Renqvist, H.: Der Wasserstandsdienst in Finnland.
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schweren Bleiringen belasteten) Stiften auf das von einer Speicherrolle (die
mittlere in den Figuren) über die große vom Uhrwerk getriebene Rolle zur
Sammelrolle gehende und von Gewichten (siehe Fig. 3) gespannt gehaltene Papier
aufgezeichnet. Die Aufzeichnung findet auf der Fläche der großen Hauptrolle
statt. Gleichzeitig sind immer wenigstens zwei Stifte in Arbeit, was eine scharfe
Kontrolle in Einzelheiten sowie ein eindeutiges Fixieren des Dezimeters sichert.
Wenn die Wasserstandsbewegung fort-
während in einer Richtung den vollen
Meter erreicht hat, beginnen dieselben
Stifte aufs neue. Ein Fehler von einem
ganzen Meter ist ausgeschlossen, da
man die Aufzeichnungen der ver-
schiedenen Stifte kontinuierlich ver-
folgen kann und überdies wöchentlich
eine Kontrollmessung mit einer be-
sonderen Anordnung ausgeführt wird.
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Fig. 3.
Auf dem Papier sind keinerlei Linien vorgedruckt. Das Ablesen der
Mareogramme geschieht mit Hilfe einer Glasscheibe mit eingeätzten Parallel-
linien für den Wasserstand und fast genau kreiskrummen Linien für die Zeit.
Für das Fixieren der Zeit trägt die Hauptrolle an beiden Enden kleine Nadeln,
die durch kleine Löcher jede zweite Stunde auf dem Papier markieren.
Als Ausgangslinie aller Ablesungen an der Glasscheibe dient eine in der
Mitte derselben gezogene Linie, die leicht in gleichem Abstand von den Nadel-
marken fixiert werden kann. Da die abzulesenden Intervalle dabei höchstens
5 cm betragen, kann der Papiereingang (bei Anwendung natürlicher Wasser-
standsskala!) völlig vernachlässigt werden.
Die Hauptrolle macht eine Umdrehung in zwei Tagen, der Abstand zwischen
zwei Nadelmarken ist 24 mm, d.h. es bedeutet 1 mm 5 Minuten, was für die
Verhältnisse in der Ostsee vollkommen genügt. Wenn ein größerer Zeitmaßstab
gewünscht würde, wäre dieser sehr leicht durch eine Anderung der Auswechselung
der Uhrwerk-Hauptrolle zu erreichen. In bezug auf die Amplitude genügt der
jetzt standardisierte Typus mit sieben Umdrehungen der Spiralrinne für sieben
Meter Wasserstandsschwankungen, ist also mehr als ausreichend für die Ostsee;