Abbildung 14: Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff VWFS ATAIR
4.2.2 Konzentrationsverteilung in der Deutschen Bucht
Wie die Gegenüberstellung der Juni-Tagesfrachten in Tabelle 2, 3 und 4 zeigt, stiegen die
Nährstofffrachten durch das Elbehochwasser deutlich an. Die Auswirkung der erhöhten
Frachten der Elbe auf die Nährstoffkonzentrationen in der Deutschen Bucht wurde während
einer Sonder-Untersuchungsfahrt mit VWFS ATAIR (09.07.-11.07.2013) in die innere
Deutsche Bucht untersucht und durch Messungen der Biologischen Anstalt Flelgoland
während monatlicher Schnittfahrten entlang von Transekten und einer am 18. Juni 2013
durchgeführten Sonderfahrt ergänzt.
Die Nährstoffe unterliegen einem typischen Jahresgang und erreichen im Frühjahr vor der
ersten Algenblüte die höchsten Werte. Im März oder April, abhängig von der Wetterlage und
Sonneneinstrahlung, beginnt die Frühjahrsplanktonblüte und zehrt nach und nach die
vorhandenen Nährstoffe aus der Wassersäule auf. Die Diatomeen benötigen neben Nitrat
und Phosphat auch Silikat zum Aufbau der Schalen. Durch die Entwicklung der Flagellaten
werden weitere Nährstoffe aus der Wassersäule abgebaut. Erst zu Herbstbeginn nehmen
durch Remineralisierungsprozesse die Nährstoffkonzentrationen wieder zu und erreichen je
nach Wetterlage und Wassertemperaturen im Laufe des nächsten Frühjahrs wieder ihr
Maximum.
Durch das Elbehochwasser, das nach der Frühjahrsalgenblüte Anfang Juni auftrat, wurden
zusätzliche Nährstofffrachten in die innere Deutsche Bucht eingetragen.
In Abbildung 15 ff. sind die Verteilungsstrukturen in der südöstlichen Deutschen Bucht von
Nitrat, Nitrit, Ammonium, Phosphat und Silikat während der Elbehochwasser-Sonderfahrt
(Juli 2013) im Vergleich zur Sommeraufnahme (Sept. 2013) dargestellt. Die
Nährstoffeinträge über die Elbe waren im Elbemündungsbereich an den deutlich erhöhten
Konzentrationen sichtbar. Eine Zunge salzarmen Wassers aus der Elbe mit erhöhten
Nitratkonzentrationen schob sich Anfang Juli 2013 in die Deutsche Bucht bis zu den