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Full text: 52: Auswirkungen des Elbehochwassers vom Juni 2013 auf die Deutsche Bucht

6 Numerische Ausbreitungsrechnungen des Elbehochwassers 
Das BSH betreibt ein umfangreiches numerisches Vorhersagemodellsystem, mit dem im 
täglichen operationeilen Betrieb Vorhersagen von Wasserstand und Strömung sowie 
Salzgehalt, Temperatur und Eisbedeckung von Nord- und Ostsee berechnet werden. Alle 
Simulationsergebnisse werden schließlich zur weiteren Verwendung in einem Datenarchiv 
abgelegt. Eine Komponente des Vorhersagesystems, die die archivierten Daten intensiv 
nutzt, ist das sogenannte Eulersche Ausbreitungsmodell mit dem die hier analysierten 
numerischen Ausbreitungsrechnungen durchgeführt wurden. 
Zur Unterstützung der Interpretation der Messwerte wurde die Ausbreitung zweier 
ausgewählter Stoffe (ß-HCH, Terbutylazin) mit dem Eulerschen Ausbreitungsmodell des 
BSH (BSHdmod.E) simuliert [11]. Als Grundlage für diese Simulationen dienten die 
archivierten Strömungsdaten, die zuvor mit dem BSH-Zirkulationsmodell (BSHcmod V4) 
berechnet wurden. Die Strömungsdaten haben in der Deutschen Bucht und in der Tideelbe 
eine horizontale Auflösung von etwa 900 m und im hier relevanten oberflächennahen Teil 
des Wasserkörpers eine Schichtdichte von 5 m. Die Strömungsdaten liegen dabei in einem 
zeitlichen Abstand von 15 min vor. Das Modellgebiet erstreckt sich elbaufwärts bis 
Geesthacht und ist nordseeseitig in ein Nord-/Ostseemodell eingebettet. Bei Geesthacht wird 
der jeweils aktuelle Frischwasserabfluss der Elbe anhand von Pegeldaten berechnet und 
dem Modell vorgegeben. Die während des Elbhochwassers aufgetretenen Spitzenwerte sind 
allerdings als unsicher einzustufen, da die Ableitung der Abflusswerte aus Pegelmessungen 
bei derartigen Extremwasserständen problematisch und mit hohen Fehlern behaftet ist. In 
den Ausbreitungsrechnungen wurden die zeitabhängigen Konzentrationen der simulierten 
Stoffe in Nähe der Messstelle Wittenbergen entsprechend der in Abbildung 37 und Abbildung 
38Abbildung 32 dargestellten Werte vorgegeben. Beide Stoffe werden im Verlauf der 
Ausbreitungsrechnungen als passive Tracer behandelt, es werden somit keinerlei chemische 
Veränderungen, Anlagerungen an Schwebstoffe oder andere Umwandlungsprozesse 
berücksichtigt. Die Rechnungen wurden jeweils am 01.06.2013 gestartet und bis zum 
16.09.2013 fortgeführt. Im gesamten Modellgebiet wurden zum Startzeitpunkt konstante 
Konzentrationen vorgeben, die den Messwerten im Mai 2013 entsprechen. Für die 
graphische Auswertung wurde jeweils nur die oberflächennächste Schicht mit einer Dicke 
von 5 m betrachtet. 
In der Abbildung 46 und Abbildung 47 sind die Ergebnisse der Ausbreitungsrechnungen für 
die Stoffe ß-HCH und Terbutylazin dargestellt. Die Simulationen zeigen deutlich den 
Einstrom des höher belasteten Elbewassers in die Deutsche Bucht und dessen Verdriftung 
nach Norden entlang der nordfriesischen Küste. Der betroffene Bereich ist nur auf die innere 
Deutsche Bucht beschränkt und die Ausbreitung erfolgt aufgrund der ruhigen Wetterlage 
insgesamt recht langsam.
	        
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