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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Nordenskjöld’sche Expedition nach Grönland 1883, 
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die Temperatur der engen Bassins aufserordentlich beeinflussen und das Durch- 
dringen einer so hohen Temperatur bis auf den Grund, wie sie im Arsuk-Fjord 
und Waigat beobachtet ist, verhindern. Dieselben, verbunden mit der winter- 
lichen Kälte, sind höchst wahrscheinlich die Ursache der niederen Temperatur 
der Mittelschicht, während die höhere Temperatur der Oberfläche der Sonnen- 
wärme, die der unteren Schicht der Verbindung des Fjords mit der See ihre 
Entstehung verdankt. Einestheils erzeugen nämlich die auslaufenden Strömungen 
trotz der vor den Fjorden lagernden Barren Gegenströmungen von der See, 
anderentheils drängt das wärmere Seewasser mit den Gezeiten in die Fjorde 
und sinkt hier vermöge seines gröfseren specifischen Gewichts zu Boden und 
bildet so die untere warme Schicht. Aus der mit den Jahreszeiten wechselnden 
Beschaffenheit des die Westküste Grönlands einschliefsenden Wassers, wie sie 
oben besprochen ist, geht hervor, dafs die untere warme Schicht hauptsächlich 
im Winter ihre Wärme und ihren Salzgehalt aufnimmt. Zum Vergleich seien 
hier noch einige im Anfange des Winters von Hammer im Jakobshavn-Fjord 
beobachtete Temperaturreihen angeführt. 
No.|Tiefe inFad. 0 5 10 20 30 40 60 70 80 100 110 140 159 163 209 
1| emp. f 90, — FI8+19 — +20 — — +07 — +10 — — +20 — 
2 °C —22—12—09—04—03 — 00 — — +0,77 — H7— — — 
3 —24—1,0—0,7 —0,7—0,3 +10 — +03 — — H04 — +05 — +09 
Unterschiede mit den oben verzeichueten Hamberg’schen Beobachtungen 
zeigen sich hauptsächlich au der Oberfläche, und es erklärt sich dies leicht aus 
der durch die Winterkälte hier eingeleiteten Abkühlung. 
In der Baffins-Bai wurden noch komplicirtere Verhältnisse gefunden, 
welche bedingt sind in der Lage derselben zwischen zwei ganz verschiedenen 
Oceanen, dem Polarmeer und dem Atlantischen Ocean, mit welchem letzteren 
sie durch den Davis-Sund, mit dem Polarmeere dagegen durch Jones-, Lancaster- 
und Smith-Sund in Verbindung steht. Während das specifische Gewicht des 
atlantischen Wassers wenig varlirt, ist dasjenige des Polarmeeres vielfachen 
Veränderungen unterworfen. Während des Sommers besitzt die mit Treibeis 
bedeckte Oberfläche eine sehr geringe Dichtigkeit, jedenfalls geringer als die 
der eisfreien Oceane, während die unverdünnten tieferen Schichten infolge 
ihrer niederen Temperatur ein grofses specifisches Gewicht haben. Hieraus 
folgt als im Allgemeinen vorherrschend für die Baffins-Bai: an der Oberfläche 
eine Schicht Polarwasser von niedriger Temperatur und geringem Salzgehalt, 
darunter eine verhältnilsmäfsig warme Schicht und zu unterst wieder eine kalte; 
an seichten Stellen fehlt natürlich das untere Minimum, Beispiel: 
74° 0 N-Br "Tiefe in Meter © 45 90 300 500 700 1000 1450 
64° 30° W-Lg | Temperatur °C +15 —10 —17 —15 —09 +04 —01 —08 
An anderen Stellen waren die Verhältnisse weniger einfach, so z. B, 
ergaben sich in der Melville-Bai drei Maxima und zwei Minima, 
Melville-Bai Tiefe in Meter 0 200 300 400 500 700 820 
75° 20° N-Br | Temperatur °C +19 —03 +04 —05 —09 +07 +12 
Der Salzgehalt scheint mit der Tiefe schnell zuzunehmen. Während er 
an der Oberfläche zwischen 2,8 und 3,3%, betrug, war er in einer Tiefe von 
625m 3,446 %/o0. 
Die Expedition hat auf allo Fälle konstatirt, dafs in der Baffins-Bai 
zwischen den polaren Wasserschichten von verschiedenem specifischen Gewicht 
eine verhältnifsmäßig warme (über 0°) dem Atlantischen Ocean entspringende 
Schicht sich befindet, welche, sich gegen die Küste Grönlands lehnend, derselben 
bis Smith-Sund folgt. 
3%
	        
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