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dauer von Lizard her betrug 97 Tage. In östlicher Länge hatte man 31 der-
selben verbracht und dort 80° Ost in 44,8° S-Br am 13. Februar und die
Länge des Kap Leeuwin in 45,2° S-Br am 21. Februar gekreuzt.
Der Mitsegler „Deutschland“, welcher anscheinend an Segelfähigkeit dem
„Carl Both“ überlegen war, und der seine Länge zwischen 41° und 42° S-Br
ablief, hatte 80° O-Lg in 33° S-Br am 12. Februar erreicht,
Am 22. Mai verliels „Carl Both“ Melbourne wieder, um nach London
zurückzukehren. Die Reise wurde bei stürmischem NW-Winde, mit welchem
ein südöstlicher Kurs verfolgt wurde, angetreten. Am vierten auf See ver-
brachten Tage drehte der Wind durch Nord nach Ost, um sich mehrere Tage
in letzterer Richtung zu halten, Südwestliche Winde wurden angetroffen, nach-
dem man in der Nähe von 160° O-Lg südlich von 48° S-Br gelangt war, und
konnte dann bei günstigem Winde eine bedeutende Strecke nach Osten hin gut
gemacht werden. Oestlich von 150° W-Lg war das Auftreten westlicher Winde
sin weniger beständiges; vielmehr kamen hier sehr häufig leichte Ostwinde vor,
Jurch welche der Fortgang des Schiffes sehr verzögert wurde. Um die-Strecke
zwischen 150° West und der Länge des Kap Horns zurückzulegen, waren
23 Tage erforderlich, und unter diesen befanden sich acht, an denen leichter
östlicher Wind beobachtet wurde. Alle angetroffenen Winde waren im Allge-
meinen nicht stürmisch. Aufser einem heftigen Südsturme, der am 6. Juni un-
weit 49,5° S-Br und 160° W-Lg bei einem niedrigsten Luftdrucke von 730,8 mm
anftrat, wurden keine der Erwähnung werthen Stürme beobachtet.
Am 5, Juli befand „Carl Both“ sich in der Nähe des Kap Horns. Es
waren 44 Tage seit dem Antritt der Reise verflossen, und während dieser Zeit
hatte man 160° O-Lg in 48° S-Br am 29, Mai, 180° Lg in 48° S-Br am 3. Juni,
150° W-Lg in 50,2° S-Br am 12. Juni, 120° W-Lg in 54,5° S-Br am 22, Juni
and 90° W-Lg in 58° S-Br am 28. Juni geschnitten.
Im Atlantischen Ocean waren anfänglich nördliche und nordwestliche
Winde die vorherrschenden, Eine Ausnahme bildeten nur die stürmischen SE-
Winde, bei denen die zwischen 47,5° und 43° S-Br liegende Strecke zurück-
gelegt wurde. Nördlich von der letzteren Breite wehten die Winde meist wieder
aus westlicher oder nördlicher Richtung, doch waren sie dem Fortgange des
Schiffes günstig. Schwieriger war es, um von 32° nach 26,5° S-Br zu kommen,
denn dort wurden, sich zwischen Nord und NNW haltende, leichte, von einem
fast konstanten Luftdrucke von 765mm begleitete Winde beobachtet. In der
Nähe von 25° S-Br in 24° W-Lg, wo der Luftdruck 767,7 mm betrug, lief in
rascher Drehung der Wind von NW durch SW und Süd nach SSE und wurde
zum Passat, welcher die Bark bis zum 5. August zur Linie führte. Man über-
schritt dieselbe in 26,2° W-Lg; vorher war auf dem in 31 Tagen zurückgelegten
Wege vom Kap Horn zum Aequator 50° S-Br in 47,6° W-Lg am 13. Juli,
40° S-Br in 36° W-Lg am 19. Juli, 30° S-Br in 27,4° W-Lg am 24. Juli,
20° S-Br in 24,8° W-Lg am 29. Juli und 10° S-Br in 25,2° W-Lg am 2. August
gekreuzt worden.
In nördlicher Breite wurde zunächst noch kräftiger SE-Passat angetroffen.
Nördlich von 7,5° N-Br flaute derselbe jedoch ab, und in der Nähe von 8° N-Br
in 26,5° W-Lg herrschte für kurze Zeit fast Windstille, auf welche später
leichter westlicher Wind folgte. Es herrschte jedoch kein regelmäfsiger west-
licher Monsun; denn die bis nach 14° N-Br hin beobachteten Winde hatten
häufiger nordwestliche, selbst nordöstliche Richtung als südwestliche. Immerhin
konnte das Schiff ziemlich befriedigenden Fortschritt nach Norden gut machen,
bis es endlich am 13. August in der Nähe von 14,3° N-Br in 26,7° W-Lg ge-
jang, das Gebiet des NE-Passats zu erreichen. Derselbe setzte ein bei einem
Luftdrucke von 758,4 mm; in der Nähe der Linie hatte derselbe noch 763,5 mn
betragen, war dann aber allmählich bis auf jenen, für die entsprechende Breite
sehr niedrigen Betrag gefallen, Der NE-Passat wehte frisch und aus raumer
Richtung bis nach 26° N-Br in 34,2° W-Lg. Nördlich von diesem Punkte
wurde der östliche Wind flau und unbeständiger, bis endlich am 24. August
anweit 35,2° N-Br in 37° W-Lg bei einem auf 770mm gestiegenen Luftdrucke
der leichte Wind durch Süd nach West drehte. Am Mittage dieses Tages be-
land sich „Carl Both“ etwa 40 Sm in nordnordöstlicher Richtung vom Mitsegler
„Elisabeth“ entfernt, und wurde dann der letzte Theil der Reise unter denselben