageverfahren. 
Die Signale von vier Waverider-Bojen, die im Umkreis von ca. 40 km um die 
„Meteor" ausgelegt waren, wurden auf dem Schiff in vierstündlichem Abstand 
registriert. Auf diese Weise wurde die zeitliche Entwicklung des Seegangszustan 
des im FLEX-Gebiet festgehalten. 
2.3.5.2 Meßfeld Sylt 
Die Hauptaktivität im Meßfeld Sylt richtete sich auf die Vorbereitung und Durch 
führung eines Experimentes zur Erforschung des Anfachungsmechanismus der 
Wellen durch den Wind. Dieses Problem konnte in den vorausgegangenen 
JONSWAP-Experimenten nicht vollständig geklärt werden. 
Mit Unterstützung des FS „Gauß" und des' FK „Regulus" wurden während 
6 Wochen an einer der sog. Meßnadeln im Meßfeld Sylt.27 km vor der Küste 
gleichzeitig und am selben Ort der Seegang und die überlagerten kurzwelligen 
Rippelwellen sowie die Fluktuationen des Windes und des Druckes direkt über 
der Wasseroberfläche gemessen. Dieses Experiment wurde im Rahmen des Son 
derforschungsbereichs 94 zusammen mit dem Meteorologischen Institut der 
Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie durch 
geführt. Die Messungen konnten unter günstigen Wetterbedingungen erfolgreich 
abgeschlossen werden. 
2.3.5.3 Seegangsvorhersageverfahren 
Auf der Grundlage der umfangreichen Seegangsmessungen während der JON- 
SWAP-Experimente und der daraus abgeleiteten Erkenntnisse ist in der sog. 
NORSWAM (North Sea Wave Model)-Gruppe ein numerisches Seegangsvorher 
sageverfahren entwickelt worden. 
Das Modell existiert in zwei, den vorhandenen Rechnern angepaßten Versionen. 
Mit der englischen Version wurden bereits Langzeitextremwertstatistiken des 
Seegangs für die nördliche Nordsee aus den schwersten Stürmen der vergangenen 
10 Jahre berechnet. Die deutsche Version wurde mit sehr gutem Erfolg bei kom 
plizierten Windbedingungen (Durchgang von Fronten) an Meßdaten aus dem 
Meßfeld Sylt getestet. Eine Anpassung an Flachwasserbedingungen ist vorge 
sehen. Das Verfahren könnte dann z. B. für die südliche und mittlere Nordsee 
operationeil genutzt werden. 
r ) Joint North Sea Wave Project
	        
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