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Full text: 69, 1941

196 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1941. 
Jagert dort eine geschlossene Wolkenbank, die den ganzen Horizont von E nach 
W einnimmt. — 8b; t 17% Der immer noch schwache Luftzug kommt jetzt aus 
WNW. Der Cu-Streifen über dem Gebirgsrücken hat sich aufgeteilt und ist 
etwas höher gestiegen. Über uns ist es noch klar, Zerfetzte Nebel ziehen in 
E—W-Richtung vereinzelt dahin. Im W hat sich das Wolkenmeer gehoben, 
teils tritt dieser Vorgang eben in Erscheinung. So bildet sich eine Wolkenbank, 
die eine Fernsicht unmöglich macht. Auch im S hat sich das Wolkenmeer zu 
einer gleichmäßigen Masse zusammengezogen, die weniger Gliederung aufzeigt 
als im W. Auch hier ist keine Fernsicht mehr möglich. — 10h: Welch erstaun- 
liche Veränderung innerhalb von zwei Stunden! Vom Gebirge her, das voll- 
kommen in Grau gehüllt ist, zieht sich eine kaum gegliederte Wolkendecke über 
uns hin, die nur durch die verschiedenen Farbtöne von hell- bis dunkelgrau 
Dichteunterschiede erkennen läßt. Gegen W lockert sie sich ein wenig, an einer 
Stelle wird das Blau des Himmels sichtbar, Aber überall sonst senkt sie sich 
wie am Gebirge mit flatterigen Fahnen tief herab, nur an einer Stelle einen 
beschränkten Durchblick öffnend, in dem die helle Steppe zu erkennen ist, 
Über die westlichen Randgebirge wälzen sich Nebelmassen und senken sich in 
die westlichen Täler hinab. Auch in das Mgeta-Tal nach S dringen die Nebel, 
und noch während wir beobachten, werden wir in lichten Nebel eingesponnen, 
t 21°. NNW-Wind Stärke 2. 
12b: Gegen 11% war es etwas klarer geworden, und das Sonnenlicht schien 
die graue Decke über uns zuweilen durchdringen zu wollen. In dieser Zeit stieg 
die Temperatur auf 22°, Jetzt ist sie wieder auf 20° gefallen. Unmerklicher 
Luftzug aus NW. Nur in unserer nächsten Nähe nach N in einem Halbkreis 
von etwa 1 km Radius liegen die Hänge klar vor uns. Aber von S her rückt 
eine dichte Nebelmasse heran, die uns mit ihren Vorläufern in einen lichten 
Schleier hüllt. Nach NW, W und SW bricht die Wolkendecke in einer scharfen, 
dunkelgrauen Linie ab, die anscheinend dem Lauf des Mgeta folgt. Wie unter 
einem Brett hindurch ist die Niederung klar mit ihren jenseitigen Randbergen 
zu erkennen. Es fielen einige Regentropfen. — 14h: Durch die etwas auf- 
gelockerte Wolkendecke über uns ist der Himmel bei einer Bedeckung von %,6 
zu sehen. Nach den Sichtverhältnissen im E zu urteilen, liegen die Wolken 
etwa 100m über uns, Ihre Dichte ist außerordentlich stark wechselnd. Die 
Niederung wird hell von der Sonne beschienen, und selbst Einzelheiten sind 
weit hinaus gut zu unterscheiden. Der S bietet das gleiche Bild. Um die 
Kuppen der höheren westlichen Berge längs des Mbakana-Baches wogen Nebel- 
massen auf und ab. t 20°, sie war aber bereits auf 23° gestiegen. SSW-Wind 2. — 
16h: t 20°. Der Wind ist etwas lebhafter geworden, hat auf NNW gedreht und 
erreicht in einzelnen Böen Stärke 4. Die Auflösung der Wolkendecke hat 
weitere Fortschritte gemacht. Himmelsbedeckung 7. Am Gebirgshang schweben 
die untersten Wolken etwa 300 m über uns, unter ihnen treiben Nebelfetzen und 
-schleier von N nach S. Die Ebene ist durch Dunst unsichtiger geworden. Im 
SW lagert eine regendrohende Gewitterwolke. Das Mbakana-Tal ist in einen 
durchsichtigen Nebelschleier gehüllt, der sich mit zunehmender Höhe mehr und 
mehr verdichtet und in eine gleichmäßig graue Schicht übergeht, die den süd- 
lichen Teil des Gebirges umgibt. — 18°: Über unserem Standort nach N, NW 
und W ist der Himmel größtenteils klar. Im W zieht sich von N nach S eine 
Wolkenbank mit scharf abgeschnittenem Unterrand hin; aus ihr wachsen Cu- 
Köpfe in verschiedenen Größen und seltsamen Formen empor. t 18°. Obwohl 
unsere Windfahne eine sanfte Luftbewegung aus N anzeigt, rückt von S eine 
mächtige graue Nebelmasse aus dem Mbakana-Tal herauf, und nach kurzer Zeit 
sind wir derart in Nebel gehüllt, daß jede Fernsicht ausgeschlossen ist. — 20h: 
Gegen 18%h lösten sich die Nebel wieder auf oder senkten sich als weißes Band 
tief in das Mbakana-Tal hinab. Der hinter den Bergen hervortretende Mond 
ist etwas verschleiert. t 16°. Wind SSE 2. Himmelsbedeckung 3. — 22h: Der 
Wind ist eingeschlafen, nur ein leiser Zug aus E ist eben bemerkbar. t 16°. 
Im hellen Mondschein liegen Berg und Tal. Am wolkenlosen Himmel glitzern 
die Sterne, Grass, Geh. Reg.-Rat i. R.
	        
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