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Chemie
4.3.4.3.3 PAK-Gehalte des Sediments
Aufgrund ihrer unpolaren Eigenschaften werden die meisten PAK an festen Oberflächen stark
angereichert und liegen in Sedimenten und Schwebstoffen in bis zu 105-fach höherer Kon
zentration vor als in der Wasserphase. Die PAK-Konzentrationen im Sediment übertreffen
diejenigen der chlorierten Kohlenwasserstoffe um das 100- bis 1000-fache. PAK waren daher
auf allen Stationen nachweisbar.
Die PAK-Muster in Wasser- und Sedimentproben unterscheiden sich deutlich. In Sedimenten
sind die 5- und 6-Ring-Aromaten (I123P, BghiP) in deutlich höheren Konzentrationen vorhan
den als die 2- bis 4-Ring-Aromaten. Im Gegensatz dazu werden maximale Konzentrationen in
Wasserproben aus der offenen See meist für Naph und Fl, in schwebstoffreichen Küstenge
bieten meist für Phen oder Flu festgestellt. Während die PAK-Muster in Wasserproben stark
von dem Schwebstoff-Anteil abhängen (vgl. Abbildung 4-45), ähneln die Konzentrationsmu
ster der PAK im Sediment einander recht stark (Abbildung 4-48) und ähneln sehr stark dem
Muster, das im schwebstoffreichen Wasser der Elbe beobachtet wird (Abbildung 4-44).
Abbildung 4-48: Mittelwerte (2008-2011) der PAK-Konzentrationen auf Station KS11 in pg/kg
Trockenmasse.
Figure 4-48: Mean values (2008-2011) of PAHs concentrations at Station KS11 in jjg/kg dry weight
(DW).
Die Konzentrationsverteilungen ausgewählter PAK im Sediment der Deutschen Bucht sind
in Abbildung 4-49 exemplarisch für Mai 2010 dargestellt. Die geographische Verteilung der
Konzentrationen orientiert sich - ähnlich wie bei den CKW - an dem TOC-Verteilung der
Sedimente. Die Mediane der Konzentrationen aller Stationen lagen in dem Untersuchungs
zeitraum zwischen 1,2 pg/kg TM (ACE) und 33,0 pg/kg TM (BbF).