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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

OR 
kreuzte das Schiff in 43.3° Nord-Br. am 10. August und 20° West-Lg. in 46.2° 
Nord-Br. am 17, August. Am 19. August erreichte man nach 34tägiger Reise 
die Rhede von Falmouth, 
3. Reise der Bremer Bark „Iris“, Capt. W. Pfeiffer, 
Die Bremer Bark „/ris“ verliess, unter Führung des Capt. W. Pfeiffer, 
am 20. Mai 1877 mit leichtem östlichem Winde die Weser, um eine Reise nach 
New-York anzutreten. Der in der Nordsee auffrischende NE-Wind bewog den 
Capitain, den Weg durch den englischen Kanal einzuschlagen, entgegen seiner 
ursprünglichen Absicht, die nördliche Route zu nehmen, Am 22. Mai passirte die 
Bark Dover und befand sich schon am 25. Mai auf den Gründen vor dem 
Kanal in 48.4° Nord-Br. und 8.9° West-Lg. Der bis hierher wehende Ostwind 
hatte westlichen Winden Platz machen müssen, welche oftmals sehr stürmisch 
wurden und den Fortgang der Reise sehr erschwerten. Mit ihnen wurde 
20° West-Lg. am 6. Juni in 44.2° Nord-Br. erreicht und dann mit vorherr- 
schend nördlichen Winden 40° West-Lg. am 18, Juni in 383° Nord-Br. ge- 
schnitten. Am 23. Juni passirte das Schiff den Meridian von 50° West-Lg. in 
39.s° Nord-Br. und steuerte dann nördlicher, um aus dem Bereich des Golf- 
stromes zu gelangen. Im weiteren Verlauf der Reise stellte sich günstigere 
Gelegenheit ein, indem häufiger Ostwinde angetroffen wurden, welche das Schiff 
am 7. Juli dem Hafen von New- York zuführten. 
Von New- York segelte das Schiff wieder nach Bremen zurück und trat 
die Reise am 29. Juli an. Zu Anfang derselben traf man nur Ostwinde an, 
so dass das Schiff südwärts in den Golfstrom gedrängt wurde; erst nachdem 
56° West-Lg. erreicht war, ging der Wind nach West um. Mit günstiger Ge- 
legenheit erreichte man 50° West-Lg. am 11. August in 42° Nord-Br, und 
30° West-Lg. am 17. August in 45° Nord-Br.; zwischen 20 und 16° West-Lg. 
wurde das Schiff noch einmal durch Ostwinde mehrere Tage aufgehalten, ge- 
langte aber mit den wieder einsetzenden Westwinden ohne weiteren Aufenthalt 
am 28, August nach dem westlichen Eingange zum Kanal. 
14. Reise der Oldenburger Brigg „von Roon“, Capt. H. B. Meentzen. 
Capt. H. B. Meentzen unternahm mit der oldenburger Brigg „von Roon“, 
am 24. April 1877 von London ausgehend, eine Reise nach Progresso, einem 
Platze an der Nordküste der Halbinsel Yukatan. Mit günstigem Ostwinde 
wurde der Kanal durchsegelt und am 27. April 48.7° Nord-Br. und 9.6° West-Lg. 
erreicht. Nach kurzer Unterbrechung durch südwestliche Winde kam der 
östliche Wind nochmals durch und führte das Schiff bis zum 6. Mai nach 
10° Nord-Br. in 20.7° West-Lg. Dann traten nordwestliche Winde ein, mit 
denen man 30° Nord-Br. in 20.4° West-Lg. erreichte und am 12. Mai in 27,3° 
Nord-Br. und 22.,5° West-Lg. die nördliche Grenze des NE-Passates überschritt. 
Nachdem noch etwas südlicher gesteuert war, um weiter in das Gebiet des 
Passates und dessen voller Stärke zu gelangen, wurde westlicher gehalten, und 
ohne jede Störung die Länge abgelaufen. Schon am 29. Mai segelte man durch 
die Passage zwischen Guadeloupe und Monserrat in das karaibische Meer ein. 
Hier wehte der Passat noch frischer als im offenen Meere und wurde erst 
lau, als man am 4. Juni in Sicht der Insel Jamaica gelangte. Von hier setzte 
nan den Kurs, südlich von der Insel Grand Cayman entlang, nach Cap Catoche, 
welches am 8. Juni in Sicht kam. Auf der Campeche Bank, in Sicht des Landes 
nach Westen steuernd, erreichte das Schiff dann nach ciner Reise von 46 Tagen, 
von den Downs gerechnet, den Ankerplatz bei Progresso. 
In Progresso erhielt Capt. Meentzen Ordre nach der Rhede von S. Felipe 
zu segeln und dort Blauholz zu laden. Da dieser Ort etwas östlich von Progresso 
liegt, so nahm die Reise 2 Tage in Anspruch. Nachdem hier ein Theil der 
Ladung eingenommen war, musste das Schiff noch an einem dritten Orte, Lilam, 
die Ladung completiren, und trat dann endlich am 16. Juli die Rückreise nach 
Falmouth an. Während des Aufenthaltes an der Küste hatte man fast unaus- 
gesetzt regnerisches Wetter und Windstille gehabt. Beim Antritt der Reise 
kreuzte man mit ganz flauem, veränderlichem Ostwind in der Nähe der Küste 
nach Osten bis zum Cap Catoche auf und erreichte seine Länge am 21. Juli.
	        
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