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Full text: 52: Auswirkungen des Elbehochwassers vom Juni 2013 auf die Deutsche Bucht

4.4 Organische Schadstoffe 
4.4.1 Zeitlicher Verlauf der Konzentrationen und Frachten in der Elbe 
Im Rahmen der Sonderuntersuchungen wurden ca. 80 Stoffe aus den Gruppen chlorierte 
Kohlenwasserstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Industriechemikalien, 
Pestizide und Arzneistoffe untersucht. Im Folgenden werden exemplarisch die Ergebnisse 
für ausgesuchte Vertreter der einzelnen Gruppen dargestellt. 
Zu den Pestiziden zählt die Gruppe der Hexachlorcyclohexane (HCH), bestehend aus 
einem Gemisch isomerer Verbindungen, von denen nur das y-lsomere (Lindan) als 
Insektizid wirksam ist, die anderen Isomere (a-, ß- und 5-HCH) sind technische 
Nebenprodukte aus dem Produktionsprozess. Die Anwendung dieser Stoffe ist seit den 
1970er Jahren verboten, jedoch stellen sie wegen einer Altlast (s.u.) in der Elbe ein 
spezifisches Problem dar. Aus diesem Grund ist ihre Beobachtung von besonderem 
Interesse. Wie Abbildung 28 zeigt, nahmen die Konzentrationen von a- und ß-HCH mit der 
Hochwasserwelle um das 3,7- bzw. 5,7-fache zu, während y- und S-HCH geringer stiegen 
(Faktor 2 bis 3,3). Die Frachten nahmen in der Spitze um das 8- bis 26-fache zu, fielen dann 
aber rasch parallel zu dem Rückgang der Abflussmengen ab und erreichten Anfang August 
wieder die Ausgangswerte aus der Zeit Ende Mai. 
Abbildung 28: Zeitlicher Verlauf der Konzentrationen (links) und Frachten (rechts) der HCH- 
isomeren in der Elbe in Hamburg (Wittenbergen). 
Das Verhalten der HCH ist ähnlich des bei früheren Hochwasserereignissen der Elbe 
beobachteten. Wie bei den Langzeituntersuchungen in Abbildung 29 zu sehen, war es auch 
in den Jahren 2002 und 2006 zu stark erhöhten a- und ß-HCH-Konzentrationen gekommen. 
Diese lagen sogar noch wesentlich höher (bis zu 29 ng/L), allerdings waren zu der Zeit auch 
die „Grundlevel“ in der Elbe noch deutlich höher als jetzt. Der Grund für diese erhöhten HCH- 
Einträge sind Altlasten im Saale/Mulde-Bereich (ehemaliges „Chemiedreieck“ der DDR). Hier 
sind noch Altlasten mit diesen HCH-Nebenprodukten vorhanden, die durch Hochwasser- 
Ereignisse z.T. freigesetzt werden. Diese Einträge sind gegenüber früheren Jahren jedoch 
sehr viel geringer geworden.
	        
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