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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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auf kurze Strecken ist dieser Höhenzug unterbrochen, einzelne Dünen stehen 
dann isolirt da, wie die Bruchberge und der Schwarze Berg bei. Rossitten. 
Auch ganz enge Defil&’en weist die Dünenkette auf, von welchen das bemerk- 
barste bei Pilkoppen liegt. Nur in unmittelbarer Nähe einiger Ortschaften ist 
die Haupt-Düne bis jetzt‘mit Dünengras zu ihrer Befestigung bepflanzt, sonst 
aber ist sie jeder Vegetation baar und ein Spiel der Winde, welche fortwährend 
die einzelnen Gipfel und Kuppen verändern und verschieben... Im Allgemeinen 
ist die Haupt-Düne, in Folge der vorherrschend westlichen Winde, quer über 
die Nehrung von West:nach Ost gerückt; an vielen Stellen steht sie bereits 
am Ufer des Haffs und stürzt in letzteres hinab. 
Längs dem Seestrande liegt fast überall eine zweite zusammenhängende 
Dünenkette, die Vor-Düne;- welche indess nur 6 bis 10m hoch ist. Zwischen 
der Haupt- und der Vor-Düne liegt. ein.Thal von grösserer oder geringerer 
Breite, entweder auch mit. kleinen. einzelnen Dünen oder mit spärlichem Gras- 
wuchs bedeckt. WER: 
Die Curische Nehrung soll in früherer Zeit ganz bewaldet. gewesen sein; 
jetzt steht von dem früheren Urwalde, ausser dem Walde: von Schwarzort, nur 
noch ein ganz unbedeutender. Rest bei Nidden. Bei den grössern Ortschaften 
Schwarzort, Nidden, Rossitten und Sarkau hat man im Laufe dieses Jahrhunderts 
die Wiederbepflanzung der Nehrung mit Erlen und Kiefern ‚begonnen, theils 
um die Reste früherer Vegetation: und. die noch vorhandenen Wohnörter und 
Culturländereien vor dem Sandwehen zu: schützen, theils um ‚die Nehrung selbst 
gegen das Vordringen der. See widerstandsfähiger zu machen... ... 
Eine Menge Dörfer. sind im Laufe der Zeit durch das Sandwehen und 
Wandern der Dünen untergegangen und zum Theil an anderen Stellen wieder 
aufgebaut; doch werden die. Gegenden, in welchen. sie gestanden haben, 
noch immer mit ihren Namen bezeichnet. Die Thäler zwischen der Haupt- und 
Vor-Düne geben auf einzelnen Strecken einige, wenn auch sehr magere Vieh- 
weiden, und eignen sich ganz besonders zu Baumpflanzungen; es sind schon 
recht ansehnliche Plantagen bei Nidden, Rossitten und Sarkau entstanden. Von 
See aus erscheinen diese Plantagen aus einiger Entfernung als schwarze, niedrige 
Streifen, über welche sich die mehr oder weniger . hellgefärbte Haupt-Düne 
erhebt. Auch der Versuch, die Dünen selbst mit Bäumen zu bepflanzen, hat 
Aussicht auf Erfolg, und eine isolirte Düne bei KRossitten (der Walgun- 
Berg), welche sich rasch dem Orte näherte, ist schon ganz mit jungem Baum- 
wuchs bedeckt. . 
Im Einzelnen lässt sich von der Nehrung noch Folgendes erwähnen: 
Auf der Spitze bei Memel liegt ein neues. Küstenfort; unter demselben 
steht am Strande der grosse schwarze Bootsschuppen..der Rettungsstation; au 
einigen Stellen des Strandes nördlich und südlich. von: diesem Bootsschuppen 
sind im Sommer Badehütten aufgeschlagen. 
. Die Nehrungsspitze ist bis zum Sandkruge, und‘ noch etwas südlicher, 
bepflanzt, dann hört aber bis Schwarzort hin, an der Seeseite: wenigstens, jede 
Vegetation auf, Zwischen einzelnen niedrigen Stellen. der.‘ vollkommen kahlen 
Haupt-Düne sieht man auf dieser Strecke den dunkeln Lusze-Forst vom jen- 
seitigen Haffufer. WR A ner [Na Burama | = 
Der Wald von SCHWARZORT überragt; als ı.dünkler -Streifen- die 
Haupt-Düne und ist eine weithin sichtbare Landmarke, . Nördlich vom Walde 
liegt auf einer kegelförmigen Spitze der ca. 54m hohen Düne Grikinn der 
trigonometrische Punkt II. Ordnung Alt-Schwarzort, welcher jedoch durch Ab- 
bruch der Düne sehr gelitten hat; weniger bemerkar ist am südlichen Rande 
des Waldes der trigonometrische Punkt Neu-Schwarzort, Vom Orte selbst ist 
von See aus nichts zu sehen; am Seestrande stehen ein Bootsschuppen der 
Rettungsstation und im Sommer einige Badehütten. - 
Von Schwarzort bis Nidden ist wiederum alles kahle Sandwüste; die bemerk- 
barsten, 50 bis 60m hohen Dünen heissen: Kirbste-Carwaitsche- und Wetze- 
krugs-Berg, die beiden letzten Namen sind früherei Ortschaften dieser Gegend 
entnommen. 
Nidden ist an zwei gleich hohen Bergen zu erkennen, welche sich in der. 
Dünenkette erheben; sie sind bepflanzt und fallen daher durch ihre dunklere 
Färbung ins Auge, der nördliche heisst Ango-Kalns, der südliche, auf dessen
	        
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