5 Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein in
Flintbek; http://www.schleswlg-holstein.de/LLUR/DE/LLUR_node.html
hingegen offenbar auf bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingeleiteten Silikat-Frachten (vgl.
auch Abbildung 13) bzw. dem Transport angereicherter Wassermassen zurückzuführen.
4.2.3 Diskussion und Bewertung
Der Einfluss des Elbehochwassers auf eine Erhöhung der Nährstoffkonzentrationen in der
Deutschen Bucht ist klar ersichtlich. An mehreren Stationen (z.B: UFSDB, FIELGO, FILOCFI,
KS11) konnten z.B. höhere Stickstoffkonzentrationen nachgewiesen werden. Die durch die
Biologische Anstalt Flelgoland durchgeführten Messungen bestätigten eine Zunahme der
Konzentrationen an Nitrat, Phosphat und Silikat, insbesondere in den küstennahen
Bereichen.
Außergewöhnliche Süßwassermengen im Juni/Juli 2013 und durch das Hochwasser
mobilisierte hohe Nitratfrachten schoben sich aufgrund der ruhigen Wetterlage ungestört in
die Deutsche Bucht vor. Die Ausbreitung des Elbehochwassers bis zur Station UFSDB wird
auch durch Ergebnisse der vorliegenden Ausbreitungsrechungen bestätigt.
Silikat, das während der Hochwassersituation durch verstärkte Erosion aus den Böden
ausgewaschen wurde und in der Flutwelle im Vergleich zu dem langjährigen Juni-Mittel
kurzzeitig eine 60-fache Konzentrationserhöhung erreichte, zeigte an den Stationen AMRU2
und HELGO trotz Verdünnung durch das Nordseewasser und auftretende Algenblüten
(Algenfrüherkennungssystem (ALGFES), Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und
ländliche Räume 5 , Flintbek) noch um den Faktor 6 erhöhte Werte.
Da während der Hochwassersituation große Mengen an Ammonium über die Landwirtschaft
in die Umwelt gelangten, Abwassertanks beschädigt und überspült wurden, war auch für
Nitrit ein Anstieg zu beobachten. Die Konzentrationen sanken wesentlich langsamer als die
des Nitrats wieder ab, da durch ablaufendes Wasser aus den überschwemmten Flächen
immer noch Ammonium (-> Nitrit) ausgespült wurde.
Die durch das eingetragene Elbehochwasser erhöhten stickstoffhaltigen Nährstoff- und
Silikatkonzentrationen waren während der Septemberaufnahme in der Deutschen Bucht
nicht mehr nachweisbar. Viele Einflüsse, wie Verdünnung durch das Atlantikwasser,
Aufzehrung durch Plankton, Denitrifizierung führten zum Rückgang der durch das
Elbehochwasser eingetragenen Nährstoffe.
Die höchsten Chlorophyll a-Konzentrationen zeigten sich Anfang Juli in küstenferneren
Bereichen, einhergehend mit einer starken Zunahme an Diatomeen. Der Anteil der
Diatomeen am Phytoplankton nahm im Laufe des Sommers, hauptsächlich bedingt durch die
hohen Einträge an Silikat zu.
Ein Vergleich des Elbehochwassers 2002 mit der Hochwassersituation 2013 bezüglich,
seiner Auswirkungen durch erhöhte Nährstoffeinträge in die Deutsche Bucht ist kaum
möglich, da zu viele Einflüsse (siehe oben), nicht zuletzt auch die Jahreszeit, bei der
Bewertung berücksichtigt werden müssten.