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Full text: 52: Auswirkungen des Elbehochwassers vom Juni 2013 auf die Deutsche Bucht

1 Zusammenfassung 
Während des Hochwassers der Elbe im Sommer 2013 und danach hat das Bundesamt für 
Seeschifffahrt und Hydrographie ein Sonderuntersuchungsprogramm durchgeführt, bei dem 
ab Mitte Juni in Hamburg Elbe-Wasserproben entnommen und deren Gehalte an 
Nährstoffen, Metallen und organischen Schadstoffen untersucht wurden. Ziel war es, die 
durch extreme Abflüsse und Überflutungen zusätzlich mobilisierte Kontaminationen der Elbe 
abzuschätzen, um so frühzeitig eine Information über eine potentielle Gefährdung der 
Wasserqualität in der inneren Deutschen Bucht abzuleiten. Hier wurden 
Sonderuntersuchungen jeweils im Juli, August und September 2013 durchgeführt. Ergänzt 
wurden die BSH-Aufnahmen mit den zu dieser Zeit durchgeführten Schnittfahrten der 
Biologischen Anstalt Helgoland, Alfred Wegener Institut. 
Die Ausbreitung des Elbehochwassers in der Deutschen Bucht lässt sich primär durch die 
Verteilung der geringeren Salzgehalte an den Monitoringstationen erhalten. Es zeichnete 
sich eine deutliche Zunge salzarmen Wassers ab, die sich infolge des erhöhten 
Süßwassereintrags der Elbe in Richtung Helgoland in die Deutsche Bucht vorschob. 
Mit der Hochwasserwelle wurden in der Elbe sowohl ansteigende als auch gleichbleibende 
oder abnehmende Schad- und Nährstoff-Konzentrationen beobachtet. Durch die großen 
Wassermengen wurden jedoch stets höhere oder gleichbleibende Frachten transportiert. So 
stiegen die Nitratfrachten während des Hochwasserscheitels durch Auswaschungen aus 
überschwemmten Bereichen des Elbeeinzugsgebietes um das Zehnfache, die 
Phosphatfrachten um das Siebenfache und die Silikatfrachten durch verstärkte Erosion 
kurzzeitig um das 60-fache an. Organische Schadstoffe, wie a- und ß-HCH (technische 
Nebenprodukte bei der Herstellung von Lindan) und die Herbizide (Unkrautvernichtungs 
mittel) Terbutylazin, Bentazon, Metolachlor zeigten stark erhöhte Frachten (bis Faktor 430), 
da sie aus überfluteten Flächen freigesetzt bzw. im Frühjahr erst eingesetzt wurden. 
Gleichbleibende Konzentrationen wurden z.B. bei dem Herbizid Atrazin, bei polyzyklischen 
aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und bei polychlorierten Biphenylen (PCB) 
beobachtet, während Pharmazeutika und das Korrosionsschutzmittel Benzotriazol durch die 
Hochwasserwelle verdünnt wurden. Dieselöl oder andere Mineralölbestandteile wurden nicht 
in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen. 
Da ein Großteil der Schadstoffe über die Elbe in die Deutsche Bucht gelangte, wurden die 
Auswirkungen des Elbehochwassers auf die Deutsche Bucht im Rahmen einer Monitoring- 
Sonderfahrt untersucht. Sowohl die Messungen im Juli als auch die begleitend 
durchgeführten numerischen Ausbreitungsrechnungen zeigten einen Anstieg gegenüber den 
erwarteten Schad- und Nährstoffkonzentrationen. Allerdings war dieser mit einer 
Konzentrationssteigerung um den Faktor 1,5 bis 10 im Vergleich zu den Konzentrationen der 
Vorjahre relativ gering. Auch die Verteilungen von Kupfer, Zink und Nickel in der Deutschen 
Bucht ließen im Vergleich zum Vorjahr keine signifikanten Anomalien erkennen. Akute 
ökologische Auswirkungen waren durch hochwasserbedingte Einträge nicht zu erwarten. 
Neben der rein chemischen Analytik wurden die bei Wittenbergen genommenen 
Wasserproben auch auf toxikologische Effekte untersucht. Die Ergebnisse geben Hinweise 
darauf, dass es in der Elbe während der Hochwassersituation zu einem 
Konzentrationsanstieg einiger toxisch wirkender Substanzen kam. 
Eine in wesentlichen Teilen gute Übereinstimmung zeigten die Ausbreitungssimulationen aus 
Modellrechnungen mit den Messergebnissen für ß-HCH und Terbutylazin, was den
	        
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