In Abbildung 42 sind die Konzentrationsverläufe von Carbamazepin und Benzotriazol an
der Station Eider dargestellt; wie oben beschrieben, zeigten diese Stoffe keine erhöhte
Konzentration in der Elbe; daher war erwartungsgemäß selbst auf der am stärksten von
Elbewasser beeinflussten Station Eider auch keine Erhöhung der Konzentration zu
beobachten: Die Konzentration im Juli und September lagen im Bereich der Werte vor dem
Hochwasser (2012 und Mai 2013). Auch auf den anderen Stationen in der Deutschen Bucht
waren keine erhöhten Werte zu beobachten.
-•-CARBAMAZ -*-BENZTRI
Abbildung 42: Verlauf der-Konzentrationen von Carbamazepin und Benzotriazol an der Station
Eider im Zeitraum 2012 und 2013 als Beispiel für Stoffe, die durch das Hochwasser im Juni
2013 nicht beeinflusst wurden
Der Einfluss des Elbehochwassers kann ebenfalls sehr gut anhand der Korrelation zum
Salzgehalt festgestellt werden, da dieser umgekehrt proportional zum Süßwasseranteil ist. In
Abbildung 43 sind die linearen Korrelationen des Salzgehalts exemplarisch gegen die
Konzentrationen der drei HCH-Isomeren jeweils für die Daten der Fahrten im Mai, Juli und
Sept. 2013 dargestellt. Für y-HCH (Abbildung 43 unten) weisen alle drei Fahrten sehr gute
lineare Korrelationen mit nahezu gleichen Steigungen auf; dies bedeutet, dass der Eintrag
durch die Elbe gleich bleibt: Im Mai und September (vor und nach der Hochwasserwelle)
sind die Geraden fast deckungsgleich, im Juli kommt es zu einem zusätzlichen
Süßwassereintrag und damit zu einer Erhöhung der y-HCH-Konzentrationen.
Für a-HCH (Abbildung 43 Mitte) sieht die Situation für den Mai und Sept. ähnlich aus,
allerdings weist die Gerade im Juli eine größere Steigung auf, d.h. die a-HCH Konzentration
steigt überproportional zum stärken Süßwassereintrag an - aufgrund der erhöhten
Quellstärke (Frachten) während der Hochwasserwelle.
Für ß-HCH (Abbildung 43 oben) ist dieser Effekt noch wesentlich stärker ausgeprägt, so
dass nicht nur im Juli sondern auch noch im September die Kurven unterhalb von S=31 nach
oben abknicken. Das bedeutet, dass in diesen Bereichen auch im September noch ein
deutlicher Effekt durch das Hochwasser in der Deutschen Bucht nachweisbar ist.
Die Beobachtungen lassen sich gut mit einer reinen Vermischung des Elbewassers mit dem
weniger belasteten Nordseewasser erklären. Um auch für Gebiete Konzentrationen
abzuschätzen, die im Juli nicht beprobt werden konnten, boten numerische Ausbreitungs
rechnungen eine Möglichkeit zur Simulation der vorhandenen Konzentration (s. Kap. 6).