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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, August 1885, 
flaue nördliche Briese durchkam, wurde das Schiff, indem man den Klüfer setzte, 
über St-B.-Bug gelegt. Um 3!% Uhr morgens setzte der Orkan dann wieder 
mit voller Kraft aus NNW herein. Das Barometer begann nun zu steigen und 
bald sich auch der Wind zu mäfsigen.. Als um 9 Uhr der Luftdruck auf 
757,2 mm gestiegen war, konnte das Grofsmarssegel wieder gesetzt werden. 
Am 15. März mittags wehte nur noch ein stürmischer Nordwind, Die 
Bark hatte den sich wahrscheinlich nach südwestlicher Richtung hin bewegenden 
Orkan überstanden, ohne durch denselben nennenswerthen Schaden zu erleiden, 
Nach dem Orkan folgte ein 2 Tage lang anhaltender, frischer NE-Wind und 
auf diesen für mehrere Tage leichte, südliche und östliche Mallung. Aus der- 
selben entwickelte sich am 19. März der in etwa 16,3° S-Br und 112,5° O-Lg 
einsetzende SE-Passat. Derselbe besafs anfänglich indessen auch nur noch sehr 
geringe Stärke. Erst südlich von 17° S-Br in 106,5° O-Lg wurde der Passat 
frischer. Man segelte bei ihm bis zum 3. April nach der in 20,8° S-Br und 
77,5° O-Lg gelegenen, polaren Passatgrenze. In geringer Entfernung von 
diesem Punkte sank der schon vor mehreren Tagen schwach gewordene E- Wind, 
bei einem Barometerstande von 763,0 nm, zum leisen unbeständigen Zuge herab. 
Es folgte dann eine Woche der schwachen, unbeständigen südlichen und östlichen 
Briese, bevor die erste Veränderung des Windes nach NE erfolgte.  Unweit 
von 245° S-Br in 60° O-Lg vollendete der Wind, während des 12.. und 
13. April, eine Drehung nach links, um dann wieder für mehrere Tage kräftig 
aus dem östlichen Halbkreise zu wehen. Nicht weit von 27,5° S-Br in 48° O-Lg 
entfernt, führte der Wind am. 18. April einen zweiten Rundlauf nach links aus, 
der, ebenso wie der vorhergehende, von starken elektrischen Entladungen be- 
gleitet war. Als der Wind am 24. April, bei 30,5° S-Br in 38° O-Lg, sich 
abermals nach N veränderte, beobachtete man auch wieder anhaltendes Blitzen. 
In der Nähe der Südspitze von Afrika wurde ein heftiger Weststurm über- 
standen. Einen Tag bevor derselbe begann, beobachtete man mehrere Wasser- 
hosen, wie Gewitter, und indem sich darauf ein schwacher Nordwind und 
abnehmender Luftdruck einstellte, begann es am folgenden Tage, dem 1.. Mai, 
heftig aus W zu wehen. Der Sturm begann erst, nachdem das Barometer mit 
760,8 mm seinen niedrigsten Stand schon erreicht hatte. Zwei Tage später, 
nachdem derselbe abgelesen worden, war das Barometer auf 774,8 mm gestiegen. 
Am 7. Mai sichtete „George“ bei leichtem SSW-Winde das. Kap der guten 
Hoffnung, und nachdem die Fahrt im Atlantischen Ocean noch wieder‘ durch 
nordwestlichen Wind verzögert worden war, führte ein mäfsiger SW-Wind die 
Bark am 12. Mai zurück zu dem in 12° O-Lg überschrittenen Parallel von 
30° S. Seit man denselben im Indischen Ocean verlassen hatte, waren 19 Tage 
vergangen. Während der Fahrt zur Südspitze Afrikas hatte man: 10° S-Br 
in 115,2° O-Lg am 11, März, 20° S-Br in 82° O-Lg am 1. April, 30° S-Br in 
38,8° O-Lg am 23. April, 90° O-Lg in 188° S-Br am 29. März, 60° O-Lg in 
24,6° S-Br am 12, April und 30° O-Lg in 32,5° S-Br am 29. April gekreuzt. 
{Indem der südwestliche Wind, bei dem „George“ wieder nördlich von 
30° S-Br gelangte, auffrischte und sich nach links veränderte, entstand aus 
demselben unmittelbar der Passat. Die polare Grenze ‚desselben schien am 
14. Mai bei 27,3° S-Br und 9,2° O-Lg zu liegen. Als dort die Windrichtung 
eine südöstliche wurde, zeigte das Barometer auf einen Stand von 765,3 mm. 
Zwei Tage. später wurde ein solcher von 771,3 mm abgelesen. Von dem zwischen 
St. Helena und Ascension nur in recht mälfsiger Stärke wehenden Passate wurde 
„George“ bis zum 31. Mai zu der in 22,3° W-Lg überschrittenen Linie geführt. 
Um zu derselben von 30° S-Br her zu gelangen, waren 19 Tage erforderlich 
gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 20° S-Br in 0,3° O-Lg am 17. Mai 
und 10° S-Br in 11,8° W-Lg am 24. Mai gekreuzt. Die Bark „Maria Rickmers“, 
mit welcher „George“ am 27. Mai in 64° S-Br und 16° W-Lg Signale aus- 
getauscht hatte, ging in 21,7° W-Lg ebenfalls .am 31. Mai von südlicher in 
nördliche Breite über. Dieselbe hatte Moulmain am 23. Februar, die Linie in 
89,9° O-Lg am 7. März, 30° O-Lg in 32,7° S-Br am 23. April und 30° S-Br in 
14,2° O-Lg am 10. Mai verlassen, | ; . 
. In nördlicher Breite wurde „George“ bis nach 3,7° N-Br. in 24,5° W-Lg 
vom SE-Passat begleitet. Um den in diesem Punkte :am .2. Juni .betretenen 
Stillengürtel zu überschreiten, war eine sehr lange. Zeit erforderlich. Leise 
Ann, d. Hydr. ete., 1885, Heft XIL 
. 693
	        
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