Müller, H.; Untersuchungen zur Fehlvorhersage vom 19. Oktober 1936. 255
benutzt und dazu noch die Änderungen der Schichtdicken 1000—900 mb und
500—600 mb als Vertreter der Änderung oben und unten.
Es wurden vier Änderungskarten gezeichnet:
18. bis 19. Okt. 3. 19, Okt, 8h bis 16 (19)%,
2, 19. bis 20. Okt, 4, 19, Okt, 16 (19)ı bis 20, Okt, 8%,
Auf diesen Karten sind folgende Elemente zu finden: schematisierte Boden-
und Höhenströmung
Karte 14: 19. Okt. 8 (8)b, Karte 16: 19, Okt, 16 (14)h und
Karte 15: 19, Okt, 16 (19)% Karte 17: 20. Okt, 8 (2)b.
(In Klammern die Zeit der Bodenströmung.)
Weiter ist auf den Karten vorhanden die Zugbahnen der Druckfall- und
Steiggebiete in 500 mb-Höhe und am Boden und ‚die Änderung der relativen
Topographie der 500 mb-Fläche, Sodann sind noch skizziert die Änderung
der Schichtdicken in der untersten und obersten Schicht (1000—900 mb und
500—600 mb).
Vorweggenommen sei nun gleich, daß sich sämtliche Änderungen in das
Fickersche Schema hereinbringen lassen in der Weise, daß einem Druckfall in
der Höhe eine Abkühlung der Zwischenschicht folgt und dieser wieder der
Druckanstieg am Boden und umgekehrt.
Auf Karte 14 ist zu sehen (auf die Strömung wird nicht besonders mehr
eingegangen, da sie in der Zeichnung sehr klar hervortritt) das Fallgebiet in
der Höhe ist von den nordfriesischen Inseln bis nach Ostpreußen gezogen. Die
Abkühlung ist am stärksten über Polen, das 24-std. Steiggebiet am Boden liegt
mit seinem Kern über Südnorwegen. — Ein weiteres relatives Steiggebiet liegt
in der Höhe über Schleswig-Holstein, es ist dabei über Belgien relativ warm
geworden, der nachfolgende Druckfall liegt über Südengland. — Ein weiteres
Fallgebiet in der Höhe ist über Südostengland zu finden, über England wird es
kälter (siehe auch Bodenkarte am 19, Okt.), das zugehörige untere Steiggebiet
liegt südlich von Island.
Auf der nächsten Karte (15) (24-std. Änderung) liegt das Höhensteiggebiet
über Nordpolen, die Erwärmung der Zwischenschicht am Unterlauf der Weichsel,
in der obersten Schicht über Memel, in der untersten Schicht bei Kassel und
das Fallgebiet am Boden bei Nürnberg. Ein Fallgebiet in der Höhe liegt bei
München (sekundäres Fallgebiet Westösterreich), die Abkühlung ist am Ost-
ausgang des Kanals (sekundär über Süddeutschland), Abkühlung in der obersten
Schicht über Süddeutschland, in der untersten Schicht über Südostengland
(sekundär über Mittelfrankreich). Das Steiggebiet am Boden liegt über Schott-
land (sekundär über Westfrankreich). (Es rührt dies von den zwei Staffeln
Kaltluft her (PK und später AK), das Fallgebiet erscheint in der Höhe ver-
einigt. PK zieht mehr W-E, AK zieht NW-SE, siehe auch die Zuordnung
(5—600) — (1000—900).
Auf Karte 16 befindet sich ein Drucksteiggebiet in der Höhe über Polen,
die Erwärmung findet man über dem Erzgebirge, das Fallgebiet am Boden ist
von Südengland bis Holland gezogen. Die Erwärmung der untersten Schicht
ist am stärksten bei Darmstadt, in der obersten Schicht über Ostpreußen, —
Das Fallgebiet in der Höhe ist von London nach Köln gezogen, die stärkste
Abkühlung ist jetzt über London erfolgt, das Steiggebiet am Boden über Schott-
iand angelangt,
Das Fallgebiet am Boden ist in der nächsten Karte (17) von Holland bis
zur Tschechoslowakei gezogen, während die Erwärmung der Zwischenschicht
über Polen liegt. — Das neue Fallgebiet in der Höhe ist von Köln bis Innsbruck
vorgedrungen, die stärkste Abkühlung finden wir jetzt über Dijon, in der obersten
Schicht über Friedrichshafen, in der untersten Schicht über Rennes in Nordwest-
frankreich. Das Steiggebiet am Boden liegt nun über Ostengland, Ein neues
Steiggebiet in der Höhe befindet sich über der Irischen See.
Die eingezeichneten Pfeile geben die Zugbahnen an. Es ist auffallend, daß
sich sämtliche Pfeile der eingezeichneten mittleren Strömung anpassen, Die
nordwestliche Strömung setzt sich immer weiter nach Süden durch, Die Richtung
La